Samstag, 17. September

Der Stellplatz war wohl früher mal ein Zeltplatz mit großen Flächen gewesen – nun standen nur noch zwei Wohnwagen hier, alles war verwaist und auch im Haus war niemand zu finden. Unsere Nachbarn meinten, die Besitzerin sei krank – und so warfen wir ihr den Betrag für die Nacht mit einem netten Schreiben in den Briefkasten….. und zogen weiter, natürlich Richtung Norden.
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Für heute hatten wir uns den größten englischen Nationalpark, den Lake District vorgenommen und da sollte es am Meer in Ravenglass auch einen Zeltplatz geben: das wäre super – wir hatten mal wieder einiges zu waschen und unsere Webseite weiter zu bearbeiten (dazu brauchen wir Wifi).
Doch vorher ging es in das kleine Städtchen Ulverston: hier hatte ich für Peter (oder eher für mich?) eine besondere Überraschung: ich lachte mich schon vorher „kringelig“ und freute mich riesig – hatte ich doch früher als Kind die Filme mit „ihm“ besonders geliebt! Hier in Ulverston gibt es nämlich ein „Stan Laurel Museum“ – einen Kinoraum mit alten Kinosesseln und zwei Ausstellungsräume mit vielen Erinnerungsstücken, Fotos, Figuren und auch Kitsch an „Dick und Doof“. Das Museum ist natürlich in dem Ort, da Stan hier geboren wurde.


Da schönstes Wetter ist, lassen wir uns noch eine Kleinigkeit in der Fußgängerzone schmecken, bevor es zu dem Zeltplatz geht. Wir durchfahren eine wunderschöne Landschaft mit vielen grünen Bergen und einigen Seen.
Der Zeltplatz war trotz Nebensaison ausgebucht, aber der nette Chef hatte uns doch noch ein Plätzchen: super! Ihr könnt es euch bestimmt denken, dass ich dann erst mal wieder loszog, um die Gegend zu erkunden?!
Der kleine Ort Ravenglass liegt an der Mündung einiger Flüsse und besteht aus einer einzigen Straße. Als früher noch die Römer hier weilten, war der Ort ein wichtiger Hafen. Heute liegen nur kleine Fischerboote in der versandeten Mündung. Dahinter erstreckt sich ein riesiges Dünengebiet, das Nistplatz Tausender von Möwen sowie der seltenen Seeschwalben ist. Wenn ich nur in dieses Gebiet käme? Da bleibt wohl nichts, als ganz außen herum zu fahren,….. schade, denn dafür ist es heute bereits zu spät. Aber auch von dem Hafen, der im Trocknen liegt, bin ich ganz begeistert und maxche Fotos über Fotos, bevor ich dann kurz nach Sonnenuntergang ins Wohnmobil zurückkehre – und mit Peter weiter an der Webseite bastle.
Es war eine wunderschöne und für mich einmalige Stimmung am „Meer“ – das heißt, eigentlich – da ja Ebbe war, im unendlich langen und breiten Sandbecken. Steine, Tang, viele Vögel, die zwitschernd und auch kreischend durch diese Landschaft flogen, der Geruch oder eher Gestank nach Fisch und Meer, die tolle Stimmung, die sich auch durch die Sonne, die durch die Wolken schien, ergab: alles in allem eine fast mystische Atmosphäre – ganz, ganz toll und empfehlenswert!

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