Samstag, 22. Oktober

Und wieder ist es fast 12:00, bis wir vom Zeltplatz starten. Wir haben strahlend blauen Himmel und fahren 15 km auf engen Straßen ( wieder mal sind hier die typischen englischen Hecken) nach Broadstairs. In dem hübschen kleinen Badeort mit Fischerdorf–Atmosphäre hat schon Charles Dickens in den Jahren zwischen 1837 und 1850 mit seiner Familie seinen alljährlichen Urlaub verbracht. Er nannte den Ort den „healthiest and freshest of all places“. Wir finden das Bleak House, das in eindrucksvoller Lage auf einem Kliff liegt und in dem Dickens (1812 – 1870) auch sein Buch „David Copperfield“ geschrieben hat. Ich schaue mir das Haus näher an und besichtige das auch im Haus untergebrachte Schmuggler-Museum.
Dickens begegnete bereits mit 10 Jahren der Armut, weil sein Vater sich in London ein großspuriges Leben gegönnt hatte, was ihn aber schließlich ins Schuldgefängnis brachte. Der kleine Charles wurde von seiner Familie getrennt und musste drei Monate in einer Schuhcremefabrik arbeiten. Diese traumatische Erfahrung verarbeitete er später in seinen Werken und gibt in ihnen ein sehr einfühlsames Abbild der viktorianischen Gesellschaft, insbesondere des unteren sozialen Milieus. Gegen soziale Vereinsamung setzt er eiserne Entschlossenheit und Fleiß.
Das Schmuggler-Museum ist auch recht interessant, denn die gab es in der Gegend zuhauf! Denn: vor der hiesigen Küste liegen die Goodwin Sands: das sind Sandbänke, die sich auf Grund der Strömungsverhältnisse vor der dortigen Pegwell Bay gebildet haben. Weil diese sich ständig verlagern, waren sie in der Vergangenheit Ursache für zahlreiche Schiffskatastrophen – und dann kamen die Plünderer und bauten unter anderem Tunnels durch die Kalkfelsen, um ihr Gut in Sicherheit bringen zu können. Wurden sie erwischt, wurden sie unter anderem auch nach Australien zwangs-verschifft.


Wir bummelten dann noch durchs gemütliche Städtchen und ließen uns am Hafen in der Sonne und im Pulli noch mal Fish and Chips schmecken.
Dann ging es weiter und wir fuhren an einem wunderschönen Platz mit toller Aussicht aufs Meer vorbei – und beschlossen erst, hier gemütlich Kaffee zu trinken und dann, auch hier zu übernachten. Und heute hat Peter sogar Pfannkuchen gebacken – echt lecker. Wir beobachten dabei die Surfer, auch Paddler haben sich eingefunden und natürlich viele Möwen  – diese liebe ich ganz besonders, sind sie für mich doch  ein Symbol für Freiheit.

Als die Sonne dann langsam untergeht, bewundern wir noch die Farben und Wolken.  Immer wieder gibt es etwas zu beobachten und wir genießen es in vollen Zügen. In der Nacht hören wir das Meer rauschen – also ist Flut! Ob es wohl unsere erst mal letzte Nacht am Meer sein wird? Schon spannend so eine Reise mit dem Wohnmobil – und vor allem mit uns. 😉😉😉😉

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