Samstag, 24. September

Nach dem Frühstück und einer kleinen Runde um den Hafen entdecke ich Kormorane, die wie nebeneinander aufgereiht auf den Felsen sitzen. Und dann komme ich noch an einem Haus vorbei, das heute Trödel verkauft: ich entdecke natürlich auch etwas: eine süße altertümliche Tasse mit Rosen drauf. Die muss mit, für meinen 5 o`clock tea!



Es geht weiter, wieder ohne Regen und die Strecke wird landschaftlich interessanter, jedenfalls erst einmal. Viel Wald gibt es hier, kleinere Berge, viele schöne Blicke aufs Meer. Die Straßen werden immer leerer, sind aber angenehm breit und gut zu fahren.
In Wick, der letzten etwas größeren Stadt vor dem „Ende Schottlands“ machen wir Pause, gehen in einige Läden und man staune: in eine Bäckerei!
Bäckereien haben wir bisher selten gefunden, drum setzen wir uns gleich hinein und holen uns erst was Herzhaftes und danach noch was Süßes. So was von süß aber auch, dass wir nicht mal unsere zwei kleinen Stückchen schaffen…


Ein Touristenbüro finden wir auch noch und darinnen wertvolle Broschüren und Tipps, von denen wir gleich einen, nachdem wir bei Tesco fürs Wochenende eingekauft haben, umsetzen: wir fahren zum Noss Head, denn hier soll es neben einem alten verfallenen Castle auch noch Papageientaucher geben! Nichts wie hin also! Nach ein paar Umwegen erreichen wir auch den Parkplatz, bekommen auch einen und ziehen los,…. Ein paar Meter stehen uns schon noch bevor. Auf halber Strecke dann erwischt uns eine dunkle Wolke und wir werden klatschnass – kein Wunder, denn die Regenhosen und Peters Regenschutz für den Rucksack liegen ja auch trocken und gut verpackt im Wohnmobil. Wenigstens haben wir unsere Regenjacken an! Das Castle finden wir dann, auch die Steilküste, aber Papageientaucher (Puffins)? Keine Spur, nur ein paar Möwen sichten wir. Zwei Tage später erfahre ich im Touristenbüro, dass die Puffins auch hier schon längst abgezogen sind: sie nisten im Sommer hier und sind dann wieder auf dem Atlantik.
Schade 😉

Gut, dass wir uns in dem kleinen Städtchen inzwischen auskennen, denn wir fahren wieder zu Tesco: da gibt es ein Café und wir können trocknen, außerdem haben sie Wifi. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht so oft regnet und wir Unterschlupf brauchen, denn so kam ich zu einer typisch schottischen Bluse (oder Hemd) und einem neuen Schlafanzug (der mich in den immer kälter werdenden Nächte bestimmt auch gut wärmen wird ;)).

Gegen 18 Uhr schaffen wir es dann endlich, wieder los zu kommen und unser Ziel für heute zu erreichen: John o` Groats, das nördlichste Dorf oder besser gesagt – die nördlichste Ansammlung einiger Häuser Schottlands.
Kurz nach Wick kommt noch ein langer Sandstrand mit einer großartigen Dünenlandschaft. Aber dann wird die Fahrt immer noch einsamer: viele Weideflächen mit Kühen, Pferden und Schafen, zum Teil verfallene Anwesen, wenig Häuser und wenn, dann sehr in der Landschaft verstreut. Ab und zu werden an einem Hof Eier oder Schaffelle angeboten. Und ab und zu, wenn auch recht selten, blühen in den Gärten wunderschöne Blumen, auch Rosen. Aber trotzdem wirkt alles wie ausgestorben. Und dazu passt die weite ebene Moorlandschaft, durch die wir fahren bestens. Es ist wirklich wie man sich das „Ende der Welt“ vorstellt – so ganz anders als es am Nordkapp ist – aber eigentlich genau so, wie ich mir das Nordkapp immer vorgestellt hatte, bevor wir 2012 dort waren. John o`Groats besteht wirklich nur aus ein paar Andenkenläden, einer Gaststätte, einigen Häusern, einem Hotel und man staune auch aus einem Campingplatz. Da die Chefin recht unfreundlich ist, ziehen wir weiter und entdecken einen herrlichen Stellplatz, direkt am Leuchtturm, am Duncansby Head – ein französisches Wohnmobil ist auch schon da und drei Radler gesellen sich etwas später noch mit ihrem Zelt dazu. Ganz schön mutig, bei nächtlichen Temperaturen von 9 Grad im Freien zu übernachten.

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