Samstag, 30. September 2017

Der erste Morgen seit langem, dass mal nicht die Sonne scheint! Aber macht nichts, heute wird eh ein Reisetag für uns.

Zuerst frühstücken wir heute gemeinsam „außer Haus“, in meiner Bar – muss ich Peter doch noch unbedingt zeigen! Wir lassen uns Toast, frisch ausgedrückten Orangensaft und Kaffee schmecken.

Unser Ziel heute ist das 200 km entfernte  Bilbao: hier gibt es einen bewachten Stellplatz, so dass wir uns morgen das berühmte Guggenheim – Museum anschauen können. Morgen, denn am Montag hat es geschlossen und uns zieht es dann doch auch wieder nach Frankreich. Schon wegen der Sprache – echt schade, dass wir des Spanischen (noch) nicht mächtig sind. Aber das könnte sich ja ändern. Letztes Jahr in England war es schon gut, dass wir uns auch mit Einheimischen unterhalten konnten. 👍😉

Ja, der Abschied hier fällt uns schon schwer,… wir hatten neun wunderschöne und sonnige Tage in diesem herrlichen Oyambre – Nationalpark, in dem es unzählige Möglichkeiten gibt, sich zu beschäftigen.

Auf der Fahrt nieselt es immer mehr, die Wolken hängen in den Bergen und man sieht von der Landschaft leider nicht allzu viel. Immer wieder spannen sich herrliche Brücken über die Täler. Hoch und runter führt einen die Schnellstraße, mal an der (Steil-) Küste vorbei, mal durch herrliches „Allgäu“. Ich nutze die Fahrzeit und lese Peter gleich einiges aus dem Reiseführer über Bilbao vor. Neben dem Guggenheim-Museum freue ich mich schon jetzt auf die berühmten Appetithäppchen, die es in den Lokalen überall geben soll. Klingt lecker und interessant. Interessant wäre bestimmt auch die Stadt Santander gewesen, aber man soll sich ja auch was für den nächsten Urlaub aufheben.;-)

30 km vor Bilbao ist unser schönes Kantabrien dann zu Ende, das Baskenland beginnt wieder.

Schon kurz nach 14 Uhr erreichen wir den tollen Stellplatz, hoch über Bilbao gelegen. Nah an der Schellstraße, aber total ruhig und mit einer klasse Aussicht! Echt super! Er kostet 15 EUR für die Nacht und beinhaltet sogar Strom. Auch Toiletten und Dusche gibt es hier, und ganz wichtig: am nächsten Morgen gibt es frisches Brot zu kaufen.

Wir beschließen, gleich noch heute das Museum anzuschauen und mit dem Bus, der alle 15 Minuten gleich vor der „Haustür“ losfährt, in die Stadt zu fahren. Aber erst gibt es noch was zu essen: ein Champignon-Süppchen aus der Packung!

Das Guggenheim-Museum ist ein Werk von Frank O. Gehry, einem gebürtigen Kanadier. Es liegt direkt am Fluss, am Rio Nervion. Es ist wirklich ein gigantisches Wahrzeichen und sieht aus wie ein Schiff aus Titan, Kalkstein und Glas: ein Bauwerk mit ineinander verschachtelten Flächen und Formen und einem silberweißen Glanz. Der Volksmund nennt es „Metallische Blume“, denn bei Sonne sticht der grelle Widerschein ganz schön in die Augen.

Außen steht auch der stählerne Blütenhund-Skulptur „Puppy“ von Jeff Koons, der mir auf Anhieb gefällt und wunderschön auf ihm all die verschiedenen Blumen, die diese Skulptur erst so richtig zur Geltung bringen. Auch die berühmte Bronzespinne „Maman“ von Louise Bourgeois wird natürlich bewundert.

Dann geht es hinein ins Museum: 10 EUR Eintritt für den „normalen“ Bürger, 4 EUR weniger für Rentner – danke Annette für den guten Tipp damals! 😊

Innen wieder Staunen über die miteinander verbundenen Gebäudeformen, die sich um ein zentrales Atrium gruppieren. Das Dach ist aus gekrümmten und vorspringenden Metallformen und fügt das Ganze zu einer architektonischen Einheit zusammen. Für mich ein Meisterwerk, das mich innen an Blüten erinnert, die sich nach oben hin öffnen. Es ist vieles schön rund und wellig  – das gefällt mir sehr. Leider darf innerhalb des Gebäudes weder fotografiert noch gefilmt werden.

Wir verschaffen uns einen Einblick in alle drei Stockwerke, besuchen die verschiedenen Ausstellungen und sind nach drei Stunden erst mal platt. Auch das Café ist recht hübsch und wir genießen zwei der berühmten und vorhin schon erwähnten Appetithäppchen.

Dann schlendern wir noch etwas durch die Stadt, vor allem durch die Altstadt, die echt hübsch ist und jetzt gegen 20 Uhr auch voller Leben ist – auf den Bildern kommt das jetzt nicht so rüber,….  ;-(((.

Wir finden auf Anhieb das berühmte Café Iruna, das das schönste Kaffeehaus der Stadt sein soll: hier gibt es plüschige Bänke und Schmuckziegelschnörkel in neomaurischem Stil. Wir finden ein Plätzchen in der dazugehörigen Bar und lassen uns noch zwei kleine Fleischspieße schmecken: hier ist echt was los, hier ist Leben, ja überall ist hier Lebensfreude zu spüren.

Super war`s, wir finden dann auch unseren Bus zurück zum Stellplatz und kommen erst nach 22 Uhr „daheim“ an.

 

Freitag, 29. September 2017

Guten Morgen 😊.

Ganz hinten seht ihr die Picos: das herrliche Gebirge, in dem wir soviel herumgekurvt sind.

Wie ihr seht, hat es heute Morgen geklappt und ich sitze schon  seit einer halben Stunde (es ist jetzt kurz nach neun Uhr) in „meiner“ Bar, nippe am Kaffee und freue mich riesig, hier schnelles Internet zu haben. Die Bilder von gestern sind also eingefügt! 👍

Nun überlegen wir, wie es mit unserer Reise weitergeht: das Wetter ist hier immer noch herrlich! Sollen wir noch einen weiteren Tag bleiben oder nun mal weiter ziehen? Das Guggenheim – Museum in Bilbao steht noch auf unserem Programm, bevor wir dann wieder zur französischen Atlantikküste und vor allem auch in die Bretagne wollen.

Nach dem Frühstück entscheiden wir uns, zusammen zu packen, das Motorrad wieder in seiner „Garage“ zu parken und zwar den Zeltplatz zu verlassen, aber noch nicht den Ort. Man kann sich auch für eine Nacht vor den Campingplatz stellen – und genau das taten wir,  in aller Ruhe.

Wir haben noch unsere gesamte dreckige Wäsche, sogar die Bettwäsche gewaschen und getrocknet (davor hatten wir ja keine Zeit dafür 😉) und zum Mittagessen gab es dann noch Spaghetti (mit Käsesauce),

Danach wird noch geduscht und ich war noch kurz im Meer – aber wirklich nur ganz kurz, denn es war für mich noch sehr, sehr frisch.

Dann sonnten wir uns noch am Strand, tranken ein Käffchen dazu und chillten, wie unsere Kinder das immer nennen.

Als die Sonne dann hinter Wolken verschwand, verzog sich Peter im Wohnmobil und ich zog nochmals zu einer „Abschiedstour“ ins Städtchen. Hier läuft der nördliche Pilgerweg vorbei:

Ich brauchte für die zwei Kilometer ewig lang, denn immer entdeckte ich interessante Motive zum Fotografieren.

 

Grün, grüner, am grünsten,…..

Wer kennt diese Frucht? Der Baum ähnelte oder ist gar ein Gunmibaum (glaube ich),….

Die meisten Häuser haben Balkone (Wintergärten?) dieser Art:

Ich schaffte es sogar noch bis ganz hinter zum Leuchtturm und entdeckte dort einen extra duftenden Blumenpfad mit genauen Beschreibungen der jeweiligen Kräuter. Super gemacht!

Genau gegenüber, circa 300 Meter Luftlinie  (aber vier Kilometer Fußmarsch) ist unser Campingplatz – da sitzt Peter jetzt:

An der Kirche kam ich auch vorbei bzw. an einer der vielen:

Im Städtchen war noch ein Mittelalter-Markt: es gab Musik und dazu Geschnitztes, Gehäkeltes, Gestricktes, Gewürze für jedes Wehwehchen, dann noch Käse und Wurst, Pizza und Crêpes.

Mittelaltermarkt

Nun war voll Ebbe und ich musste einfach noch ein paar Mal den Auslöser drücken:

Peter und ich ließen es uns nochmals im Lokal des Campingplatzes schmecken: natürlich wieder Hamburger und dazu noch ein paar Muscheln. Lecker war’s und wir haben uns noch lange mit einem netten jungen Paar aus Essen unterhalten. Echt schön 👍😊😊 so schön, dass wir sogar unseren Freitags-Krimi verpassen (und das, obwohl wir heute Nacht TV-Empfang haben).

Donnerstag, 28. September 2017

Das war ein Tag heute! Jetzt gerade – um halb zehn abends – kommen wir vom Duschen zurück: als ob Ruheständler nicht den ganzen Tag dazu Zeit hätten,….

Aber der Reihe nach,….

Heute ist ein ganz besonderer Tag! Ich hab das Frühstück gerichtet, Brot geholt, Rühreier gemacht und dann Peter schon um neun Uhr geweckt!

Kurz vor elf Uhr ging es dann schon los, wieder mit dem Moped und zwar nochmals Richtung Berge, in die Picos. Peter hat eine Tour mit circa 270 Kilometern zusammengestellt: bin mal gespannt, ob wir die Rundtour schaffen und wann wir dann wieder daheim sind,…..

Es ging zuerst 30 km nach Potes durch diese wunderschöne Schlucht, durch die wir vor einigen Tagen schon mal gefahren sind. Und dann weiter durch Wald, durch Wiesen, Weiden, durch ein einzigartiges buntes Farbenmeer, hoch und immer höher, bis wir dann auf 1675 Meter waren (Mirador de Llesba) und einen einzigartigen Rundblick hatten.

Und – was gab es hier? Richtig – Imbiss aus der (Aldi-Tüte), heute Baguette mit Salami und Käse. Herrlich war es!  Autos sind uns kaum begegnet, nur einige Motorradfahrer waren bei dem herrlichen Wetter mit uns unterwegs. So hatten wir heute nette Gespräche mit Iren ( ein paar der sieben Leute sind mit dem Schiff hierher gekommen, die restlichen sind geflogen und haben sich das Moped hier geliehen. Sie haben mal vor, noch bis Sevilla in Andalusien zu kommen), dann trafen wir ein portugiesisches Pärchen, die exakt unsere Maschine hatten und sie gelobt haben und ein Spanier erkundigte sich auch noch, wo wir denn noch hin wollten,…. und natürlich auch Deutsche, die gestaunt hatten, dass wir soweit gefahren sind ( unser Alter haben sie mal nicht erwähnt). 😉😉😉 Natürlich haben wir sie dann beruhigt und gesagt, dass wir mit dem Wohnmobil und Anhänger unterwegs sind!

Und dann ging es wieder hinunter ins Tal.

Klar, Kühe gab es auch wieder jede Menge – auch auf der Straße -, dann noch Schafe und Pferde, die vor uns auf der Straße heimgetrieben wurden. Die Blätter der Laubbäume leuchteten in der Sonne, der wilde Wein war meist rot – es war ein gigantisches Feuerwerk der Farben. Auch die Formen der Berge änderten sich laufend: mal sahen sie wie die Dolomiten aus, mal wie meine geliebten Berge im Tannheimer Tal in Österreich, mal erinnerten sie einen an Berge in Südfrankreich. Der nächste Höhepunkt heute war der „Embalse de Riano“, ein Stausee, der jetzt gerade höchstens nur zur Hälfte gefüllt war. Trotzdem ein herrliches Bild – aber seht selber: da keiner auf der Straße kam und sie zudem breit genug war, konnte Peter gut anhalten:

 

 

Ist das nicht wunderschön?

Unsere Fahrt ging nun gemütlich am Ufer des Sees und eines Flusses entlang und ich konnte entspannen,..  😉…. bevor es wieder kurvig wurde! Aber so langsam macht es auch mir richtig Spaß, mal rechts herum, mal links, mal wieder eine Kehre zur Abwechslung und immer wieder neue Aussichten.

Ein Dorf kam nun immer näher und eine Bar! Ja klar, anhalten!

Wir bestellten einen „Cafe con leche“ und dazu ein Stiel-Eis ( mehr gab es nicht). Aber beides tat gut und es gesellte sich noch ein Schweizer Ehepaar zu uns, die gerade mit dem Wohnmobil hier Pause machten. Wir  kamen fast sofort mit ihnen ins Gespräch und es war, als kenne man sich schon ewig. Sogar unsere Adressen haben wir ausgetauscht. Das Dorf oder überhaupt die Dörfer hier gefallen mir recht gut, sind schlicht, bestehen aus Steinhäusern mit meist vielen Blumen und haben eine hübsche Kirche. Jede der Kirchen hier sieht anders aus, jede hat ihren Reiz. Ach ja, was noch auffällt, sind die Getreidespeicher hier überall –  das sind kleine Häuschen auf Stelzen, in denen das Korn, der Mais und das Getreide gelagert wird und so vor Mäusen und Ratten geschützt ist. Jedes dieser Häuschen ist ein Unikat, jeder Besitzer fertigt es nach seinem Geschmack an. Ich finde bestimmt noch eins zum Fotografieren! 👍

Unser nächster kurzer Stopp war im Wald an einem „Klettergarten“ und ich wäre am Liebsten über die Hängebrücke gelaufen – ( schon wegen Alf) – aber leider (oder Gott sei Dank?) war der Garten geschlossen. 😳

Unsere Fahrt wurde dann gemütlicher oder besser gesagt, die Straße verlief „gerader“ und wir bewunderten in Cangas de Onis, im nächsten Städtchen noch eine alte Brücke….

(… und ein netter Spanier fragte mich, ob er ein Bild von mir machen könnte oder dürfte,…..)

…….. bevor wir wieder ans Meer – bei Ribadesella – kamen. Auch hier dann wieder viele Obstbäume (Äpfel, Birnen, Kirschen) und sogar Palmen und Bananenstauden. Muss also zwischen Meer und Gebirge schon ein besonders fruchtbares Gebiet sein. 👍😊

Es folgte ein Stück (20 km) Schnellstraße bis Llanes (liegt auch am Meer) und dann schauten wir uns dieses Örtchen auch noch kurz an. Mit dem Moped bekommt man ja meist und schnell einen Parkplatz.

So folgte eine kurze Runde durch die Stadt, mit Helm und Klamotten – war etwas unangenehm, denn es war ganz schön warm hier.  Na ja, so wurde halt die Runde etwas abgekürzt und noch der Rest aus der schon berühmt gewordenen Aldi-Tüte gegessen,

bevor es dann die letzten 30 km endgültig heim auf den Zeltplatz ging.

Dann folgte das Ausziehen der Motorrad-Sachen und das Aufhängen derselben im Anhänger (was sehr geschickt  und platzsparend ist). Ich ging noch schnell in den Laden, holte Brot und Käse und traf mich dann zum Sonnenuntergang noch mit Peter vorne am Meer, in den Dünen. Er brachte noch die Strandmatten mit und so vesperten wir gemütlich im Sand, mit herrlicher Aussicht aufs Meer und auf unser „geliebtes“ Picos- Gebirge.

Ja, und wie ich schon am Anfang berichtete, konnten wir erst nach diesem wunderschönen Abend-Dinner duschen. Und das tat gut, denn es war am Strand nun doch ganz schön frisch geworden.

Und nun sitzen wir beim Teechen noch gemütlich im Camper: Peter liest und ich tippel den Bericht (für euch 😉) ins Handy ein, bevor ich mich jetzt dann noch hinten ins Bett verkrieche. Schlaft alle gut! ⭐️🌙⭐️🌙

Übrigens: die Bilder folgen noch – ich hoffe, morgen früh in meiner Bar,….

 

 

 

 

Mittwoch, 27. September 2017

Heute ist „Chill-Tag“, sprich: Ausspannen ist angesagt!

Nach dem Aufstehen meinerseits ( gegen 8:15 – 8:30 Uhr)  geht es bei mir – wie schon fast jeden Morgen – erst mal zur Bar, circa 500 Meter vom Zeltplatz entfernt und ein Käffchen trinken. Denn hier gibt es auch Wifi und ich sitze draußen und lade die Bilder vom Vortag hier hoch. Manchmal trifft man hier auch auf ein paar Pilger, die sich erst mal stärken, bevor es so richtig los geht. Dann um neun Uhr macht der Laden nebenan auf und ich hole das Brot bzw. die Brote fürs Frühstück. Peter ist inzwischen auch auf und hat schon das Frühstück soweit vorbereitet.

In Spanien beginnt der Tag etwas später – und ganz besonders hier in Kantabrien. Aber macht nichts, dafür bleiben wir abends länger auf,… 😉schließlich wird es ja auch erst kurz nach acht hell,…

Nach dem Frühstück heute gehen wir gemeinsam zum Strand, richtig mit Strandmatte und Buch und machen es uns gemütlich. Es ist angenehm warm, der Himmel blau und wir freuen uns drauf, heute mal „nichts“ zu tun.

Zum Lesen komme ich aber nicht so recht, zuviel ist auf und vor dem Meer los: schließlich wollen die Surfer ja auch beobachtet werden,….

Eine Kleinigkeit gibt es dann im Wohnmobil zu essen und ich ziehe dann bei Ebbe zu meiner Wanderung am Meer los: circa vier Kilometer sind es bis nach ganz hinten. Ich brauche ewig dazu, weil ich dauernd wieder tolle Foto-Motive finde.

Das Meer und die Berge dahinter – das sieht aber auch wunderschön aus! Ich kann mich daran gar nicht satt sehen. Peter kommt dann auch noch dazu und bringt unsere „große“ Kamera mit. Super!

Wieder zurück setze ich mich draußen noch an die Rezeption des Zeltplatzes und tippe unseren Bericht weiter in mein Handy. Peter hat Erbarmen mit mir und bringt mir das Notebook. Da geht es doch gleich viel schneller. Eine Schweizer Familie mit zwei kleinen Kindern ist auch hier, wir unterhalten uns noch etwas und ich gebe den Rat weiter ( den ich vor vielen, vielen Jahren selbst bekommen habe), die Zeit mit den Kindern intensiv zu genießen – auch wenn man sich manchmal überfordert oder genervt fühlt. Es ist alles in allem gesehen eine wunderschöne Zeit! 👍😊

Dienstag, 26. September 2017

Auch heute sieht es wieder nach einem wunderschönen Tag aus! Was haben wir doch für Glück! Der Norden Spaniens ist eher verregnet als sonnig, hat man uns gesagt – und wir freuen uns doppelt über das schöne Wetter! 😊

Das sehe ich hier morgens, wenn ich zum Bäcker gehe und „Pueblo“ hole – meist ist Flut zu der Zeit und es sind schon einige Surfer auf dem Wasser.

Wir starten heute nochmals mit dem Moped ins Gebirge: zu den kleinen Gebirgsseen, Lago de Enol und Lago de la Ercina möchte ich gerne. Es sind circa 80 km bis dahin und so nehmen wir fürs erste die Schnellstraße Richtung Osten bis kurz hinter Llanes. Weiter geht es dann auf gut ausgebauten Straße bis nach Covadonga.

Hier gibt es neben der hoch oben gelegenen Kirche auch eine Grotte, in der sich der spanische Fürst Pelayos vor den Mauren versteckt haben soll. Die Schlacht wurde gewonnen und die von den Mauren besetzte iberische Halbinsel zurück erobert. Der Name Covadonga hat auch heute noch eine Anziehungskraft auf viele Spanier und das ist wohl auch der Grund dafür, dass es hier gestern nur so von Spaniern gewimmelt hat.

Uns ist hier viel zuviel los und so geht es weiter in die Berge hinein: wir haben wieder mal Glück, denn die Zufahrt zu den Seen ist offen. Im Sommer werden hier Busse zu den Seen eingesetzt, entsprechend groß sind die Parkplätze.

Es ist geschafft! Viele Steigungen, viele Kehren, unzählige Kurven – 1000 Höhenmeter sind überwunden! Oft waren sogar Kühe mitten auf der Straße, natürlich auch Gegenverkehr, aber Peter hat es wunderbar geschafft. Ich dagegen hab ab und zu noch die Augen zugemacht, wenn es allzu steil wurde,…. 😉

Ihr seht auf dem Bild wieder unsere Aldi-Tüte: die tut uns gute Dienste, denn sie kühlt unser Essen. Wir haben Baguette, Salami und Käse dabei – und nichts ist schöner als ein Picknick im Freien – nach getaner Arbeit  👍😊.

Das sind die beiden Gletscherseen  – Lagos de Codavanga

Sind diese Kühe nicht süß? Ist hier fast wie im Allgäu, auch hier haben die Kühe Glocken um.

Und nun sollte es wieder heim gehen – aber was ist? Wegen Bauarbeiten ist die Straße erst mal über zwei Stunden gesperrt,……

Dann schaue ich mich halt noch etwas um und entdecke einige Pferde,….

Dann folgt noch ein kurzer Stopp am „Mirador de la Reina“ – „Aussichtspunkt der Königin“ 😉

Der Stau hat sich immer noch nicht aufgelöst,….

So hat man auch noch Zeit, mal zu bewundern, welche Klettermeister die Kühe sind,….

Und dann ist es vollbracht: die Strecke nach unten ist wieder offen und wir kommen noch am höchsten Punkt (2519 Meter hoch) des Picos – Gebirge vorbei. Schon gigantisch, nicht wahr?

 

Erst nach 19 Uhr sind wir wieder daheim, aber hier ist es ja bis nach 20 Uhr hell. Schon gut, dass wir so einen großen Stellplatz haben, auf dem wir alles unterbringen!

Der Tag war einfach so klasse, dass ich Peter noch zum Abendessen ins Lokal des Campingplatzes einlade. Ich habe „Heiß“-Hunger auf Hamburger, Peter bestellt sich einen leckeren Salat und hinterher gibt es noch eine „furchtbar“ leckere Whiskey-Torte. Hmmmmm,….

Das war ein SUPER – Tag!!!!  🙂

Montag, 25. September 2017

Heute ist es zwar bewölkt, aber es regnet nicht und soll laut Wetter-App auch nicht regnen. Aber mit dem Moped in die Berge macht es nicht soviel Sinn, denn in den Bergen hängen die Wolken drin. Also schnappen wir uns unsere Räder und es geht ganz gemütlich nach 12 Uhr irgendwann los. Und ihr könnt euch freuen, denn es gibt mehr Bilder – mit dem Rad kann man halt doch öfter mal anhalten als mit dem Moped 👍👍👍.

Hier nochmals der Blick von oben auf unseren langen Strand.

Das ist der Mündungstrichter (bzw. Sumpfgebiet oder Feuchtgebiet) hinter dem Strand: Vögel aller Art fühlen sich hier wohl. In der Gegend finden sie genügend zu fressen. Auch Zugvögel machen hier Rast. Fische über Fische haben wir hier springen sehen.

  

Und mich begeistert dieses Sumpfgebiet vor allem bei Ebbe!

Das ist ein Zweig eines Eukalyptus – Baumes. Ich hoffe, ihr erkennt auf dem Bild die Kapseln. Diese können gesammelt werden und duften herrlich! Und aus ihnen wird auch das Eukalyptusöl hergestellt.

Hier der Strand hinter dem eigentlichen „normalen“ Strand: eine einzigartige Landschaft, die mich total begeistert. Vor allem bei Ebbe! Bei Flut ist es halt eine Art See.

Wenn es nicht mehr weitergeht, trägt Peter auch mein Rad, während ich schon Mühe hatte, den kleinen Aufstieg überhaupt hoch- und herunter zu kommen 😉😳.

Ist diese Weite nicht beeindruckend? Und man bedenke, man kommt von hier aus nicht zu dem Haus auf der rechten Seite: da fließt noch ein Fluss durch, den man nicht durchwaten kann. Überall warten hier Geheimnisse und Überraschungen,….  😉 Wir sahen auch etliche Pilger, die wieder umdrehen mussten. Hier führt der nördliche Pilgerweg nach Santiago vorbei, der sehr anspruchsvoll ist.

Unsere Fahrt geht durch hügeliges Wiesen- und Weidenland weiter, wenn auch langsam und mit Tausenden von Stopps: aber irgendwann erreichen wir unser heutiges Ziel, den Ort Comillas!

Comillas hat 2500 Einwohner, sehr beschauliche Altstadtgassen mit efeuumrankten und blumengeschmückten Häusern.

Uns plagt aber nun erst mal der Hunger (heute haben wir auch keine Aldi-Tüte dabei ;-): nette Lokale gibt es überall, wir suchen uns eins aus, sind nach dem Essen aber sehr enttäuscht: das war reine Abzocke – sogar fürs Brot musste man extra zahlen! Das geht ja gar nicht,…  Aber dafür hatten wir diesen netten Blick auf die Kirche. 🙂

Und nun geht es weiter zu Herrn Gaudi!

Gaudi war Jugendstilarchitekt und lebte von 1852 bis 1926. Dieses unten abgebildete Stadtpalais errichtet er, nicht mal 30 Jahre alt für einen Juristen, namens de Quijano. Im Volksmund wird das Haus „Die Laune“ genannt.

Es enthält viele Schnörkel, viel Originalität – es ist einfach mal etwas anderes: der Mann hatte Mut, seine Ideen so umzusetzen!

Die Sonnenblumen sind auch etwas ganz Besonderes, denn sie sind symbolisch zu verstehen: Gaudi wollte ein Haus, das dem Sonnenlauf angepasst ist: das Schlafzimmer im Osten, so dass man morgens von der Sonne geweckt wird. Das Wohnzimmer lag dann so, dass man die untergehende Sonne noch sehen konnte.

Die Haustüren und Treppen im Haus sind sehr schmal,….

Der Turm gleicht einem Minarett.

Auf der oberen Terrasse kann man herrlich sitzen und den Garten bewundern.

Auf dem Stuhl sitzt man ganz anders,…..

Das Obergeschoß ist sehr luftig, da kann man sich so richtig wohl fühlen!  🙂

Toll war es hier – und nun starten wir noch zu einem kleinen Bummel durch das Dorf:

Und dazu gehört natürlich auch ein Kaffee-Päuschen:

Auf dem Heimweg beginnt es zu tröpfeln und schwupp-di-wupp haben wir unsere schwedischen Ponchos übergestülpt – wahrscheinlich geben wir damit so ein lustiges Bild ab, dass der Regen sofort aufhört!  😉

Die Sonne hat sich noch so wunderschön im Meer und im dahinterliegenden „Trichter“ gespiegelt, aber leider hat es meine Handy-Kamera nicht so toll wiedergegeben,…..

Genau da liegt übrigens unser Zeltplatz: eingebettet zwischen dem Meer und dem „Trichter“. Und um uns herum viel, viel Grün! Einfach herrlich ist es!  🙂 Und leerer ist es nach dem Wochenende auf unserem Zeltplatz auch wieder geworden. Bestimmt nutzen auch hier viele Spanier das Wochenende, um mal raus zu kommen,…..

Bis morgen dann,… Macht es gut! 👍😊

 

Sonntag, 24.September 2017

Guten Morgen,

auch heute herrscht wieder Traumwetter!

Hier der Blick bei Ebbe vom Campingplatz zum Örtchen San Vicente de la Barquera und dem dahinter liegenden Gebirge (Picos). Gestern Abend hatte es Peter bei Nacht fotografiert!

Auf Grund des tollen Wetters wollen wir nachher wieder zu einer Motorrad-Tour starten. Die Gegend ist hier unendlich vielfältig und lädt zu so vielen Aktivitäten ein. Einfach traumhaft! Da „verkraftet“ man es schon, dass der Zeltplatz gut gefüllt ist. Eigentlich lieben wir ja eher die Einsamkeit,…😉

Aber die haben wir ja hier in den Bergen: auf den Straßen ist nicht viel los, das Fahren macht Spaß – und die Ausblicke erst recht!

Hier sind wir in einem Bergdorf, über 1500 m hoch, in Sotres. Und was gibt es? Natürlich die Spezialität von hier! KÄSE! Queso Cabrales, um es genau zu sagen!

Oh je, was haben wir uns da angetan? Den Schimmel-Käse kann man nur mit Oliven und einem Bierchen „hinunter“ bekommen!

Das ist der kleine Ort, den ich natürlich auch etwas anschauen muss,….es ist ein weit auseinander gerissenes Steindorf, echt süß!

Und es geht wieder hinunter ins Tal, denn die einzige Straße hier geht nur noch etwas weiter ins letzte Dorf auf der Strecke. Dies heißt Tresviso und ist im Winter oft von der Außenwelt abgeschnitten: die Versorgung erfolgt dann mit Hubschraubern.

Und kaum eine Stunde später, wieder nach einer sehr schönen Fahrt durch ein herrliches Panorama sind wir schon wieder am Meer!

Dieser Strand ist auch berühmt, er heißt Playa de Cuevas de Mar (“ Das saufende Pferd“): zu ihm kommt man nur durch einen mit Efeu bewachsenen Tunnel. Romantisch! Bei uns kam gerade wieder die Flut und das Wasser schoss bisweilen nur so durch die Öffnung hindurch.

Und hier der nächste Strand am nächsten Küstenabschnitt: die Küste ist sehr zergliedert und überall findet man hübsche Buchten.

Und hier – leider etwas diesig- kommt noch der Blick auf unser Örtchen San Vicente, unseren dahinter liegenden Campingplatz und den Ozean. Alles bei Flut! 

Schlaft gut,……

Samstag, 23. September 2017

Wieder bestes Wetter, Traumwetter.

Da hält mich ab spätestens halb neun nichts mehr im Bett und ich muss raus – zum Meer. Da sind schon viele Surfer zu Gange, die die Flut nutzen. Sieht das schön aus, wie die Sonne gerade aufgeht,…. da könnte man doch „vergehen“,…. 😊😊😊

Heute wird unsere gute Maschine, sprich Motorrad mal wieder herausgeholt und wir starten zu einem Ausflug in die Picos. Sind circa 60 km bis zu der Seilbahn nach Fuente De. Das soll mal für heute unser Ziel sein. Eine herrliche Fahrt folgt, erst noch über all die Mündungstrichter hier, dann kommt das Gebirge und wir fahren 20 km durch eine wunderschöne Schlucht. Ist das schön!!!Angenehme Kurven, nicht zuviel Verkehr und eine herrliche Landschaft. So kommen wir schon mal auf 1000 Höhenmeter und erreichen den nächsten Ort, Potes. Auch er besteht aus alten Steinhäusern, uralten Brücken, die über kleine Flüsse gehen, Steinkirchen – ich sehe sogar eine kleine Fußgängerzone und unendlich viele Menschen sind heute bei diesem Kaiserwetter unterwegs: sitzen in Bars und Lokalen und lassen sich von der Sonne bescheinen. Und dann natürlich noch das Panorama von hier aus auf die noch circa 20 km entfernte gigantische Felswand. Einfach herrlich ist es – sorry, wenn ich mich zu oft wiederhole!

Schade, dass ich keine Fotos von der Fahrt machen konnte. Für die Strecke wäre eine Helmkamera toll gewesen – natürlich auch für euch zum Mitschauen,…

Weiter geht es nach dem Ort Potes durch grüne Täler und Wiesen, auf denen Kühe weiden, immer höher. Und der Blick auf die Berge wird noch schöner. Und irgendwann gegen 15 Uhr sind wir dann ganz hinten, da wo es nicht mehr weiter geht: in Fuente De. Hier gibt es noch ein paar Lokalitäten und die Seilbahn, die einen auf 1800 Meter Höhe bringt. Und natürlich viele Parkplätze und Autos,… und sorry, wieder was vergessen: viele Ziegen, die mit Glöckchen an uns vorbeiziehen. Ist das herrlich!

Mit der Seilbahn sind wir schnell oben – nur 3,5 Minuten dauert die Fahrt in der Kabine, die für 16 Personen Platz bietet. Und dann ist Genießen angesagt, auch mal für Peter  :-).

Nun interessiert euch bestimmt, warum wir diese Aldi – Tasche auf dem Berg dabei haben und was da drin sein könnte? Oder ob wir vielleicht Werbung für Aldi machen?

Ganz einfach! Da ist unser Picknick drin, zu dem Zweck, dass es länger kühl bleibt.

Aber stimmt, wir lachen auch viel über diese Aldi – Tüte!  😉

Wer weiß um welche Blume es sich hier handelt?

Kurz vor dem Hinunter-Fahren genießen wir noch ein Käffchen hier oben,….noch nicht wissend, dass wir noch eine Stunde hier oben anstehen müssen, um wieder hinab ins Tal zu kommen.

Erst nach 19 Uhr sind wir wieder unten und kurz vor 21 Uhr wieder daheim auf dem Zeltplatz. Toll war es heute!  🙂

Und es geht es mit den wunderschönen Blicken weiter,….  🙂

 

 

Freitag, 22. September 2017

Jetzt kommen erst mal einige Bilder, denn wir haben herrlichstes Wetter und dann schreibe ich später mal wieder,… denke doch, dass ihr das versteht 😊.

So, inzwischen ist schon Mittwoch, der 27.09. und ich bin noch zu später Stunde fleißig: habe auf unserem Zeltplatz ein nettes Plätzchen gefunden, an dem ich WLAN habe und noch draußen sitzen kann.

Das ist unser Zugang zum Meer, quer durch die Dünen hindurch.

Für heute haben wir uns zu einer Wanderung ins nächste Dörfchen entschieden: erst am 4 km – langen Sandstrand entlang, bis es – ganz hinten – dann nicht mehr weiter-, sondern nur noch hoch geht.

Und das ist der Blick von oben,…..

Die Wiesen werden alle landwirtschaftlich genutzt,…..

…. und überall grasen die Kühe,… schwarz/weiße, braune,….

Wir kehren im nächsten Café kurz ein und lassen uns was Süßes schmecken, bevor wir wieder gemütlich nach Hause laufen.

Und ist der Blick abends auf das Städtchen nicht wunderschön?

Donnerstag, 21. September 2017

Wieder ein herrlicher Morgen! Wie mich das freut und wie gut das tut,….

Hier auf dem Platz gefällt es uns jetzt doch recht gut und wir wollen noch etwas bleiben, nur an einem anderen Stell-Platz. Da ein großer englischer Wohnwagen weggefahren ist ( das ältere Ehepaar wollte weiter nach Portugal und dort bis Mai 2018 bleiben), wollen wir uns auf ihren Platz hinstellen. Wäre doch ein super Ausblick! Apropos Engländer, hier an der Nordküste sind recht viele und meist kommen sie mit der Fähre direkt nach Santander gefahren, die Überfahrt dauert so an die 24 Stunden.

Aber das wird leider nichts. Die Wiese ist zu nass und wir kommen da nicht mehr weiter. Es geht nun weder vor- noch rückwärts. Gut, dass da gerade der Chef vorbeikommt und uns herauszieht. Schade, aber dann müssen wir halt weiterziehen und uns einen anderen Platz suchen.

Und den finden wir 10 km weiter, Camping El Rosal, zwischen den Dünen, dem Meer und einem Flüsschen. Er ist herrlich gelegen, ganz einmalig sogar und hat normale bzw. günstige Preise (für eine Nacht zahlen wir etwas unter 20€ für uns, unser Gespann und Strom). Bei Ebbe, wie jetzt gerade, ist das Becken des Flusses weitgehend trocken, Sandbänke schauen heraus – das gefällt mir ganz besonders. Bei Flut sieht es dann so aus, als sei hier ein See. Dahinter liegt das Städtchen San Vicente mit seiner auf einem Hügel liegenden alten Burg. Und da dahinter sind die Berge, das Picos Gebirge! Ein Panorama wie im Bilderbuch. Herrlich! Nur relativ voll ist der Platz, gut gefüllt vor allem mit vielen Surfern. Aber wir finden ein nettes Plätzchen und Wohnmobil und Anhänger passen gut darauf. Und von Tag zu Tag fühlen wir uns unter den jungen Leuten immer wohler (und jünger 😉).

Hier der Blick aufs Meer:

Und hier der Blick auf die Stadt, zu der wir am Nachmittag aufbrechen. Es ist der berühmte nördliche Pilgerweg, der nach San Vicente de la Barquera führt.

Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel ein, als die Läden um 17 Uhr endlich wieder öffnen und ziehen dann wieder heimwärts.

Unseren „Freitags-Krimi“ verpassen wir leider, denn hier stehen so viele hohe Kiefern, dass kein Empfang möglich ist. 😉😉😉

Mittwoch, 20. September 2017

Guten Morgen, ……😊

Heute geht es wieder ein Stückchen weiter Richtung Osten: wir wollen nach Llanes, kurz hinter Gijon und Oviedo.

Anbei mal eine Karte zur Info für euch:

Die Wettervorhersage ist ganz gut und wir wollen unbedingt noch einen Ausflug, wenn möglich mit dem Motorrad in das Picos-Gebirge machen. Und das ist von Llanes aus recht günstig.

Aber leider ist erst mal die Auffahrt zu dem von mir im Vorfeld ausgesuchten  Campingplatz „La Paz“ für unser Gespann zu steil und zu eng. Schade, denn dieser Platz soll wunderschön über dem Atlantik liegen

Also geht es weiter,… wir finden dann 20 km weiter noch zwei Plätze im Oyambre Nationalgebiet, aber der eine ist für mich zu weit vom Meer entfernt und der andere hat fast nur noch sehr unebene Stellflächen übrig –  echt schade, denn er liegt an diesem wunderschönen Strandabschnitt. 😳

Fündig werden wir dann im Nachbarort, in Comillas. Hier stehen wir an dieser wunderschönen Bucht, mit nur einem Nachteil: der Platz ist sehr feucht. Wir stellen uns so auf, dass wir morgen auf alle Fälle gut wegfahren können.

Ich schwinge mich noch auf mein Rad und erkunde noch etwas diese wunderschöne Gegend und bin total erstaunt, wie schön die Landschaft hier ist.  Sie ähnelt dem Allgäu – auch hier tragen die Kühe Glocken.

Und anbei noch einige Eindrücke:

Vor allem hat es mir auch der Blick zum Picos – Gebirge angetan – wahrscheinlich sieht man es auf den Bildern nicht ganz so scharf im Hintergrund, oder?

Kaum wieder daheim, wird es auch schon wieder dunkel,…… 😕

Dienstag, 19. September 2017

Habe ich diese Nacht herrlich geschlafen! Und nun um halb acht beobachte ich aus dem Bett einen wunderschön orange gefärbten Himmel – und um kurz nach acht, wie die Sonne aufgeht. Ist das herrlich!
Ich schreibe noch etwas am Blog und gehe dann in den kleinen Laden des Campingplatzes, um mein vorbestelltes Brot zu holen und wir frühstücken gemütlich, drinnen, denn draußen ist es trotz Sonne noch zu frisch.
Mittags ziehen wir nochmals in den Ort los, zum Hafen und gehen auch zum Strand, an dem heute auch einige Einheimische das schöne Wetter genießen.

Und diese „Tante Emma Läden“ gefallen mir ganz besonders 👍

Das wäre mein Traumhaus oder wegen der Größe wohl eher mein Traum-Büro in Traumlage:

Diese Strandhäuschen finde ich einfach süß – sie erinnern mich an Melbourne.

Hinterher waren wir noch was in einem netten Lokal essen: wir bestellen uns das Menü – und das besteht aus einem asturischen Eintopf, dann gibt es für mich Seehecht, für Peter Lachs und hinterher noch einen Flan und natürlich ein Käffchen.

Danach muss mich Peter fast den Weg nach oben „rollen“, so gut gefüllt bin ich 😉.

Sind das nicht wunderschöne Blumen, die wir am Wegrand noch sehen? Die obere kenne ich überhaupt (noch) nicht. Vielleicht kennt sie ja einer unserer Leser? 😉

Und kaum „daheim“ angekommen, geht es mit Arbeiten weiter: der Blog soll ja bald veröffentlicht werden,….

Kurz nach 21 Uhr wird es hier erst dunkel  – wie schön! 😊 Gute Nacht euch allen 🌙⭐️

Montag, 18.September 2017

Morgenstimmung am Strand:

Gerade als Peter die Brötchen fürs Frühstück aufbäckt, kommt der Bäckerwagen und bringt frisches Brot, dem ich nicht widerstehen kann.


Unser Parkplatz hier füllt sich, denn es ist wieder Ebbe und damit Besuchszeit der „Meeres- Kathedrale“. Leider nieselt es aber und so ziehen wir weiter, und es geht von Galizien nach Asturien.
Unser Ziel ist das 60 km entfernte Luarca: hier liegt ein Zeltplatz „Los Cantiles“, der von einer holländischen Familie gegründet wurde und jetzt durch „deutsche Einheirat“ in holländisch/deutsch/spanisch weitergeführt wird. Er liegt wunderschön auf ca. 80 Meter hohen Klippen und wir bekommen einen Platz mit herrlicher Aussicht aufs Meer und die umliegenden Berge oder besser gesagt, Hügel.

Das Meer hört man hier rauschen, wir stehen unter Kiefern und genießen die herrliche und wohltuende Ruhe. Zugvögel ziehen über uns hinweg. Möwen kreischen. Der Platz ist sehr schön angelegt, die Sanitärräume sind, wenn auch in die Jahre gekommen, sehr sauber. Und es gibt WLAN, wenn auch nicht das Schnellste. Es regnet immer mal wieder und so sitzen wir heute mal gemütlich im Wohnmobil und arbeiten an unserem Reiseblog, immer mit dem direkten Blick aufs Meer. Das gefällt mir, die Weite um mich zu sehen, da kann ich gut arbeiten.

Peter bereitet das Essen zu, Forelle und Salat und ich – ich lasse es mir schmecken. Herrlich ist es, so verwöhnt zu werden. 👍😊

Erst nach 18 Uhr drehen wir dann noch eine Runde in den Ort. Das kleine Hafenstädtchen soll eines der schönsten von Asturien sein.  Und ja, ich bin ganz begeistert: wir laufen noch zum Hafen hinunter, der von Felshängen und Häuserzeilen derart eng ist, dass ihm nur eine schmale Einfahrts- und Ausfahrtsschneise bleibt. Wir bummeln durchs Städtchen und durch die kleinen „Tante Emma-Läden“ und fühlen uns hier viele Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.

Abends sitzen wir noch im netten Aufenthaltsraum des Campingplatzes, denn hier gibt es WLAN und wir laden unsere Bilder für den Blog hoch. Ein junger Franzose aus Biarritz kocht sich hier gerade sein Abendessen, er spricht etwas englisch und wir erfahren, dass er nach Santiago de Compostela möchte.

Sonntag, 17.September 2017

Punkt acht Uhr werden wir aus unseren schönsten Träumen gerissen: neben uns hupt es laut! Ich mache das Rollo hoch, strecke meinen Kopf hinaus und was sehe ich? Den Bäckerwagen!
Ist das klasse! 👍👍👍 Wir kaufen aus dem Bett heraus ein leckeres frisches Brot in Form eines Baguettes. Übrigens, das spanische Baguette ist dicker als ein französisches. Peter setzt dann gleich den Kaffee an und nicht viel später frühstücken wir schon! Der Stellplatz selber ist wirklich auch wunderschön gelegen, an einem vom Rio Masma gebildeten Mündungstrichter, gegenüber von Foz (10.000 Einwohner). Da gerade Ebbe ist, liegen die Schiffchen im Trocknen. Ich spaziere noch etwas auf dem Rundweg und komme ans offene Meer, sehe Sandstrand und kleine Klippen.

Peter und ich wollen heute, an den nördlichsten Punkt Spaniens fahren. Wie ich gerade im Reiseführer las, ist er nur 50 km westlich von uns. Wir überlegen nur noch, ob wir mit dem Motorrad oder dem Wohnmobil fahren und entscheiden uns, nachdem wir die Wettervorhersage gesehen haben für letzteres – was im Nachhinein auch ganz gut war!
Die Gegend hier in Galizien ist ganz nett, hügelig, bergig, grün, es gibt viel Wald, vor allem riecht man Eukalyptusbäume und man sieht viele Kühe und auch Pferde – ja viel Landwirtschaft in den Tälern.

    

Die Städtchen sind nicht so noch unserem Geschmack, da sehen wir vorwiegend graue und triste Häuser und in den Städten viele Hochhäuser.
Nach einer Stunde Fahrzeit auf einer gut ausgebauten Straße sind wir im kleinen Örtchen Bares und fahren dann noch ein kleines Strässchen hinter nach Porto de Bares. Hier parken wir unser langes Gefährt an der Straße und schauen uns den kleinen Ort zu Fuß an, natürlich auch von oben und wandern durch einen Eukalyptus-Wald – riecht das gut!

Zum nördlichst gelegenen Punkt Spaniens, der Estaca de Bares mit seinem Leuchtturm fahren wir mit den Rädern. Am
südlichsten Punkt Spaniens in Tarifa waren wir auch mit den Rädern. Und den westlichsten Punkt in Fisterra haben wir zu Fuß erkundet.
Der nur zehn Meter hohe Leuchtturm mit einer Reichweite von 46 km ist seit 1850 in Betrieb und steht 101 Meter über dem Meer. Der Leuchtturm-Wärter schnitzt, Hühner gibt es hier – aber ansonsten nichts außer schönen Aussichten auf das Meer und die umliegenden Klippen.

Wir radeln zurück und trinken noch einen Kaffee am Hafen.

Unsere Räder werden eingehend von Einheimischen inspiziert. Unsere Fahrt geht dann wieder zurück Richtung Foz, denn ich habe noch etwas Interessantes zwischen Foz und Ribadeo, also Richtung Osten entdeckt: die wildromantische Praia das Catedrais. Und die ist wirklich super!
Und wir haben auch Glück, denn es ist gerade Ebbe! Warum? Weil man diese Gesteinsformen nur dann zu Gesicht bekommt. Und man erkennt dann auch, warum der Strand „Kathedralen-Strand“ heißt: die Felsbögen gleichen nämlich den unteren Teilen riesiger Kirchen. Durch viele freigespülte Bögen der Felsen kann man bei Ebbe gut durchgehen und man bekommt immer neue Ein-Blicke. Über zwei Stunden waren wir da unten. Gefährlich wird es dann, wenn die Flut kommt und alles überspült. Aber schaut selber, …….

Auf dem Parkplatz übernachten wir auch gleich und können sogar unseren Anhänger mal wieder angekoppelt lassen.

Samstag, 16.September 2017

Geburtstag von Karl-Heinz -> Alles Gute 🙂

Schön, wenn man sich auch mal an den gedeckten Tisch setzen kann – vor allem freue ich mich natürlich für Peter, der mir sonst meist liebevoll das Frühstück zubereitet. Es gibt Wurst, Marmelade, Honig und Müsli.

Dazu das Stimmengewirr von vielen Amerikanern, die hier – recht nobel im Vergleich zu den Pilgerherbergen – mit Schwimmbad und Massage und meist Gepäcktransport abgestiegen sind. Aber sie sind nett, kommen aus Florida und wanderten den Weg schon öfter: er sei einfach so wunderschön!
Ich wandere nach dem Frühstück auch los, Peter macht das Wohnmobil fertig und gabelt mich eine Stunde später unterwegs kurz nach dem nächsten Dorf auf. Wieder war es eine sehr schöne Wanderung und das Dorf Riego de Ambros gefällt mir ganz arg – so was von süß aber auch!

Es geht weiter durch Molinaseca nach Ponferrada (70.000 Einwohner) und hier nur zum Einkaufen und um unser Gas (Gastankstelle) aufzufüllen. Interessant wäre das Kastell der Tempelritter gewesen, aber das hatte gerade wieder zu, wird also auf später mal verschoben. Unser heutiges Ziel ist das 25 km südwestlich von Ponferrada und bei Carucedo gelegene Las Medulas. Unser Navi führt uns zum oberen Besucher-Parkplatz, wieder mal auf enger Straße und durch ein kleines enges Örtchen, wieder mit vielen Balkonen,….
Hier ist ein mehrere Quadratkilometer umfassendes Goldminengebiet aus der Römerzeit, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und in dem einst Unmengen an Sklaven ihr Leben ließen. Das Gebiet ist geprägt von Höhlen- und Schachteingängen und man kann eine Höhle mit Schutzhelm ausgerüstet begehen. Das lohnt sich, auch wenn wir hinterher wie „Rothäute“ (vom rötlichen Staub) aussehen. Wir sehen das goldhaltige Gestein, ein Konglomerat, also Flussablagerungen. Es sind unterschiedliche Schichten von unterschiedlicher Größe. Die römischen Ingenieure benutzten zum Abbau das „Ruina-Montium-Verfahren“. Hierbei wurden große Mengen Wasser durch ein Netz von unterirdischen Gängen geleitet. Diese Gänge wurden von Sklaven angelegt. Das benötigte Wasser wurde in Felskanälen zum höchsten Teil des Goldbergwerkes geleitet und dort erst einmal in Teichen gesammelt. Schlagartig wurden dann die Kanäle geflutet und der gewaltige Wasserstrom riss das Gestein mit sich und brachte es zu den Waschstellen im Tal

Auch der Blick vom Aussichtspunkt auf all die roten Zacken ist herrlich! Wir genießen es und kehren erst spät zum Auto zurück.
Heute geht unsere Fahrt noch durchs Gebirge bis ans Meer – zwischendurch wird noch kurz Gas gebunkert –

nach Galizien, genauer gesagt über Lugo und die Schnellstraße bis nach Foz, wo wir kurz vor 22 Uhr auf dem Stellplatz ankommen und noch einen freien Platz finden. Wie schön! 👍😊

Freitag, 15.September 2017

Erst um neun gibt es hier auf dem Platz Brot, also können wir in Ruhe ausschlafen, frühstücken und uns fertig machen.

Kurz vor 12 Uhr fahren wir dann ins 50 km entfernte Astorga.
Für Pilger las ich, ist das der ernüchterndste Abschnitt auf dem ganzen Weg, da er hauptsächlich an der Straße durch landschaftlich monotones Gebiet (typische Meseta-Szenerie) führt.
Astorga selbst hat ca. 13.000 Einwohner und war bereits zu Römerzeiten eine wichtige Stadt. Später wurde Astorga zur Bischofsstadt und einer immens wichtigen Station auf dem Jakobsweg.

Mir gefällt das Städtchen recht gut, ich schaue mir die Kathedrale

  

und den Bischofspalast an.

Dieser gefällt mir auf Grund seiner vielen Türmchen und seiner verspielten Bauart ganz außerordentlich, und ich bedauere es, dass er erst am späten Nachmittag wieder öffnet. Er wurde von Antoni Gaudi, dem spanischen Jugendstil-Architekten Ende des 19. Jahrhunderts entworfen. Leider hat nie ein Bischof darin gewohnt.
Auch das Schokoladen-Museum hat leider über Mittag geschlossen: 😳 so besorge ich halt in einer der vielen Bäckereien die hier hergestellten und berühmten Schmalzplätzchen und etwas Schokolade von hier zum Probieren.

Bin gespannt, was Peter dazu sagt,….
Weiter geht es dann durch die Montes de Leon zum Cruz de Ferro (Hierro) auf über 1500 Höhenmeter, dem zweithöchsten Punkt des Jakobswegs.

Das ist eine wunderschöne Wander-Strecke durch kleine Dörfer mit rustikalen Steinhäusern soweit ich das aus dem Autofenster beurteilen kann. Weiter geht es durch eine herrliche Heide-, Feld- und Waldlandschaft mit Kiefern, Eichen und rötlich blühender Heide – also der Abschnitt, der lockt einen förmlich aus dem Auto. Leider können wir das Wohnmobil nirgends abstellen, zu eng sind die Strässchen, zu klein die Parkplätze 😳. Auch im Frühling ist es hier bestimmt herrlich! Bedenken sollte man allerdings, dass es hier nachts sehr kalt wird (zur Zeit um die fünf Grad).
All die kleinen Dörfchen, durch die sich der Pilgerweg schlängelt, erfahren einen Aufschwung: sie bieten Betten an, Getränke und auch das berühmte Pilgermenü für meist zehn Euro.
Bald erreichen wir einen riesigen Parkplatz und das berühmte Kreuz auf 1504 Metern: es sitzt auf einem mehreren Meter hohen Baumstamm und der wiederum ragt aus einem gigantischen Steinhaufen.

  

Auf diesen legen Jakobspilger gewöhnlich Steine ab – als Symbol dafür, Lasten und Sorgen abzugeben und befreit weiter zu ziehen. Hier hängen auch Briefe, legen beschriebene Steine und es hängen sogar einzelne Socken, die wohl auch nicht mehr gebraucht wurden. Ich dachte eigentlich, dass man von hier einen schönen Ausblick hätte, aber da habe ich mich (mal wieder) getäuscht. Es gibt hier lediglich noch eine kleine Kapelle, die aber geschlossen ist. Es kommt noch ein deutscher Reisebus hier an, der den Camino bis Santiago abfährt. Und ein deutsches Radlerpaar aus Rostock, die es in drei Tagen noch bis Santiago schaffen wollen. Es sind ihre Flitterwochen, die sie hier auf dem Weg verbringen – sie meinten, dass sie das nicht mehr tun könnten, wenn erst mal Kinder und Haus da seien. Wie Recht sie doch haben könnten,… 😉
Ansonsten ist jetzt am späten Nachmittag nicht mehr viel los hier, die Pilger werden ihre Unterkunft weiter unten bestimmt gefunden haben. Und auch wir starten dann wieder Richtung Ponferrada. Lange überlegen wir noch, ob wir durch das kleine Dorf El Acebo fahren sollen oder lieber außen herum – also den ganzen Weg zurück – ? Das Dorf kennen wir nämlich von unserer letzten Fahrt, als wir uns mit dem großen Alkoven-Wohnmobil nicht trauten, durch das enge Dorf zu fahren. Aber nun trauen wir uns! Der Bus fuhr auch diese Richtung und bis jetzt kam er auch nicht zurück. Also müssten wir es auch schaffen! Es ist eine traumhafte Strecke, die stetig abwärts führt.

Und El Acebo meistert Peter bestens und fährt gekonnt durch die enge Schneise zwischen den schiefergedeckten Steinhäusern und ihren abenteuerlich angebauten Holzbalkonvorbauten hindurch. Super! 👍😊

Am noblen Hotel nach dem Ortsausgang ist ein großer Parkplatz mit herrlicher Sicht auf die umliegenden Berge bis nach Ponferrada.

Auch hier standen wir schon mal und haben die Aussicht genossen. Ich frage im Hotel nach und wir können gerne hier kostenfrei übernachten.

Für den nächsten Morgen habe ich mich schon nach dem Frühstück erkundigt: es gibt hier ab halb sieben Buffet und wir können bis elf Uhr hier für vier Euro pro Person frühstücken. Na, sind das nicht tolle Aussichten?

Donnerstag, 14.September 2017

Heute gibt es Frühstück außer Haus: wir gehen ins Städtchen Villada und finden dort auch eine Bar, die offen hat und in der wir einen Kaffee bekommen. Nur gibt es außer Keksen nichts dazu. Egal, wir genießen die morgendliche Atmosphäre in diesem spanischen Dorf.

Dann geht es mit dem Wohnmobil gemütlich weiter und wir kommen am frühen Nachmittag in Leon auf dem Zeltplatz an. Von weitem sieht man es Leon wohl nicht an, aber es soll eine besonders schöne Stadt sein, eben eine alte Königsstadt. Sind wir mal gespannt! Der Zeltplatz ist circa sechs Kilometer außerhalb von der Stadt, aber sehr schön oberhalb der Stadt inmitten von Kiefern gelegen, hat sogar ein Schwimmbad und die Chefin ist auch sehr nett.
Wir entscheiden uns dafür in die Stadt zu laufen und schaffen es auch querfeldein in einer guten Stunde: geht ja auch nur den Berg runter und die Kathedrale weist uns den Weg, schließlich ist sie ja schon von weitem zu sehen.

  

  

Die Stadt gefällt uns auf Anhieb, wir bummeln durch die Gassen, es gibt viel Grün, viele Parks hier. Peter holt sich noch einen Pilgerausweis (man kann ja nie wissen), ich mir einen Stempel und dann treffen wir unsere Nachbarn vom Zeltplatz. Eigentlich wollten wir dann noch gemeinsam was essen gehen, aber zu der Zeit – es war gegen 18 Uhr – hatte leider alles noch zu.

Gott sei Dank finden wir wenigstens einen Laden und holen uns Salami und Brot und lassen uns das auf einer Bank vor der Kathedrale schmecken. Danach holen wir uns noch einen „Coffee to Go“ und los geht es Richtung Heimat.

Ein langer Weg liegt ja noch vor uns. Jetzt brauchen wir auch deutlich länger. Na ja, geht ja auch ganz schön den Berg rauf! Kurz vor acht haben wir es dann geschafft, recht kühl ist es inzwischen auch geworden. Dann treffen wir uns noch mit unseren Nachbarn in der Gaststätte des Campingplatzes, tauschen Infos über bereits besuchte Plätze und Orte aus und haben so noch einen interessanten und schönen gemeinsamen Abend.

Mittwoch, 13.September 2017

Schon um 6 Uhr bin ich aufgewacht, geweckt durch das Läuten der umliegenden Kirchen. Ich freue mich schon auf den vor mir liegenden Tag und stehe dann um 7 Uhr endgültig auf, ziehe ich mich schnell an, mache mir ein Müsli, packe vollends meinen Rucksack und dann geht es kurz nach halb acht – das sollte mir mal zu der Uhrzeit daheim passieren – los. Draußen dämmert es erst und die Sonne geht hier erst um acht Uhr auf.

Ich laufe erst mal nur einen halben Kilometer, denn da sehe ich eine Bar, die schon geöffnet ist und kann der Versuchung nicht widerstehen, mir hier meinen Morgenkaffee zu holen.

Immer mehr Pilger ziehen schon wieder an mir vorbei und dann ziehe auch ich los: erst noch in angenehmen Tempo durch den Ort, dann auf einem schönen Kiesweg dem „Berg“, den Alto de Mosterales, der heute zu überqueren ist entgegen. 12% Steigung – oh je!

Aber langsam geht es hoch und die Aussicht aufs Tal wird immer grandioser. Klar, ein paar überholen mich – aber das macht mir nichts. Und wie stolz bin ich, als ich dann oben stehe und mir diese wunderschöne Landschaft regelrecht zu Füßen liegt.

Ich genieße es einige Minuten ganz für mich, ehe ich mir gegen eine kleine Spende an dem bereit gestellten kleinen Imbiss-Wagen noch einen Mini-Kaffee hole und einen Apfel mitnehme.

Etwas flach geht der Weg noch weiter, aber nicht lange – und schon geht es nun sogar 18% nach unten.

Und dann schlängelt sich der Weg dahin: man kommt an einer kleinen Kapelle vorbei,

holt sich drinnen natürlich einen Stempel in seinen Pilgerausweis ab, kommt über eine mittelalterliche Brücke in einen neuen Bezirk

und folgt dann einem malerischen Flüsschen, dem Rio Pisuerga bis ins nächste Dorf, Itero de la Vega.

Schon von weitem hört man die Stimmen: hier gibt es also was Essbares! Ich freu mich auf einen Kaffee und esse dazu ein Baguette mit rohem Schinken und Käse. Dabei beobachte ich das Treiben in der Bar. Zwei ältere Herren betreiben sie und haben alle Hände voll zu tun, soviel ist zur Zeit los. Eine Mit-Pilgerin meinte, dass momentan zwischen 250 – 300 Pilger in einem „Streckenabschnitt“ unterwegs seien.
Ist das nicht schon der reinste Tourismus? Die Meinungen darüber sind unterschiedlich, manche bejahen es, für andere ist der „Weg“ das ultimative Erlebnis. Man käme nirgends sonst so leicht mit anderen ins Gespräch, hätte dasselbe Ziel, könne über seine Probleme reden, da der andere Zeit habe, zuzuhören. Aus allen Herren Länder kommen die Pilger, ich traf viele aus Spanien, Italien, Deutschland, Österreich, England, den USA (sie haben meist gleich noch den Transport der Rucksäcke organisiert), aus Kanada und sogar aus Australien.
Die Motive sind unterschiedlich: einige lasen das Buch und/oder sahen den Film „Ich bin dann mal weg“ oder den Film „The Way“ und wollten diese Form des Reisens auch für sich ausprobieren. Bei einem Mitpilger aus Stuttgart war es die Frau, die diesen Weg auch ihrem Mann schmackhaft machen wollte und damit sehr erfolgreich war. Eine andere Frau möchte ihre Trauer hinter sich lassen und wiederum andere finden es einfach als sportliche Herausforderung, den Weg in möglichst kurzer Zeit zu gehen oder auch zu radeln.
Und ich? Ich wollte einfach mal die Atmosphäre er-spüren und ich bin auch ganz begeistert. Heute lief ich viel alleine, hatte Zeit, mir über dieses und jenes Gedanken zu machen.

Es geht weiter auf staubigen Pfaden mitten durch die Meseta, die baumlose oder fast baumlose Hochebene auf 800 Metern Höhe, die nur von einigen Tälern, wenigen Straßen und einigen kleinen Orten durchzogen ist. Endlose Getreidefelde sind schon abgeerntet, Sonnenblumen-Felder sind verdorrt,… nur Stille umgibt einen hier.

Der Weg heute war lang. Nach der ersten Rast kam die zweite erst zwei Stunden später und wieder lag ein Berg – wenn er auch nicht so hoch war wie der erste – dazwischen. Und dann folgte eine lange Strecke in der prallen Sonne. Gut, wenn man morgens also rechtzeitig losgeht,…..wie schätzt man hier einen kühlen Windhauch! Wie gut das tut!
Im zweiten Dorf, in Boadillo del Camino gab es eine besonders schöne Bar mit angeschlossenem Hostel (mit Pool und Wiese), in dem dann auch viele Pilger geblieben sind. Wäre ich auch, hätte ich mich mit Peter nicht im nächsten Ort verabredet. So gesehen ist es gut, wenn man nicht vorher bucht und sich die Freiheit bewahrt, sich spontan zu entscheiden, wenn einem was gefällt oder man ganz einfach genug mit Laufen hat. Natürlich birgt es andererseits die Gefahr, grad wenn man spät dran ist, dass man zu spät kommt und eventuell mal ohne Bett da steht.
Eine Pause habe ich in der Bar natürlich eingelegt und sitze mit englisch-sprechenden Pilgerinnen aus England, Australien und Kanada unter Weintrauben zusammen, habe Kaffee und Kuchen genossen und bin eine Stunde später dann weiter gelaufen.

Nun waren es ja „nur“ noch sieben Kilometer, und die gingen wunderschön an einem Kanal, dem Kastilien-Kanal und teils unter Bäumen entlang.

Am Ende der zu gehenden Strecke fällt der Kanal in mehreren Stufen ab,

es geht noch über ein kleines Brückchen und hinein in den großen Ort Fromista, mein heutiges Ziel.

Und ich war schon sehr froh, als ich Peter dann sah und er mich gleich mit Kaffee und Sprudel verwöhnte – und wohl auch froh war, dass ich wieder wohlbehalten „zu Hause“ ankam.

Unsere Fahrt ging dann noch eine Stunde mit dem Wohnmobil bis zum nächsten Stellplatz Richtung Leon weiter. Und hier stehen wir nun sehr schön mit einem Briten auf einem kostenlosen Platz am Dorfrand von Villada zusammen, haben leckeren Salat gegessen und ich habe die Zeit genutzt, all das Schöne, das ich heute erlebt habe aufzuschreiben. Es war echt super – und mal was ganz anderes, ja, etwas, das ich schon so lange mal machen wollte, mich aber bisher noch nicht getraut hatte.

Dienstag, 12.September 2017

Es geht los! Ich pilgere heute – das habe ich mir schon lange mal gewünscht. Ich dachte zwar immer an die Pilger-Strecke von München zum Bodensee, aber da wir nun hier sind, freue ich mich ganz arg drauf, den berühmten Camino Frances zu gehen.

Kurz nach sieben stehe ich auf. Viele Pilger laufen da schon an unserem Wohnmobil vorbei, teils noch mit Stirnlampe ausgerüstet – ist ja noch duster. Kurz noch was essen, ein Käffchen dazu, Peter hat mir noch ein paar Brote gemacht – und los geht es!
Ich habe mir heute eine schöne Strecke ausgesucht, nur mit ein paar kleinen Steigungen und nur 20 km lang. Es riecht noch herrlich frisch, die Sonne kommt gerade heraus und es ist noch recht frisch in meinem Blüschen.


Nach zwei Stunden lege ich eine kurze Rast ein, esse ein Brot und erreiche eine halbe Stunde später einen kleinen Ort,

Hontanas – er liegt schon ganz süß in einem Tal und als ich das Bild in meinem Reiseführer sah, wusste ich, dass ich hier laufen wollte. Es ist ein Mini-Dorf mit rustikalen Steinhäusern und vor der Kirche gibt es einen echten Pilgertreff und wir sitzen gemütlich bei einem Kaffee zusammen und entspannen. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, alles scheint hier still zu stehen und irgendwie der Zeit hinterher.


Jeder zieht wieder los, wenn es für denjenigen passt.

Mich fragt eine Pilgerin, ob wir ein Stück des Weges gemeinsam zurücklegen wollen. Klar, mich freut es riesig. Und so tauschen wir uns auf den kommenden acht Kilometern aus. Es ist ein schöner Weg, der teilweise entlang einer Allee verläuft.

Man kommt noch an den Ruinen des gotischen Klosters San Anton vorbei: hier spannen sich die Bögen einer alten verlassenen Abtei hoch über dem Weg. Zur Zeit wohnt ein Mann hier und verbringt zwei Wochen seines Urlaubs hier. Früher war es ein Hospital.

Schon gegen 14 Uhr kommen wir an der Kirche in Castrojeriz an,

holen uns einen Stempel und schauen uns die Kirche an. Dieses Dorf ist äußerst langgestreckt und bäuerlich geprägt. Ich freue mich auf Peter, denn hier haben wir einen Zeltplatz entdeckt, auf dem er mich jetzt erwartet. Gemütlich verbringen wir den Nachmittag mit Duschen, Reden und Schreiben. Erst gegen Abend wandere ich noch hoch zu den Ruinen und genieße einen herrlichen Ausblick auf die Gegend bis hin zum Gebirge. Das hat sich echt gelohnt, wenn es auch mühsam war.

Auf dem Heimweg treffe ich noch einige Pilger in den Lokalen und setze mich zu dem Paar aus Stuttgart dazu, esse ein typisches Pilgermenü, bestehend aus Zucchinisuppe, Paella und als Nachtisch ein Joghurt mit Kokosgeschmack. Wir tauschen uns noch über alles Mögliche aus und gegen neun Uhr schaue ich dann doch, dass ich zum Zeltplatz zurück komme. Peter sitzt auch noch draußen. Wie sich herausstellt, mit einem jungen Mann, 24 aus Erfurt. Er hat neben uns sein Zelt aufgeschlagen und ist mit dem Rad hergekommen. Sein Ziel ist es, in ein paar Tagen Lissabon zu erreichen und dann zurück zu fliegen.

Montag, 11.September 2017

Heute geht es bei Sonnenschein weiter nach Burgos. Und auch da lacht die Sonne, obwohl das Wetter hier den Ruf hat, eines der ungemütlichsten in Spanien zu sein. Wir kaufen zunächst noch ein und finden dann den ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplatz, der sehr schön gelegen ist. Peter bleibt da, ich freue mich auf einen Stadtrundgang, bei dem ich mir einige der berühmten Kirchen und natürlich die berühmte und sehr eindrucksvolle Kathedrale, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, anschaue.

Die Stadt mit ihren 175.000 Einwohnern (also Ulm und Neu-Ulm zusammen) ist auch recht hübsch, einige kleine Gassen und schöne Plätze.

Da mein Magen knurrt, finde ich ein kleines Lokal mit Blick auf die Kathedrale und bestelle mir das Nationalgericht: Black Pudding, also Blutwurst im Baguette.

Na ja, ist schon recht gewöhnungsbedürftig. Neben mir sitzt ein junges Paar und wie es oft so ist, kommt man ins Gespräch: die junge Frau ist aus der Nähe von San Francisco und macht hier ihr Praxis-Semester. Sie schwärmt dann – als sie hört, dass ich aus Deutschland bin – noch von Berlin und zeigt mir einige ihrer Bilder. Nett war es,….auch Pilger sehe ich hier viele und in mir wächst der Wunsch, das auch mal zu tun. Ein freundliches „buen camino“ hörte ich heute schon öfters, schließlich habe ich ja auch die Pilgermuschel an meinem Rucksack.


Den berühmten Frischkäse aus Burgos und was Süßes habe ich auch im Gepäck, um Peter zu überraschen.

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken geht es dann wieder weiter – für heute zu einem ganz besonderen Ziel: und zwar nach Hornillos del Camino, circa 30 km von Burgos entfernt. Was hier ist?

Es ist ein Mini – Dörfchen, nur bekannt dadurch, dass hier Pilger durchziehen und übernachten. Und genau das tun wir auch. Natürlich wollen wir keinem Pilger sein Bett wegnehmen (😉), sondern schlafen am Ortsende (wo es nicht mehr weitergeht) in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit in unserem mobilen Heim.

Ich streife dann gegen halb sechs noch durchs Örtchen, spreche ein paar Pilger an und habe ein gutes langes Gespräch mit einem netten Ehepaar aus der Nähe von Stuttgart. Klar will ich wissen, wie es so ist, warum sie es tun, wie lange schon und wie lange noch,…. Ein paar andere Pilger aus England, Spanien und der Schweiz kommen dann auch noch dazu und ich freu mich schon richtig auf den morgigen Tag, denn da geht es auch bei mir los,…. ich pilgere mal für zwei Tage mit! 👍😊😊😊
Bin schon ganz aufgeregt, denn frühes Aufstehen ist angesagt! 😳