Freitag, 21. Oktober


Da der Laden in der Nähe unseres Übernachtungsplatzes kein Brot hatte, fuhren wir ins Städtchen Whitstable, das mir schon von einer Freundin empfohlen wurde. In einer kleinen Bäckerei kaufte ich in der Hauptstraße ein paar Brötchen. Gott sei Dank bekam ich sie auch, denn erst wollten die Ladenbesitzer meinen schottischen 10-Pfund-Schein gar nicht annehmen! Aber wahrscheinlich sah ich dann doch vertrauenswürdig aus. Wie wir später erfuhren, sind viele gefälschte schottische Scheine im Umlauf, so dass die Briten vorsichtig sind. Und ein anderer Grund ist wohl auch die ewige „Feindschaft“ zwischen Briten und Schotten: man will halt in England die Queen auf der Pfundnote sehen – wieviel leichter wäre es für alle mit dem EURO! Wir haben jedenfalls unsere schottischen Scheine dann auf der Bank in englische Scheine gewechselt! ;–)
Ein netter Parkplatz direkt am Meer war dann auch schnell gefunden und wir genossen das Frühstück – dazu schien die Sonne ins Wohnmobil und die Möwen kreischten um uns herum.


Danach fütterten wir wieder ordentlich die Parkuhr (zur Info: für 4 Stunden 6 Pfund) und bummelten erst am Strand entlang, gingen dann zum Castle (echt süß und verspielt mit Türmchen und vielen Erkern) und noch in das Städtchen. Hier reihen sich entlang der Hauptstraße viele süße Läden und ich war ganz begeistert, wie hübsch sie von außen und auch von innen aussehen. Klar sind sie mini und man hat nicht viel Platz drinnen, aber sie – und auch all die süßen kleinen Cafés – vermitteln eine urgemütliche und heimelige Atmosphäre. In den meisten Cafés gibt es auch Plätze am Fenster, oft sogar Sessel oder Sofas, von denen aus man das geschäftige Treiben draußen beobachten kann – klar, man wird auch von draußen besonders gut gesehen! 😉


Im Hafen gab es auch Fisch zu essen und ich nahm mir eine kleine Schüssel mit den verschiedensten frischen Meeresfrüchten. Gott sei Dank hatten wir im Ort noch Brot gekauft, so dass ich den Salat gleich mit dem Brot in der gemütlichen Hafenatmosphäre genießen konnten.


Danach ging unsere Fahrt weiter in die berühmte Kathedralen-Stadt Canterbury (hier soll es mittelalterliches Flair geben, enge Gassen, Straßenlaternen und eine Stadtmauer, die die Stadt wie ein kostbares Gemälde einrahmt). Weit war es ja nicht bis dahin (nur 25 km), aber in Canterbury standen wir nur im Stau, so dass uns dann irgendwann die Lust auf Canterbury verließ (die Stadtmauer hatten wir immerhin vom Auto aus gesehen und auch auf die Kathedrale einen Blick geworfen) und wir weiter nach Margate fuhren: hier sollte es einen – laut unserem Führer – guten Campingplatz geben. Die Koordinaten des Zeltplatzes stimmten schon mal nicht, aber wir fanden den Platz trotzdem nach einigem Hin und Her. Gefallen hat er uns gleich auf den ersten Blick nicht, aber es wurde schon wieder dunkel und so blieben wir: 17 Pfund kostete die Nacht und das ohne Strom. Aber wir standen relativ ruhig und einsam, konnten duschen (wenn auch recht beengt), haben unsere Wäsche gewaschen (in 40 Minuten – im Lake District hatte es über drei (!!!) Stunden gedauert) und ich habe heute Morgen in dem kleinen Pool noch ein paar Runden gedreht. Trotzdem gefällt es uns besser, irgendwo frei und noch mit schöner Aussicht stehen zu können – so wie heute (siehe Samstag, 22.10.).

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