Freitag, 08.September 2017

Heute ist Premiere: wir wollen eine Motorrad – Tour machen und zwar wollte ich schon so lange mal nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Ungefähr sechzig Kilometer sind es von Zeltplatz einfach, das müsste gut zu schaffen sein! Das Wetter ist einzigartig, blauer Himmel, nicht zu warm – einfach ideal.

Schon komisch, jedenfalls für mich, wieder auf dem Zweirad zu sitzen. Gleich anfangs kommen viele geschwungene Kurven ( jedenfalls empfinde ich sie so) und mir wird ganz flau. Wir kommen am Pass vorbei bei der Talstation der Zahnradbahn, die auf den 900 m hohen Pyrenäenberg La Rhune, dessen Gipfel bereits auf spanischen Gebiet liegt, fährt. Da ist eine Menge los,…. Autos über Autos stehen am Straßenrand. In Sare, einem ruhigen baskischen Dorf legen wir erst mal eine Pause ein und teilen uns das Tagesessen in einem kleinen Lokal.

Dann geht es weiter,…. erst noch über kleine Strässchen mit wunderbaren Ausblicken: die Gegend hier ähnelt dem Allgäu, es geht hoch und runter, duftet nach Heuernte. Es gibt Getreidefelder, Mais und viele Apfel- und Kirschbäume. Wunderschön! Dann kommt die größere Straße Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port, worüber ich auch nicht böse bin. Immer weiter geht es rein ins Gebirge, immer schön am Fluss entlang. Das kann ich so richtig genießen. Und dann kommt „mein“ Ort – er hat mir schon so gefallen, als ich Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ als Film gesehen habe. Und nun sind wir da!!!! 👍😊😊😊

Beim Touristenbüro bekommen wir ein nettes Park-Plätzchen und dürfen sogar unsere Motorradjacken samt Helmen bei ihnen lassen. Ist das nicht super? Ich freu mich riesig darüber und so steht einem Bummel nichts mehr im Wege,….. es gibt hier nette Lädchen, viele Lokale, noch mehr Pilger und – ganz viel Atmosphäre.  Die Gassen sind kopfsteingepflastert, wie schön. Man fühlt sich direkt in der Zeit „rückversetzt“. Von oben, der Zitadelle aus genießen wir die Aussicht auf Weinberge, Täler und das umliegende Baskenland. Im Pilgerbüro hole ich mir einen Pilgerausweis und lasse mir von einem netten älteren Herrn Tipps für den Jakobsweg geben und bekomme eine Muschel geschenkt. Er wünscht mir „einen guten Weg“. Und der nächste Weg hätte es sehr in sich: über 1000 Höhenmeter und fast 27 km. Nein, dazu muss ich erst mal trainieren.

Apropos Training: in einer Bäckerei in der Fußgängerzone lassen wir uns noch was Süßes und einen Kaffee schmecken, „wackeln“ zum Motorrad zurück und machen noch einen Zwischenstopp in Espelette. Für seine roten Peperonischoten, die hier überall wachsen und im Herbst zum Trocknen an allen Hauswänden hängen, ist der Ort bekannt. Ein tolles Fotomotiv und ein gemütlicher Ort mit vielen kleinen Läden, insbesonders viele Gewürzgeschäfte zählen wir.

Da schon wieder ein Hungergefühl aufkommt, kaufen wir uns in einer Metzgerei was typisch baskisches, lassen es uns warm machen und essen es auf der Bank vor dem Laden. Na ja, noch mal würden wir dieses Essen nicht wählen,…..

Die Heimfahrt wird gemütlich und schon um sieben sind wir zurück auf dem Zeltplatz. Das Motorrad und die Kleidung dafür wird gleich wieder im Anhänger verstaut ( was ganz schön lange dauert), denn noch in der Nacht soll es laut Navi regnen.

Ein super Tag war es! 👍😊

2 Gedanken zu „Freitag, 08.September 2017“

  1. Meine Bewährung bei der Fußwallfahrt nächsten Dienstag (ohne Ausweis) steht noch bevor, aber ich schaffe das, ca. 26 km Wiblingen_Langenau …
    Euer Navi meldet Regen? Meines nur, dass die Straßen ein großer Parkplatz oder eine Rennbahn für Schnecken geworden sind.

    1. und meistens täuscht sich unser Navi auch nicht,…. manchmal ist das gut (wenn gutes Wetter vorhergesagt wird), manchmal schlecht,….

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