Mittwoch, 19. Oktober

Und so sind wir gleich nach einem schnellen Frühstück (das heißt nur Brötchen mit Marmelade) zum Gibraltar Point aufgebrochen – uns hat es so gefreut, den Punkt in der Landkarte gefunden zu haben, denn im Februar dieses Jahres waren wir ja im „richtigen“ Gibraltar (am untersten Zipfel von Spanien). Also musste das mit Gibraltar mitten in England schon sein. Es handelt sich hierbei um ein Naturschutzgebiet am Meer, in dem seltene Vögel anzutreffen sind – ja, wirkliche Vögel! 😉 Und wir sahen auch jede Menge riesige dunkle Vogelschwärme. Es herrschte wieder mal Einsamkeit und Ruhe – herrlich! Und dazu war es abenteuerlich, denn die Wege waren oft recht überflutet und das Laufen dadurch etwas erschwert.


Im Informationszentrum gab es neben den Infos dann auch ein Süppchen, eine Soup of the day und eine filled jacket potato with beans und dazu Tee. Die Engländer trinken überhaupt zu fast allem ihren geliebten schwarzen Tee, der zudem recht günstig zu bekommen ist (meist für ein Kännchen zwischen 1,20 und 1,50 Pfund).
Über Skegness – einen Ort am Strand mit vielen Geschäften und Spielhöllen, also das exakte Gegenteil des Gibraltar Points – fuhren wir weiter nach Boston. Früher war Boston mal der wichtigste Hafen für englische Textilexporte. Und in die Geschichtsbücher kam Boston, weil 1630 puritanische Pilgerväter von hier aus aufbrachen, um die neue Welt zu erkunden. Die Pilger nannten ihre Siedlung im amerikanischen Massachusetts dann auch Boston!
Und hier entdeckten wir ein Schwimmbad! Wäre auch mal wieder nicht schlecht, dachten wir uns und ich erkundigte mich nach den Öffnungszeiten. Denn das wird in England anders gehandhabt als in Deutschland. Es gibt feste Zeiten, zu denen man schwimmen kann, zu anderen Zeiten ist das Bad von Schulen belegt. Um es kurz zu machen: es klappte, wir konnten ab 18:00 Uhr schwimmen gehen. So nutzten wir die restlichen drei Stunden – es war erst 15:00 Uhr – zum Stadtbummel und zum Essen. Wir fanden ein sehr nettes Lokal „Church Inn“ mit typisch englischem Essen und haben auch mit dem Wirt, mit dem wir alleine waren, über Vieles gesprochen, vor allem über Urlaub und Reisen.
Dann sind wir ins Bad – mussten aber vorher einen langen Fragebogen (wegen möglicher Krankheiten) ausfüllen. Das Schwimmbecken dann war schön groß, das Wasser relativ warm, aber man konnte sich nach dem Schwimmen nirgends wie bei uns hinsetzen. Es gab weder Liegen noch Stühle im Bad. Die Sauna probierten wir natürlich auch aus, hier aber in Badebekleidung und ohne Badetuch – die Temperatur war ganz okay. Aber auch danach gab es kein kaltes Wasser zum Erfrischen und kein Ruhebereich oder etwas in der Richtung. Nur drei Stühle standen da und heftige Musik dröhnte aus dem Fitness-Studio. Um 20:00 Uhr musste Peter dann aus dem Schwimmbecken gehen, denn dann durften nur noch die Frauen schwimmen. Alles etwas gewöhnungsbedürftig und auch – altbacken.
Aber eine interessante Erfahrung und mal gut zu erleben, wie in anderen Ländern „geschwommen“ wird.
Aber dafür freue ich mich jetzt doppelt auf eine schöne Badelandschaft!

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