29.03.2016 Santiago de Compostela – Pobra (120 km)

Die ganze Nacht hat es wie aus Kübeln geschüttet. Kein Wunder also, dass wir mal ausschlafen. Wir frühstücken gemütlich, duschen und gehen noch in das riesige Einkaufszentrum, das gegenüber vom Zeltplatz liegt. Erst gegen 14 Uhr tuckeln wir gemütlich los, nochmals 30 km südwärts bevor wir dann auf der Halbinsel  den von uns gesuchten,  am Sandstrand liegenden Zeltplatz finden. Er liegt gegenüber eines wunderschönen Naturschutzgebiets mit Heideflächen, Feuchtgebieten und Kieferwäldchen. Aber – leider hat er noch geschlossen. Also 25 km über viele Hügel und schöne Ausblicke aufs Meer zurück und auf die nächste Halbinsel „Barbanza“ bis zum Ort Boiro. Hier gibt es einen schönen goldgelben Sandstrand, einen Muschelzuchtteich und normalerweise vielen Menschen, die Muscheln ernten (Playa de Retorta). Heute ist auf Grund des Regens aber nichts los – wir finden jedoch einen netten Platz unter den Pinien und einen herrlichen Blick auf die Bucht. Und so trinken wir erst mal gemütlich ein Käffchen und genießen was Süßes dazu.

Düse Halbinsel bzw. dieser fjordartige einschnitt wird vom Rio de Arousa umgeben: er muss wohl ganz besonders fruchtbar sein, denn hier sind die meisten Muschelzuchtplattformen. Das sind 4-6 gewaltige Eisentonnen, die mit glasfaserverstärktem Kunststoff dick überzogen sind, um dem aggressiven Salzwasser besser trotzen zu können. Darauf sind dann Vierkantbalken montiert und diese Konstruktion kann dann über Hunderte von Muschelkörben aufnehmen und in ihnen wachsen die Muscheln auch heran. Eigentlich wollten  wir auch noch Muscheln sammeln und sie dann kochen und essen, aber bei dem Wetter gehe ich nicht mal ich vors Wohnmobil.

Es geht noch ein Stück weiter Bus Pobra: hier finden wir im Hafen einen schönen und relativ ruhigen Platz für die Nacht.

28.3.2016 Caminha – Santiago de Compostela

Wir haben auf dem Zeltplatz inmitten des wunderschönen Pinienwaldes wunderbar und ruhig bis gegen neun Uhr geschlafen – sogar ich! So langsam gewöhne ich mich wohl an den neuen Rhythmus. 😉

Der Platz selbst ist sehr schön angelegt.  Rechts vom Platz  ist der Grenzfluss, der Portugal von Spanien trennt. Links ist das offene Meer: ein breiter Sandstrand mit Dünen. Zum Kajakfahren wäre es hier – wäre das Wetter besser – bestimmt ideal. Okay, vielleicht klappt das ja ein anderes mal.

Die ganze Nacht hat es schon geschüttet und es ist auch laut  Wetterapp hier kein Ende des Regens in Sicht. Aber in Santiago, das 130 km von hier in nördlicher Richtung liegt und dem  wir natürlich  auch einen Besuch abstatten wollen (wenn wir schon mal in der Gegend sind)  scheint anscheinend die Sonne. Wir überlegen kurz und los geht es! Nach Santiago! Da sind wir flexibel. Und wir denken noch rechtzeitig an unsere portugiesischen Briefmarken und Postkarten, schreiben Sie  noch schnell und finden auch noch einen Briefkasten, bevor es über die Grenze geht. Hatten wir das nicht schon mal in Spanien, bevor es nach Portugal ging? Erinnert ihr euch?

Landschaftlich ist es eine sehr schöne Strecke, die wir nun fahren. Fjordartige Einschnitte, die uns an die nordischen Länder erinnern, Berge – leider noch durch viele Wolken verdeckt – , kleine Ortschaften,….

Das Wetter wird aber besser und als  wir gegen 16 Uhr den Zeltplatz in Santiago dank unseres Handys, das uns nun seit letztem Samstag  gut navigiert, finden, scheint sogar noch etwas die Sonne.  Auch Pilger haben wir gesehen und vor allem die Pilgerzeichen, die den Weg zeigen. Tee aus der Thermoskanne zum Aufwärmen  gab es auch wieder, wie zum Anfang unserer Reise. Kalt genug war es ja auch inzwischen wieder,….

Und wir haben, seit wir wieder in Spanien sind, Zeitumstellung und brauchen uns nicht mehr zu wundern, dass die Sonne hier erst 8:20 Uhr aufgeht: hat alles seine Richtigkeit . 😉👍

Der Zeltplatz in Santiago liegt nur drei Kilometer vom Zentrum entfernt und so ziehen wir noch los, wie echte Pilger natürlich zu Fuß. Ich bin schon sehr auf die Atmosphäre hier gespannt,…. Und wir beide haben auch einige Bücher vom Jakobsweg gelesen.

Santiago ist das religiöse Zentrum Spaniens, die Stadt, in der alle Pilgerwege (auch der, der durch Ulm führt und den ich schon einige Kilometer mit dem Rad gefahren bin) zusammenkommen.

Ja, so einen Pilger- oder Wanderweg würde ich auch gerne mal machen bzw es mal ausprobieren. Erst mal reizt mich da die Strecke von München zum Bodensee – einfach losgehen und sich überraschen lassen, nette Begegnungen haben, Begrenzungen hinter sich lassen, …. Mit dem Rad habe ich das im Allgäu schon probiert und es war super.

Aber ist es nicht eigentlich dasselbe, das wir jetzt schon tun?  Nur haben wir jetzt noch den großen Vorteil, vor Regen und Kälte geschützt zu sein, unser Heim dabei zu haben: einen Ort zum Kochen und Schlafen.  Ich genieße es sehr, jeden Tag neue Eindrücke und Begegnungen zu haben, gespannt zu sein, wo man überall vorbeikommt, was man unternimmt, wo man sowohl nette Plätze als auch einen Übernachtungsplatz findet, wie die Gegend so aussieht, wen man alles so trifft, mit wem man auf dem WEG ins Gespräch kommt,…..ist das nicht auch ein „Camino“? Der Weg zu sich selber?



 

Aber nun zurück nach Santiago: im 9. Jahrhundert entdeckte man hier anscheinend das Grab des Apostels Jakobus des Älteren und so wuchsen die Pilgerströme hierher in die Millionen. An den Wegen hierher siedelten sich Mönche an, die die Pilger versorgten. Und dankbare Pilger stifteten zum Teil große Geldbeträge: so konnten Kloster gegründet werden, Kirche und Hospize gebaut werden. Auch Santiago kam zu Reichtum, und den sehen wir noch heute in den großartigen Bauwerken der Stadt- so wie in der Kathedrale. Sie ist riesig, gut mit Gold gefüllt und  hat viele Kapellen, in denen, als wir da waren, auch kleinere Messen stattfanden.

Nach dem Besuch der Kathedrale schlendern wir noch gemütlich durch die bezaubernde Altstadt mit ihren vielen Gassen und all den alten Gebäuden, die bestimmt viele und lange Geschichten aus alter Zeit berichten könnten. Und natürlich  lassen wir noch die Atmosphäre in einem netten Café ( das zwar kunterbunt, aber sehr gemütlich mit Stühlen und Sofas eingerichtet ist) bei einem Kaffee nachklingen, bevor wir dann wieder – natürlich zu Fuß, wie ein echter  Pilger – zurückgehen.

Und für alle, die es interessiert, hier ist der Sonnenuntergang erst um 22 Uhr.

 

 

27.03.2016 Afife – Caminha (10km)

Das Wetter ist recht gut, sogar sonnig und wir machen nach einem gemütlichen Frühstück einen ausgedehnten zweistündigen Strandspaziergang bzw. eine „Strandentdeckungstour“. Es ist gerade Ebbe und so können wir an den Felsen und Felsnadeln, die am Strand liegen, herumklettern und könnten sogar – wenn wir jetzt einen Eimer dabei hätten – Muscheln von den Felsen ernten. Die Sonne, das Rauschen des Meeres, der typische Geruch, die kreischenden Möwen über und neben uns und wir da mitten drin – wir genießen es und sind sehr dankbar für all das Wunderschöne, das wir hier gemeinsam erleben.

Zurück am Wohnmobil wird gekocht – klar Peter macht das 😉 – heute gibt es ein leckeres und schnelles „Ostermenü“, Milchreis und Mangomus. Und davor eine chinesische Tütchensuppe.  Das mögen wir, dieses Unkomplizierte! Das essen und tun, worauf man Lust hat – auch wenn ein großer Feiertag ist. Und das geht am Leichtesten im Urlaub. 👍😀

Ich geh dann nochmals die paar Meter zum Strand, nehm mein Klappstühlchen mit und ein Buch, lese, schaue und genieße. In der Zwischenzeit aber gut mit dickem Pulli und sogar Mütze ausgerüstet. Es windet nun doch recht ordentlich. Die Flut kommt auch und ich muss mich am Strand immer weiter zurückziehen. Das zeigt mir, wie doch alles in Bewegung ist. Nicht nur hier am Strand, auch im täglichen Leben: man bekommt immer neue Einblicke und Einsichten, versteht immer mehr und besser (auch sich) und verändert sich – und dadurch lässt man Vergangenes hinter sich . So auch die ungute Erfahrung in Porto. Was nützt es auch sich dadurch runterziehen zu lassen, enttäuscht von den Portugiesen zu sein, nun solche Art von Reisen nicht mehr zu tun?

Nein, die Portugiesen haben wir als sehr freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt und dies lassen wir uns durch die „Verfehlung“ eines Einzelnen nicht nehmen. Genau so wenig wie unsere Freude . Und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich entdeckt habe, dass ich diesen Blog nun auch mit meinem Handy weiter schreiben kann. Das mit dem Einstellen von  Bildern klappt nun zwar nicht so, aber es wird dann eben von daheim aus nachgeholt. 👍

Gegen Abend starten wir nun doch noch und steuern den zehn Kilometer entfernten Campingplatz in Caminha am Rio Minho an – es ist ein äußerlich sehr schöner, wenn auch sehr teurer „Orbitur-Platz“ (portugiesische Campingkette) – aber zum Weiterfahren ist es uns inzwischen zu spät.


 

 

 

26.3.2016 Vila do Conde – Afife

Der ausgewiesene Stellplatz war recht eng und in der Nacht von der Straße und der Bahn her sehr laut. Da bevorzugen wir normalerweise doch  einsamere und ruhigere Plätzchen. 😊

Auf einen Stadtbummel hatten wir bei dem schlechten Wetter noch keine große Lust, und so zogen wir nordwärts weiter, immer am Meer entlang bis Apulia. Hier stehen noch die Reste von fünf steinernen Windmühlen auf einem Dünenkamm. Dann gibt es hier eine sehr moderne Kirche mit einem geschwungenen Dach und am Meer schließlich viele, viele Restaurants. Das macht natürlich Hunger und so parkten wir am Strand mit Sicht auf die Dünen und das Meer und brutzeln in unserer Bordküche. Peter war für den Lachs und die Kartoffeln zuständig und ich für  den Salat. Lecker war es! Danach machten wir es uns noch gemütlich und ich holte meine Stifte raus und versuchte die Stimmung und Atmosphäre am Meer damit einzufangen. Aber das braucht wohl noch Übung. Da erinnert mich mein Bild eher an meine Schulzeit als an eingefangene Atmosphäre. Na ja, ich versuche es – wenn ich Lust dazu habe – einfach weiter. 😉 Vielleicht wird es ja noch was,…….

Durch das sogenannte „Granitgebiet“ führte dann unser Weg: in all den Dörfern lebt man vom Stein – die Produkte der Steinmetze sind überall zu sehen.

Wir steuerten noch etliche Plätze an, von denen unser Reiseführer berichtet und die wir oft auf abenteuerliche Weise – nun ja leider ohne Navi – gefunden haben: schöne Sandstrände, hohe Dünenberge, viel Grün,….

Nachdem wir noch die ein kilometerlange Eiffelbrücke in Viano do Castelo überquert haben, finden wir einen Stellplatz für die Nacht in Afife: hier sollte es laut Beschreibung auch Wifi geben, aber da alle Einrichtungen an dem Strand (wie auch an vielen anderen zuvor) noch geschlossen hatten, gab es eben keins. (Punkt!)

Aber dafür kam die Sonne noch raus, kaum dass wir DA waren und bescherte uns einen wunderschönen Sonnenuntergang. Na, wenn das nichts ist?

Die Nacht verbrachten wir auf dem Platz neben  einem Paar aus Spanien


25.3.2016 Furadouro – Vila do Conde

Es geht wieder ein Stück weiter nordwärts. Heute ist Porto dran. Vorher noch kurz zum Lidl und zum Media Markt. Und schon sind wir in Porto. Leider sind alle Stellplätze, die wir anfahren schon voll. Aber wir finden  trotzdem was in Vila Nova de Gaia, (liegt gegenüber von Porto – und erinnert uns an die Lage von Ulm und Neu-Ulm, die auch nur durch einen Fluss, bei uns  die Donau getrennt sind).  Der Parkplatz ist zentral gelegen. Wir stärken uns noch und los geht es. Und wir sind total von der Stadt begeistert, das hätten wir nie und nimmer vermutet. Sind begeistert von dem tollen Blick auf Porto von hier aus,  von den vielen imposanten Brücken (eine davon ist von Herrn Eiffel  und die andere von seinem Schüler)  und den davor liegenden alten Frachtkähnen, mit denen früher der junge  Portwein von den Hängen des Douro nach Vila Nova de Gaia zur Weiterverarbeitung transportiert wurde. Es ist bergig hier oder besser gesagt recht hügelig. 

Die imposanten Brücken sind schon  gewaltige Metallgitterkonstruktionen: unten fahren Autos und laufen Fußgänger und oben verkehrt die Straßenbahn.

Und hier in der Doppelstadt


pulsiert das Leben: viele Menschen, Marktstände, Cafés – ein fröhliches Miteinander hüben und drüben des Douros. Wir lassen uns mittreiben, gehen Gässchen hoch und runter, genießen bei einem Café ( der hier das Doppelte wie gestern kostet) die Atmosphäre. Die Bahnhofshalle ist innen wunderschön ganz mit Azulejos ausgekleidet  – mit den unterschiedlichsten Bildern und Motiven.

Natürlich werfen wir auch einen kurzen Blick in die Portwein-Keller und sehen all die aufgestapelten Holzfässer, in denen der Wein jahrelang reift.

Gut gelaunt machen wir uns auf den Heimweg und umso größer ist unser Entsetzen: unser Wohnmobil wurde aufgebrochen und vieles an Wert ist gestohlen worden. Wir erstatten natürlich Anzeige bei der Polizei, die uns sehr freundlich begegnet und alles aufnimmt was fehlt.

Dann – es ist inzwischen nach 20.00 Uhr – setzen wir unsere Fahrt zum nächsten Stellplatz (30 km) nach Vila do Conde fort.

Klar, wir haben uns geärgert, waren sauer und auch traurig über den Einbruch und konnten  bzw können es nicht verstehen. Aber hilft das weiter? Auch alles „hätte oder wäre“ bringt da nichts. Peter ist da sehr klar und hat mir geholfen, vorwärts zu schauen und zu vertrauen, dass es auch hier eine Lösung geben wird.

25.3.2016 Furadouro – Vila do Conde weiterlesen

24.03.2016 Furadouro

24.03.2016 Furadouro

Der Tag beginnt wie der vorherige aufgehört hat: mit unserem Reiseblog!

Ich bin schon halb acht auf, mache mir mein Käffchen und schreibe – gemütlich ist das! Peter schläft aus, bis um 9:00, dann frühstücken wir und entschließen uns auf Grund des guten Wetters heute (das morgen scheinbar erst mal vorbei sein soll) noch einen weiteren Tag hier auf dem Zeltplatz dran zu hängen. Und bald darauf ziehe ich los ans Meer, in meine geliebten Dünen, bepackt mit einem Buch, was Ess- und Trinkbarem und einer Standmatte. Ich genieße hier mit toller Aussicht aufs Meer und den Strand, aber dennoch geschützt in den Dünen liegend, die Sonne und die Wärme und bin unendlich dankbar, so eine tolle Reise zu erleben, hier sein zu können,….

Furouro_Dünen_Buch_Blog

Furouro_Dünen_Blog

Furouro_Dünen_Jette_Blog

Peter besucht mich ein paar Stunden später in den Dünen: er war fleißig und hat unsere Unmenge von Bildern, die wir bisher schon gemacht haben sortiert – er hat da eine unendliche Geduld, echt bewundernswert!

Wir gehen gemeinsam noch in ein kleines Café im Städtchen und bekommen heute für 4 Euro zwei leckere Cafés und zwei süße Stückchen. Eingekauft wird auch noch was und daheim – na, ihr könnt es euch denken, ist der Blog wieder dran, was uns aber Spaß macht – bis auf das Internet, das noch sehr langsam ist, …..

23.03.2016 Furadouro

Wir entschließen uns, noch eine Nacht hier zu bleiben. Es ist herrlichstes Wetter: also dürfen unsere Räder mal wieder aus ihrer Garage raus! Gleich vom Zeltplatz weg führt ein wunderschöner Weg durch Pinienwälder ins nächste Örtchen (6 km).

Kirche gefliest (!)
Kirche gefliest (!)
kleine Kirche am Weg
kleine Kirche am Weg

Hier finden wir eine nette Bar, viele Einheimische und wir lassen uns ein Käffchen schmecken. Schön ist es – warm, sonnig, das Meer vor uns und wir sitzen sogar auf dem Stuhl im Sand!

Pause bei unserer Fahrradtour
Pause bei unserer Fahrradtour
im Strandcafé
im Strandcafé

Erst gegen Nachmittag ziehen wir weiter und entdecken hier neben vornehmen Häusern auch viel Armut und sogar ein Armen-Viertel.

Den Abend verbringen wir – natürlich erst mal mit Sonnenuntergang in den Dünen (obwohl es abends recht kalt ist) und dann mit dem Reiseblog. Erst nach 23:00 hören wir für heute auf! Gute Nacht!

Sonnenuntergang :-)
Sonnenuntergang 🙂
Jette am Strand - genießt den Sonnenuntergang
Jette am Strand – genießt den Sonnenuntergang

22.03.2016 Costa Nova – Furadouro (100 km)

Heute ist Aveiro – einst von Römern als Hafenstadt gegründet – dran: das Venedig Portugals, darauf freute ich mich schon sehr, denn Venedig ist eine meiner Lieblingsstädte. Ablagerungen vom Rio Vouga bildeten nach und nach die verzweigte Lagune rund um Aveiro, „Polyp“ genannt. Ein Parkplatz ist recht schnell gefunden und Aveiro? Na ja, ganz nett, aber bei weitem nicht das, was ich mir mal wieder vorgestellt hatte.

Eine nette Modifikation des Stop-Schildes
Eine nette Modifikation des Stop-Schildes

Wir finden aber ein sehr nettes kleines Lokal am Kanal und lassen uns erst mal bei strahlendstem Sonnenschein ein Süppchen (Peter: Gemüse, ich Fisch) schmecken, und probieren hinterher noch den landestypischen Pudding (total süß, mit Nüssen und Rosinen).

Gondel wartet auf Einsatz
Gondel wartet auf Einsatz
Gondel am Liegeplatz
Gondel am Liegeplatz
Aveiro's Gondeln sind ein wenig größer. als die Originale in Venedig
Aveiro’s Gondeln sind ein wenig größer. als die Originale in Venedig…
...größer und mit Motor...
…größer und mit Motor…

Weiter geht die Fahrt, ganz um Aveiro rum (unser Navi führt uns manchmal schon seltsame Wege), durch nette kleine Straßendörfer, viel Grün und schließlich über eine große Brücke über den „Polyp“ (die Verzweigungen des Ria de Aveiro) in ein Naturschutzgebiet mit vielen Dünen um Sao Jacinto. Es ist wie eine Landzunge: auf der einen Seite ist das offene Meer, auf der anderen Seite die riesige Lagune. Überall sieht man kleine Boote mit Fischern und Anglern, Bug und Heck der Boote (Moliceiros genannt) sind meist farbenprächtig bemalt. Früher dienten sie in erster Linie dazu, Tang zu fischen und den, getrocknet als Dünger zu verkaufen.

Fischerboote in der Lagune
Fischerboote in der Lagune

Einen schönen Übernachtungsplatz finden wir hier – zwischen der Lagune und dem Meer – aber leider nicht (oder sind wir schon zu sehr verwöhnt?) und so checken wir auf dem Campingplatz in Furadouro, der fast direkt am Meer liegt, ein. Hier haben wir Wifi, sogar im Wohnmobil und wollen das für den Reiseblog nutzen. Auch die sanitären Anlagen sind ganz in Ordnung.

ausrangiertes Ausstellungsstück in den Dünen
ausrangiertes Ausstellungsstück in den Dünen

21.03.2016 Barra – Costa Nova (60 km)

Die Lage am Kanal mit Sicht auf den Leuchtturm ist recht nett, aber wir wollen nun heute noch zum Praia de Mira. Es geht gut 25 km an der Lagune entlang, durch kleine verschlafene Örtchen und viel Natur. Rechts das Meer, links die riesengroße Lagune. Ich hatte gehofft, in Praia de Mira einen Platz zu finden, wo ich mal wieder Kajak fahren könnte, aber so recht gefällt es uns hier – trotz See und einem kleinen Kanal – nicht. Oder hatte es mir schon zu gut in Costa Nova gefallen? Das war der erste Ort, durch den wir am Morgen durchgefahren sind: hübsch gestrichene Häuser – waren früher Fischerboote – und ein netter Platz zum Übernachten.

Häuser in Costa Nova
Häuser in Costa Nova
Dünen...
Dünen…
Dünen...
Dünen…

Also gehen wir noch einkaufen und fahren nach Costa Nova zurück. Den Nachmittag verbringen wir am Strand und erkunden mit dem Rad etwas die Gegend. Der Himmel wird schwarz, wir sind rechtzeitig „daheim“ und bewundern einen wunderbaren Sonnenuntergang und einen Regenbogen: bei so viel Schönheit weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Draußen sieht es vorübergehend so aus:

Sonnenuntergang Westseite
Sonnenuntergang Westseite
"Weltuntergang" Westseite
„Weltuntergang“ Westseite
Jette auf der Düne beim Sonnenuntergang
Jette auf der Düne beim Sonnenuntergang

Den Abend nutzen wir, um unsere Bilder für den Reiseblog zu sortieren.

20.03.2016 Coimbrao – Coimbra (170 km)

Für heute gibt es einen Plan!
Also starten wir bereits halb elf und sind um zwölf in Coimbra: einen Stellplatz finden wir schnell, laufen kurz über die Fußgängerbrücke über den Rio Mondego und sind schon fast in der Fußgängerzone.

Blick auf Coimbra
Blick auf Coimbra

Hier haben wir vom letzten Campingplatz den Tipp bekommen, gleich neben der Kirche ins älteste Café zu gehen – wir freuen uns schon drauf, aber leider hat es geschlossen. Schade, denn es wirkt recht gemütlich. So laufen wir durch das ehemalige arabische Stadttor, den Arco de Almedina zum Kern der Altstadt. Viele große Stufen, kleine Gässchen, die vorbei an Kunstgewerbeläden führen zum Bischofspalast und den Universitätsgebäuden. In einem kleinen Café mit Holztischchen und Holzstühlen genießen wir bei einer sehr netten Bedienung einen Kaffee.
Gegenüber gibt es ein Fado-Zentrum, aus dem Musik an unser Ohr dringt.

Fado-Instrument
Fado-Instrument

In einer der unzähligen Kirchen hat Jette dann noch einen merkwürdigen Altar-Ersatz entdeckt – erkennt ihr das auch auf dem Bild ?

Altar als Treppe (zum Himmel ?)
Altar als Treppe (zum Himmel ?)

Weiter unten können wir in einer Bäckerei den Leckereien aber doch nicht widerstehen und kaufen noch einiges für den Nachmittagskaffee ein.

Auslage in der Pastelaria
Auslage in der Pastelaria

Richtig begeistert sind wir dann aber wieder von der Natur, einer „exotischen Sehenswürdigkeit ersten Ranges“, die gleich ganz nah an unserem Parkplatz ist: Hinter einem Golfhotel ist ein Park mit Teichen, Quellen, riesengroßen Bäumen – und der Höhepunkt hierin ist ein riesenhafter Gummibaum, dessen Wurzeln bereits über der Erde eine Fläche von über 100 qm einnehmen. Und der Bambus ist armdick und überragt das Hoteldach.

Riesen-Gummibaum
Riesen-Gummibaum
Riesen-Bambus
Riesen-Bambus

Anscheinend spielte sich in dem Park eine tragische Liebesgeschichte ab…

Weiterhin fanden wir im Park einige Bäumchen, die mit verschiedenfarbigen und verschiedenartigen „Ties“ geschmückt waren (tie a yellow ribbon round the old oak tree – wer das Lied noch kennt…).

Mit Bändern "verzierter" Baum
Mit Bändern „verzierter“ Baum

Bei uns geht es dann durch ein dichtes Waldgebiet, das hautsächlich aus Pinien und Eukalyptusbäumen besteht, in die Natur: hoch hinauf in den Wald von Bucaco. Hier gedeihen sage und schreibe über 700 verschiedene Pflanzenarten, darunter 300 exotische. Und das Ganze ist von Quellen und Wasserfällen aufgelockert und in der Mitte stehen auch noch ein Märchenschloss (erst 1907 gebaut) und das Kloster, das die Karmelitermönche 1628 hier gegründet haben.

Quelle
Quelle
Schloss
Schloss

Sie lebten in einem 400 ha großen Gelände mit einer 5 km langen 9-torigen Mauer, legten Grotten, Teiche und Brunnen an und einen wunderschönen Park, denn die portugiesischen Seefahrer brachten den Mönchen von ihren Reisen exotische Samen und Pflanzen mit.

Magnolienbaum
Magnolienbaum

Klingt das nicht super? Uns gefällt es – trotz anfänglichen Regens – sehr gut und wir staunen vor allem wieder mal über die wunderbare Natur. Ich merke, das ist meins, da bin ich glücklich!

Blick aus dem Klostereingang
Blick aus dem Klostereingang

Erst nach 19:00 fahren wir weiter, begleitet von einem herrlichen Abendrot am Himmel.

Abendstimmung in Bucaco
Abendstimmung in Bucaco

Unser Ziel für heute war der Praia da Mira; aber wir sind aus Versehen auf die Autobahn geraten, konnten nicht mehr rückwärts raus und mussten dann bis zur nächsten Ausfahrt 22 km weiter nordwärts, fast bis Aveiro. So übernachten wir bei vielen „Wohnmobil – Freunden“ am Kanal in Barra: vor uns Autos und hinter uns Schiffe. Aber wir schlafen gut.

19.03.2016 San Pedro de Muel – Coimbrao (15 km)

19.03.2016 San Pedro de Muel – Coimbrao (15 km)

Schon früh stehe ich auf und laufe noch am Strand entlang: solche Stellplätze, die direkt am Strand liegen, liebe ich besonders – wer hätte es gedacht?

der Strand - hier standen wir für eine Nacht
der Strand – hier standen wir für eine Nacht
der Leuchtturm
der Leuchtturm

Wir fahren weiter – durch endlose Pinien- und Eukalyptuswälder (es riecht herrlich, selbst im Wohnmobil) und sind schon früh auf dem netten kleinen Campingplatz, der von einem deutschen Ehepaar schon seit über 25 Jahren geführt wird. Wir fühlen uns gleich sehr wohl hier und machen es uns erst mal gemütlich. Inzwischen scheint die Sonne auch schon wieder und wir packen unsere Stühle aus und natürlich die Fahrräder. Peter schafft es, seins zu reparieren und so starten wir am Nachmittag zu dem kleinen idyllisch gelegenen Waldsee (Lago de Ervedeira), der nur 6 km entfernt ist. Herrlich liegt er in Wälder eingebettet, hat sogar einen Sandstrand und man hört die Frösche quaken. Dazu gibt es einige Leckereien, die wir noch in der Pastelaria eingekauft hatten.

Weiter geht es in den nächst größeren Ort nach Monte Real. Eigentlich dachten wir hier etwas Fleisch für abends zu besorgen, aber der kleine Laden hatte nichts da. So bleibt halt die Küche kalt. Und leider stört gerade heute auch ein größerer Baum unseren Fernsehempfang und es wird nichts mit dem Krimi „Milchgeld“, der im Allgäu spielt.

18.03.2016 Nazaré – San Pedro de Moel (100 km)

Zehn Stunden – in fast völliger Einsamkeit, direkt am Strand, mit gewaltigem Meeresrauschen – habe ich grad ge- oder verschlafen(?). Nun aber auf, erst mal runter aus dem Alkoven und Wasser aufsetzen, PC raus, schreiben und ein Käffchen dazu trinken – und natürlich ganz wichtig, das Meer beobachten. Peter schläft noch. Inzwischen regnet es – schade, da hat meine WetterApp doch Recht gehabt. Und für die kommenden Tage prophezeit sie auch nichts Gutes. Aber wir haben vor, mal in Ruhe zu Decathlon zu gehen: Peter braucht Turnschuhe, sein Fahrrad einen neuen Schlauch und vielleicht finden wir ja nochmals irgendwo IKEA? Und „für zuhause“ haben wir auch noch genügend Arbeit!

Bisher hatten wir ja auch wirklich unglaublich schönes Wetter,….. Ja, EIN wunderbarer Monat mit unglaublich schönen Momenten, Landschaften und Begegnungen liegt schon hinter uns. Bleibt uns, uns auf den nächsten zu freuen,……Ja, im Jetzt zu sein, das Jetzt zu genießen.

Nur gut, dass ich gestern Abend noch den Strandspaziergang gemacht habe, denn inzwischen schüttet es. Ja, das habe ich mir in letzter Zeit angewöhnt, Dinge, die ich gerne tun möchte, GLEICH zu tun und sie nach Möglichkeit nicht zu verschieben. Wie oft bin ich früher durchs Aufschieben „zu spät“ gekommen,…;-)

Wir starten ins Landesinnere, entdecken einen Wegweiser nach Fatima – und folgen ihm. Zuerst kommen wir noch in Batalha vorbei. Es soll der wohl schönste und größte Kirchenbau Portugals sein.

Kirche von außen (bzw. ein Teil, da unser Weitwinkelobjektiv nicht ausgereicht hat...)
Kirche von außen (bzw. ein Teil, da unser Weitwinkelobjektiv nicht ausgereicht hat…)
riesiges Kirchenschiff in Batalha
riesiges Kirchenschiff in Batalha

Und weiter geht es durch kleine Dörfer und eine Hügellandschaft, auf denen noch Reste vieler Windmühlen, die aus Kalkstein gemauert sind, stehen. Wir entdecken bei Fatima eine wunderschöne Tropfsteinhöhle, Gruetas da Moeda und kommen rechtzeitig, um uns auch gleich an einer Führung anschließen zu können. Wir bekommen die Informationen von einem sehr netten jungen Führer auf englisch, die Familie, die noch dabei ist, auf portugiesisch. Über mehrere Etagen geht es bis zu einer Tiefe von 45 Metern, begleitet vom Rauschen sprudelnder Bäche und leiser Musik. Wir lassen uns regelrecht von der Pracht, die das aushöhlende und wieder formende Wasser geschaffen hat einfangen und sind ganz begeistert.

In der Höhle Gruetas da Moeda lauert ein (Stein-) Krokodil
In der Höhle Gruetas da Moeda lauert ein (Stein-) Krokodil
wunderschöne Stalagtiten und Stalagniten
wunderschöne Stalagtiten und Stalagniten

Fatima ist eine größere Stadt mit unendlich vielen Hotels. Ursprünglich wurde dort mal eine kleine Kapelle gebaut, als am 13.5.1917 drei Hirtenkindern die Mutter Gottes erschienen war und darin Kranke für die Erlösung von ihren Leiden beteten.

die "Gründer" der Kirche von Fatima
die „Gründer“ der Kirche von Fatima

Jetzt steht auf einem 150000qm großen Platz die neoklassizistische Basilika und gegenüber ein riesiges Auditorium. An Selbstbedienungsständen werden meterlange Kerzen angeboten.

Vorplatz der Kirche in Fatima
Vorplatz der Kirche in Fatima

Wir fahren schnell weiter nach Leiria und finden Decathlon, um unsere Einkäufe zu machen. Und dann geht es auf einen schönen Stellplatz in San Pedro de Muel, gleich neben dem Leuchtturm. Hier probieren wir noch die „berühmten“ Grillhähnchen der neben unserem Platz liegenden kleinen Gaststätte „Pai dos Frangos“ (Vater der Hähnchen).

17.03.2016 Nazaré

Kurz vor 12:00 ziehen wir wieder los, wollen uns den Ort noch anschauen und das schöne Wetter am Strand genießen. Mit herrlichem Blick vom Sitio Berg auf die Bucht von Nazaré lassen wir uns erst mal noch Lachs und Ratatouille schmecken; dann wandere ich zum Leuchtturm vor und bin weg von unendlich breiten menschenleeren Stränden, die sich sowohl nach Norden als auch in den Süden ziehen. Wir erkunden das Städtchen, das sehr touristisch ist und laufen von der Oberstadt in die Unterstadt hinunter. Hinauf lassen wir uns dann von einer Standseilbahn bringen. Immer wieder begegnen uns Fischerfrauen, die Tracht tragen.

Hurra! Wir haben den Platz direkt am Meer gefunden, den wir schon von oben gesehen hatten und können da auch stehen – keine Verbotsschilder und der Untergrund passt auch. Der Einfachheit halber hole ich unsere alten Stühle heraus, Peter macht ein Käffchen und wir genießen das Meer und die Sonne – und gegen später laufe ich noch für über eine Stunde am Strand entlang. Was für eine Power doch hinter den hier sich riesig auftürmenden Wellen steht, was sie bewegt – der Lärm, den sie machen – und wie schön sie dann am Strand auslaufen – das alles liebe ich unendlich,…und ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwann langweilig werden könnte,…..

16.03.2016 Foz do Arelho – Nazaré

Wir ziehen um die Mittagszeit gemütlich weiter; kommen aber nur zehn Kilometer voran! Da wartet bereits – für mich – das nächste Highlight!

Kurz vor San Marinho do Porto liegt Salir Do Porto: eine Traumlandschaft, die man am Besten von oben, indem man auf eine ca. 60 Meter hohe Riesendüne klettert, aus entdecken und bewundern kann. Oben sind noch herrliche Wege durch Dünen, überall blüht und duftet es; Vögel zwitschern – bei uns schien die Sonne und es war warm – und wir haben es genossen!

Weiter geht es, noch ein kurzer Zwischenstopp beim Intermarché und dann auf den Zeltplatz hinter Nazaré: er ist sehr schön angelegt und das Personal sehr freundlich. Die Duschen sind gewöhnungsbedürftig. Wir verbringen einen gemütlichen Tag hier, waschen und trocknen hier sogar unsere Bettwäsche – und grillen am Abend.

15.03.2016 Foz do Arelho

Es regnet und ist eisekalt – 11 Grad zeigt das Thermometer an!

Aber wir haben ja WLAN hier, wenn es auch langsam ist und so kümmern wir uns um unseren Reiseblog, den wir schon vor langer Zeit erstellen wollten.

Und gegen 13:00 ist es auch draußen wieder relativ schön und ich kann mich nochmals für gut 2 Stunden in mein Kajak setzen – es gibt hier unendlich viel zu entdecken. Peter packt seine Drohne aus und begleitet mich mit ihr ein Stück: sind tolle Aufnahmen dabei herausgekommen!

Später mache ich dann noch einen Strandspaziergang und bin einfach baff über die Schönheit und Wunder der Natur! Und die „Wunder“ meines lieben Mannes – denn als ich heimkomme, ist mein Kajak bereits wieder bestens im Wohnmobil verstaut!

Wir planen etwas für morgen, wollen weiter nach Nazaré, müssen mal wieder auf einen Campingplatz – die Duschen hier auf dem Stellplatz sind leider nur was für Hartgesottene und da zählen wir (noch) nicht dazu.

Und dann gucken wir natürlich noch unsere „Nonnen“ in der ARD an – 😉

14.03.2016 Foz do Arelho

Nachdem am Vorabend die meisten portugiesischen Wohnmobile wieder abgefahren sind (das Wochenende ist vorbei – die Arbeit ruft), wechseln wir den Platz und stehen nun direkt vorne am Strand. Das Wetter ist bestens und so kommt mein Kajak heute zum Einsatz! Ist das ein Traum, in der Lagune herum zu „schippern“.
Es gibt tiefe Stellen, denn auch Fischerboote sind draußen und die Fischer sammeln körbeweise Muscheln, entweder vom Boot aus oder im flachen Wasser stehend. Aber es gibt auch sehr viele flache Stellen und ich muss auch aufpassen, nicht aufzusitzen. Spannend ist das! Das Wasser ist recht ruhig, aber schon eine Stunde später wird es welliger: kein Wunder – natürlich gibt es auch hier Ebbe und Flut.

Bin ich froh, mir das Kajak im letzten Jahr geleistet zu haben: es ist genau meins: in Ruhe auf dem Wasser sein, die Vögel von hier aus zu betrachten und seinen Gedanken nachhängen,… so toll, dass Peter herausfand, dass es zerlegbare Kajaks gibt und dass er ein Gestell in die Garage unseres Wohnmobils baute, wo es verstaut werden kann. Und dass er immer dabei ist, mir zu helfen, es sowohl heraus als auch wieder hinein ins Wohnmobil zu bringen!

Den späten Nachmittag verbringen wir in einem netten Lokal direkt am Meer, die Sonne scheint und wir kommen noch mit einem Berliner Ehepaar ins Gespräch,……

13.03.2016 Foz do Arelho / Obidos

Heute erkunden wir die Gegend mal mit dem Rad: erst an der Lagune entlang und dann nach Obidos – dank Peters technischem Know How und seines Handys finden wir den Weg.

Obidos ist eine der schönsten mittelalterlichen Städte, umgeben von über 12 Meter hohen Zinnenmauern. In 40 Minuten kann man auf dem Wehrgang rund um die Stadt laufen –

Wir genießen diese Atmosphäre natürlich mit einem Käffchen und ein paar kleinen landestypischen Leckereien.

Weiter geht es zum Südufer der Lagune, des Lagoas de Obidos und wir kommen auf unserem Weg durch herrliche Eukalyptuswälder, durch landwirtschaftlich betriebene Flächen und durch kleine Örtchen und sind wieder mal sehr froh, E-Bikes zu haben. Schließlich haben wir das Ende der Lagune erreicht und nur gut 1 Kilometer Luftlinie trennt uns noch von unserem Wohnmobil – wenn da nicht dieser Fluss wäre. Und so bleibt uns nichts anders übrig als den Umweg über 10 km um die Lagune wieder zurückzufahren, natürlich wieder hoch und runter! Aber der Akku reicht und schließlich waren es über 50 herrliche km, die wir bestimmt nicht missen möchten.

12.03.2016 Lourinha – Foz do Arelho

Es ist wunderschön hier und ich erkunde noch etwas die Gegend, bevor wir auf die Halbinsel nach Peniche (ca. 20 km) aufbrechen. Der Zugang nach Peniche erfolgt durch Festungsmauern und wir steuern erst den nördlichsten Punkt und natürlich den Leuchtturm an: hier ist Steilküste aus Kalkstein, ein riesiges Felsenchaos mit tiefen Schluchten zwischen den Felsenschloten, auf denen wir auch Kormorane sitzen sehen. Herrlich! Auf dem Weg zurück entdecken wir einen Fischverkauf und ich besorge einige Leckereien, die wir dann gleich am nächsten Plätzchen mitten auf den Felsen unter dem Geschrei der Möwen und dem Tosen der Brandung genießen.

Weiter geht es dann zum nächsten Stellplatz: ich gebe die Koordinaten ein und wir lassen uns führen: durch Eukalyptuswälder hindurch, über Obidos bis zum Foz do Arelho. Der Stellplatz erschreckt uns erst, so voll ist er. Aber die Landschaft ist so schön: ein unglaubliches Panorama – Dünen über Dünen und eine riesige Lagune. Wir checken ein, zahlen unsere 3 EURO pro Nacht und finden wenigstens einen Platz am Rand. Dann erkunden wir die Landschaft und sind beide begeistert – vor uns die Lagune mit vielen Sandbänken vor der Mündung ins Meer. Je nach Stand der Gezeiten fließen Bäche oder auch Ströme zwischen den Sandmassen meer- oder landwärts. Beeindruckend, dass dann auch noch von oben aus und bei solch herrlichem Wetter zu sehen!

11.03.2016 Lissabon – Lourinha

Gegen 11:00 sind wir mit allem fertig und starten vom Campingplatz in Lissabon in Richtung Norden. Als wir etwas später IKEA sehen, können wir – trotz schönstem Wetter – nicht widerstehen und – es hat sich gelohnt: wir sind um ein paar Kleinigkeiten und auch um ein gutes günstiges Essen (unter Einheimischen) reicher. Da wir in Sintra und am westlichsten Punkt Europas, dem Cabo da Roca schon vor zwei Jahren waren, fahren wir über Landsträßchen und mitten durch eine wunderschöne Natur, gespickt mit Windmühlen und blühenden Blumen nach Lourinha zum Praia da Areia Branca: wir finden einen Stellplatz – ohne andere Wohnmobilisten – direkt am Strand und genießen einen gigantischen Sonnenuntergang. Der Krimi im ZDF folgt, jedenfalls der erste – und dann mache ich mich noch an meine Hausaufgaben für meine Fortbildung, die Ende April in Berlin stattfindet.

07.03.2016 – 10.03.2016 Lissabon

Wir genießen vier wunderschöne Tage im herrlichen Lissabon: laufen viel durch die Stadt, durch alle möglichen Bezirke, hoch und runter. Fahren natürlich öfter mit der alten Straßenbahn Linie 28. Sitzen an Kiosken, lassen uns dabei Kaffee, Tee und was Süßes und auch herzhafte Quiches schmecken und genießen Menschen und die Atmosphäre, das Gebimmel der Straßenbahn, die Tauben.

Ganz draußen in „Oriente“ waren wir gleich am 1. Tag, denn der Bus, der direkt am Campingplatz abfährt, brachte uns direkt dahin – und so konnten wir nicht widerstehen, uns die riesige Shopping-Mall auch etwas von innen anzusehen – zudem das Wetter nicht ganz so toll war. Dann bummelten wir durch dieses Gelände, das zur Expo gebaut wurde und fuhren trotz starkem Wind mit der Seilbahn.

Ein weiteres Highlight war gleich am Montagabend unsere Einladung von Katrin ins Hardrock-Café, in dem wir gemütlich saßen und uns die Hamburger schmecken ließen. Unsere Heimfahrt dauerte dann auch entsprechend lange: 2 Stunden, denn wir waren im falschen Bus gelandet (laut Aussage des Touristenbüros!). Aber wir sind entspannt, finden den richtigen und den letzten Bus an dem Tag und sind dann gegen 23:00 Uhr wieder „daheim“.

Am Donnerstag bringen wir Katrin dann am Nachmittag zum Flughafen: sie fliegt nach Berlin, wo sie mit ihrem Freund noch ein paar Tage verbringt und seinen Geburtstag feiert.