Sonntag, 16. Oktober

Halb zehn öffnet IKEA und wir gehören zu den ersten Besuchern!
Das schottische breakfast schmeckt recht gut und dann kommt die Arbeit: wir ziehen uns in die gemütlichen Ohrensessel zurück, schreiben den Blog weiter und suchen passende Bilder dazu. Inzwischen ist es halb zwei und – wir bekommen wieder Hunger,….
Schauen wir mal, was es Leckeres gibt – ob es etwas Leckeres gibt – und dann auch mal weiterziehen, natürlich Richtung Süden! 🙂

 


Fish and Chips ist angesagt – wir werden teilen 🙂
Na ja, die Fish und Chips waren jetzt nicht so der „Renner“. Dafür gönnten wir uns hinterher noch Tee bzw. Kaffee und – wie beim 1. IKEA in England – ein Stück leckeren Käsekuchen mit Beeren drauf und ein Stück Apfelkuchen mit Vanillesoße: herrlich – einfach empfehlenswert! Ikeas gibt es in Schottland übrigens nur 2!
Und dann ging es weiter – und pünktlich zu unserer Weiterfahrt kam auch die Sonne raus und der Herbst zeigte uns sein schönstes Gesicht. Wir fuhren erst nach Peebles durch die Border Abbeys (herrliche Gegend mit viel Wald und Bergen) und besichtigten in Peebles bei einem Caravanhändler die Wohnwagen – nein, wir wollen keinen kaufen, nur mal schauen, wie sie von innen aussehen und wie die Aufteilung ist. Mir gefällt das riesengroße Fenster der englischen Wohnwagen im „Wohnzimmerbereich“: einfach traumhaft (okay, es hat bestimmt auch seine Nachteile, aber schön sind sie trotzdem für mich). Mir gefallen ja auch all die wunderschönen Häuser in England mit ihren Erkern – das sieht so gemütlich aus, vor allem wenn dann noch im Erker das Sofa steht. Irgendwie ist England für mich schon auch wie eine „Reise in die Vergangenheit“: vieles wirkt so, als wenn die „Zeit stehen geblieben“ wäre, einfach bezaubernd. Dazu all die roten Telefonzellen, die roten Briefkästen, die Doppeldecker, die wunderschönen Blumenampeln überall – und erst die Landschaft und die freundlichen Menschen (die uns aber vorwiegend im Norden begegnet sind, uns angesprochen haben, sich auch für uns interessierten – oder waren wir da relaxter?). Es ist wirklich wunderbar, dass wir uns jetzt auch die Zeit nehmen dürfen, dieses schöne Land intensiver kennenzulernen. Es ist super, auch mal in Ruhe im Café oder bei Morrisons (mit einem Tee und einer kleinen Teekanne) zu sitzen und einfach zu genießen und zu beobachten, anderen zuzuhören, überhaupt die englische Sprache wieder intensiver zu hören, zu lesen und auch zu sprechen.
Aber bevor ich mit Schwärmen gar nicht mehr aufhöre, berichte ich kurz weiter: nach Peebles ging es quer durch die Border Abbeys – eine herrliche hügelige Landschaft mit viel Wald und auch kahleren Bergen zu dem berühmten Ort Melrose. Hier stehen berühmte Ruinen (Melrose Abbey), über die Sir Walter Scott (von dem es übrigens in Edinburg ein Monument gibt) ein Gedicht schrieb (und das wiederum übersetzte Theodor Fontane ins Deutsche). Anbei ein paar Zeilen: „Und willst du des Zaubers sicher sein/ so besuche Melrose beim Mondenschein/ Die goldene Sonne, des Tages Licht/ Sie passen zu seinen Trümmern nicht.“
Jedburgh (auch hier gibt es jede Menge Ruinen) war der nächste Ort, durch den wir fuhren: die Einwohner dieses Ortes sind schon recht „brutal“, jedenfalls einmal im Jahr, wenn es immer im Februar um das „skurrile Hand Ba Game“ geht: ein Spiel, in dem die „Upppies“ und „Doonies“, zwei Mannschaften aus der Ober- und der Unterstadt mit je mehreren Hundert Teilnehmern um EINEN mit Stroh gefüllten Lederball kämpfen, um ihn zu einem bestimmten Punkt zu bringen. Etwas „verrückt“ sind die Schotten ja wohl schon, aber trotzdem sehr, sehr liebenswert. Und auch sparsam – eigentlich müssten die Schwaben bestens zu ihnen passen ;-).
Weiter ging es durch die Cheviot Hills und plötzlich – für mich viel zu plötzlich – hörte Schottland auf: es kam ein Schild an der Straße, das uns mitteilte, nun wieder in „England“ zu sein! So waren wir nun in Northumberland und fuhren gleich durch den wunderschönen Nationalpark in die Nähe von Hexham zum Hadrians Wall. Wir fanden ein Informationszentrum zum Wall und konnten hier – es war inzwischen schon dunkel – relativ ruhig über Nacht stehen. Es ist einfach herrlich, im Wohnmobil zu übernachten und immer alles dabei zu haben, was man braucht. 
Und an der Stelle möchte ich mich auch noch bei lieben Freunden bedanken, die uns immer fleißig mit Besichtigungs-Tipps versorgt haben. Auch wenn wir nicht alles besichtigt haben bzw. besichtigen konnten, hat es uns gefreut und wird bestimmt bei einem anderen Besuch in England oder Schottland angeschaut werden.

2 Gedanken zu „Sonntag, 16. Oktober“

  1. Schön, dass ihr uns an euren Erlebnissen teilhaben lässt. Am Sonntag waren wir im „Himmelreich“ – das kennt ihr doch? Nicht weit von Freiburg = sonnig und warm!
    Habt noch viele schöne Tage und kommt gut nach haus.

    1. Nein, dieses Himmelreich kennen wir noch nicht. Aber dem kann bestimmt abgeholfen werden.
      Ab Ende nächster Woche werden wir ja wieder „daheim“ sein.
      Danke für den lieben Kommentar.

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