Dienstag, 11. Oktober

Das tat ich auch und war pünktlich um 10 Uhr, als der Park öffnete bei der Information. Schon lange vor 10 Uhr kamen sehr, sehr viele Autos und vor allem Mütter mit ihren Kindern strömten in den Park. Dieser war vor allem ein Vergnügungspark für Kinder und kostete stolze 20 Pfund Eintritt. Das war dann doch nicht das, was ich wollte – und dann noch so viele Menschen – das ist nach der Einsamkeit in den Highlands schon ein komisches Gefühl.
Unser Ziel für heute war Edinburgh und wir beschlossen durch das „königliche Gebiet“ nach Ballater und Schloss Balmoral zu fahren. Es war eine wunderschöne bergige Gegend mit unendlich viel Wald. Herrlich! Das war wieder nach unserem Geschmack! Ab und zu kamen wir durch kleine Dörfer mit Steinhäusern. Dann ging es wieder hoch auf 600 Meter Höhe. Die Sonne schien und die Herbstblätter leuchteten in den verschiedensten Farben. Wunderschön!
In dem kleinen Ort oder besser gesagt, in dem kleinen Städtchen Ballater schmücken sich die Ladenbesitzer des charmanten Luftkurortes mit dem königlichen Wappen und sind stolz auf die Bezeichnung ›Hoflieferant‹. Denn hier geht die königliche Familie zum Einkaufen. Entsprechend viele Reisebusse waren hier vor Ort und wir flüchteten wieder!


Und zwar zum Loch Muick: eine 12 km lange Stichstraße führt durch das Glen Muick und entlang des River Muick dorthin. Was soll ich sagen? Es war traumhaft – ähnlich wie im Tannheimer Tal am Vilsalpsee, nur fast ohne Menschen. Der Loch Muick ist von Bergen umgeben und dann ist bis Ballater „nur“ Landschaft: Moor, Wald, Flüsse – und natürlich Hirsche über Hirsche. Wir konnten nicht anders: wir liefen hier noch knappe zwei Stunden und hörten sehr oft und laut das Röhren der Hirsche. Natürlich hofften wir auch noch, ein paar Hirsche zu sehen und machten an einem schönen Punkt noch Kaffeepause, aber da hatten wir kein Glück.


Es ging dann etwas später als gedacht weiter zum Schloss Balmoral. Entlang des gemächlich fließenden River Dee kamen wir zur Schottland-Residenz von Königin Elizabeth. 1855 bezogen Queen Victoria und ihr Mann das große Schloss mit dem gewaltigen Turm. Seither verbringen Britanniens Herrscher hier ihren Sommerurlaub im August/September. Und dieses Jahr verlängerten sie wohl, denn es gab noch keine Führungen. Einen Blick konnten wir leider auch nicht erheischen, denn das Schloss liegt inmitten hoher Bäume, aber landschaftlich ist es dort wirklich auch traumhaft.
Weiter ging es über Braemar, den Ort, in dem Robert Stevenson weite Teile seines Romans „Die Schatzinsel“ schrieb. Zu den berühmten Highland Games Anfang September kamen wir leider zu spät! 😉
Über den „Devil`s Ellbow“ – ein großes Skigebiet – schafften wir es noch bis Blairgowrie, ca. 100 km vor den Toren Edinburghs. Es war nun dunkel und da unsere asymetrischen Scheinwerfer für Rechtsverkehr konstruiert sind, wurde zwar der Gegenverkehr geblendet, aber auf der linken (Straßenrand-)Seite war es stockdunkel. Auf Dauer war uns das zu gefährlich, waren doch überall diese komischen dreieckigen Verkehrszeichen mit dem Hirsch drauf, aufgestellt…
So kauften wir noch bei Tesco was fürs Abendessen ein und konnten dort auf dem Parkplatz sogar kostenfrei und auch ruhig übernachten.

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