Dienstag, 03. Oktober 2017

Kurz vor 12 Uhr sind wir reisebereit, nachdem wir vorher noch Frisör „gespielt“ haben: Peter hat meinen Pony geschnitten und ich ihm seine gesamten Haare: bin sehr stolz auf mein Erstlingswerk!

Wir machen noch einen Abstecher ins Städtchen Soulac-sur-Mer: es ist das nördlichste Seebad der Cote d`Argent, der Silberküste, an der wir geschätzte 250 km entlang gefahren sind. Es hat einige nette Häuschen, die reich verziert sind, ein paar kleine Lädchen, Lokale und vor allem eine tolle Bäckerei: wir kaufen uns ein Pan bagnat (leckeres riesengroßes Brötchen mit Thunfisch, Ei, Paprika, Tomate, Salat) zum „Gleich-Essen“ und für danach ein Stück Flan-Kuchen und eine Rosinenschnecke. Das hat sich gelohnt!  😉

Und so gut gefüllt kann es noch zehn Kilometer bis zur Fähre weitergehen: dort müssen wir über eine Stunde warten, denn die Fähre legt nur alle zwei Stunden ab, und der Preis ist hoch: 45 EUR für 40 Minuten Schifffahrt – für etwas mehr sind wir ja nach Schweden über sieben Stunden dafür unterwegs 😉. Nein, nein, wir sind froh, dass es diese Fähre gibt, sonst hätten wir über 200 km Umweg gehabt. Hier an der Küste sind viele Bunker:

Die Überfahrt war ganz schön schaukelig, die Mündung der Gironde ist hier 6 km breit, wird im weiteren Verlauf noch breiter, bis sie dann kurz vor Bordeaux wieder schmaler wird und durch die Stadt fließt.

Die „Silberküste“, Cote d`Argent hat uns übrigens von der Düne von Pilat bis ins Baskenland sehr gut gefallen, war nicht überfüllt, es gab einige nette kleine Städtchen und viiiel Natur. Der obere Teil nun war nicht so unser Geschmack – aber schön, dass man es gesehen hat und für weitere Reisen weiß,….

Hier in Royan – nun an der Cote de Lumiere – müssen wir uns erst mal umstellen: hier ist wieder was los! Viel Verkehr, viele Geschäfte, Tausende von Wegweisern,… ja, wie es ist, ist es nichts!

Royan hat 18 000 Einwohner, Picasso und Zola malten hier. Doch von diesem Royan ist nichts geblieben: im Januar 1945 lieferte sich die deutsche Armee heftige Gefechte mit den Alliierten und 85% der Stadt wurden zerstört. Die neue Kirche ist aus Stahlbeton erbaut und ihr Schiff variiert in der Höhe (28 – 36 m).

Der Leuchtturm aus dem 16. Jahrhundert, der 7 km vor der Küste im Mündungsbereich der Gironde steht, ist der älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm in Europa. Mit einem Ausflugsboot kann man hinfahren und den Turm besteigen.

Unsere Fahrt geht weiter, noch 50 km quer durchs Land, an Kanälen und an Tausenden von Austernbänken vorbei. Hier sind „Parcs à huitres“! Und bald ist es soweit: die Brücke zur Ile d´Oleron kommt: majestätisch spannt sie sich übers Meer. 22 000 Einwohner erwarten uns hier  😉, 30 km ist die Insel lang und an der breitesten Stelle misst sie 15 km. Wir durchfahren sie erst mal und Peter überrascht mich in der Mitte der Insel, im Örtchen Saint-Pierre-D´Oleron mit einem leckeren Austernbrötchen! Das tat gut!!!!  😊

Einen Stellplatz finden wir dann ganz hinten oder oben, je nachdem, wie man es sieht – fast am Leuchtturm, in Saint-Denis-d`Oleron, dem nördlichsten Ort für 12 EUR die Nacht, sogar mit Duschen und Toiletten.

Aber damit nicht genug: wir holen noch schnell unsere Räder aus der Garage und düsen damit noch zum Leuchtturm. Schließlich ist ja gleich Sonnenuntergang,…. Und wir werden nicht enttäuscht,…. Wir sind total begeistert. Zu Hause wird dann der Fernseher aus gelassen und es wird noch geschrieben. 😊 Fertig!!!!!

2 Gedanken zu „Dienstag, 03. Oktober 2017“

  1. Ich genieße eure Reiseberichte, macht weiter so …
    Aber eines macht mich doch stutzig: Bin ich hier „Alleinunterhalter“, dass niemand mehr wagt, eure Berichte zu kommentieren? ❓

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