Donnerstag, 07. September 2017

Wir verbrachten eine ruhige Nacht – nur mit Grillengezirpe – und wurden durch Vogelgezwitscher geweckt. Wie schön!

Nach dem Frühstück wanderten wir noch zwei Stunden bei Ebbe am Strand entlang – was für ein Gefühl der Freiheit bei diesen herrlichen nicht endenden Sandstränden und Dünen hier,…..das Wetter ist noch bewölkt, trotzdem können wir in der Ferne schon die Pyrenäen – unser nächstes Ziel – erkennen.

Gemütlich tuckern wir dann weiter durch viele nette Orte mit Fachwerk an den Häusern und durch viel Wald,  fast wie in Schweden. Ausser dass es hier meist Pinienwald ist. Auch Fahrradwege verlaufen neben der Straße, es geht hoch und runter. Farn wächst und wächst zwischen den Pinien und Kiefern, es gibt auch Laubbäume und das Heidekraut leuchtet auch schon. Und – wir sind in Frankreich – es gibt wunderschön angelegte Kreisverkehre mit vielen Blumen.

Nach sechzig Kilometern sind wir dann kurz nach drei Uhr am nächsten Etappenziel, in Saint Jean de Luz, genau zwischen dem französischen Biarritz und dem spanischen San Sebastian, mitten im Baskenland. Hier „steppt der Bär“, Verkehr über Verkehr, Campingplatz an Campingplatz, Autos über Autos – oh je! Das ist ja eigentlich so gar nicht unseres,.. und auch der von mir ausgewählte Zeltplatz hat kein freies Plätzchen mehr. Aber wir werden dann beim übernächsten fündig: ein netter kleiner familiärer Platz mit herrlicher Sicht auf den gesamten genannten Küstenabschnitt. Wir bekommen einen extra langen Platz, auf dem wir prima stehen können ohne unseren Anhänger „abschnallen“ zu müssen: einfach perfekt für uns. Klasse! 👍

Wir essen noch eine Kleinigkeit, danach schwimme ich ein paar Runden im Pool, der angenehm warm ist. Und dann geht es noch mit den Rädern 5 km hinunter in den Ort: ein schöner Radweg für uns, für Wanderer läuft daneben der Küstenwanderweg oder auch Pilgerweg. An den Ausblicken auf die wilde Küste von hier oben kann ich mich gar nicht satt sehen und bleibe immer wieder stehen – ist das schön und entsprechend lange dauert die Fahrt.  👍😊

Die weiten Sandstrände, die von Kiefern gesäumt sind, werden nun von einer felsigen Küste abgelöst.

Auch wird es hier zweisprachig: französisch bleibt, ist klar und dazu kommt euskara, die baskische Sprache.

Auch das Städtchen Saint-Jean-de-Luz mit seinen 13000 Einwohnern ist bezaubernd: hinter dem Hafen verbirgt sich die Altstadt mit Fußgängerzone, netten Lokalen und Läden. Es ist noch einiges los hier im einstigen Walfängerdorf. Die höchsten Wellen des Atlantiks werden in dem Abschnitt gemessen, Wellenreiter lassen sich auf Jetski oder sogar mit dem Helikopter extra dahin bringen.

Und es fand hier auch Weltgeschichte statt: im Jahr 1660 heiratete hier der Sonnenkönig Louis XIV die spanische Maria Theresia  – eine Verbindung, die nach 24 Jahren Krieg den Frieden zwischen Frankreich und Spanien besiegelte und Frankreich die Vormachtstellung in Europa sicherte.

Wie gut, dass ich mein E-bike mitgenommen habe: ist ein ganz schöner Aufstieg bis zu unserem Zeltplatz und wir schaffen es gerade noch einen sehr schönen Sonnenuntergang zu bewundern. Unter uns sind immer noch die Surfer, wie Robben sehen sie von hier oben aus. Ich bestaune ihre Fähigkeiten – sieht toll aus, wenn sie auf den Wellen ihre Kurven drehen.

2 Gedanken zu „Donnerstag, 07. September 2017“

  1. Jette, tolle Berichte, weiter so!
    Besteht für euch die Möglichkeit, auch mal ein kurzes Video zu verlinken? Ich könnte es nicht, Peter kann es, wenn die Voraussetzungen stimmen 🙂

    1. Das mit dem Video haben wir inzwischen auch versucht: war in Bilbao, 30. September!
      Und VIELEN Dank fürs Lob – das tut guuuuuuuut. 🙂

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