Montag, 09.April 2018

Wir haben wunderbar an dem sehr lang gestreckten Lake Wakatipu geschlafen und es schien sogar die Sonne, als wir aufgewacht sind. Herrlich, wie der See dadurch blitzte,… nur zum Frühstück draußen war es nun doch zu frisch.

Wir starteten gegen 10 Uhr und waren eine Stunde später schon in Queenstown: auch diese Stadt spielte in den Neuseeland – Romanen, die ich las, eine große Rolle! Ja, damals war es eine ganz kleine Stadt, die vor allem die Goldgräber anzog,.. Heute sind hier Action und Trubel angesagt, es ist DER Abenteuer-Spielplatz Neuseelands mit Bungy Jump, Gleitschirm – Fliegern, rasanten Shotover River – Fahrten, im Winter ist natürlich Skifahren angesagt, und und und! Für uns war es in der Stadt voll, teuer und total touristisch – einfach nichts für uns, obwohl die Lage am schönsten Uferabschnitt des Lake Wakatipu wirklich herrlich ist! 👍😊 Bewaldete Hänge (mit teuren Villen) und zwei herrliche Gebirgsketten dahinter – das ist schon ein herrliches Bild, eine phantastische Kulisse! Im Tal am See liegt Queenstown.

Man hat auch einen sagenhaften Blick auf die Gipfel des Mount Aspiring Nationalparks.

So fuhren wir noch ein Stück am See entlang die „Sackgasse“ Richtung Glenorchy, um die wunderschöne Berglandschaft zu genießen.

Und auch das Wetter war noch super! Ganz nach Glenorchy war es uns aber doch zu weit: 44 km hin und wieder zurück, mindestens 2,5 Stunden ohne Aufenthalt. Trotz unserer vier Wochen auf der Südinsel (die braucht man hierfür auch!) fährt man viel,… und man hat auch immer die noch vor einem liegende Strecke und Ziele (und auch etwas das Wetter) im Auge. Am Tag um die 250 km waren es bei uns sehr oft – oder fast immer,…. 🙈😳
Aber für heute fanden wir noch einen besonders schönen Abstecher zum Moke Lake: die schmale, größtenteils geschotterte Straße führt zwischen hohen Bergen im tiefen Tal durch und zeigt eine erstklassige schroffe Bergwelt, die an Western- und Cowboyfilme erinnert. Der See diente als Kulisse für den neuseeländischen Sozialkrimi „Top of the Lake“. Es war absolut ruhig und wirklich auch wieder eine unberührte Natur, die wir sehr genossen.

Und dann fuhren wir weiter ins nächste Goldgräber-Städtchen, nach Arrowtown (hier gab es freie Parkplätze): die gut erhaltenen historischen Häuser werden vor allem als Restaurants und Läden für Touristen genutzt.

Hier geht es noch ruhiger zu, es gibt viel Nettes zu kaufen und ich erstand eine Mütze für 6 Dollar, die mir noch gute Dienste erweisen sollte,… 😊😉

Der Ort gefiel mir sehr gut, ich kam mir wie in einem Freilichtmuseum vor und fühlte mich in die „alte Zeit des Goldrauschs“ zurückversetzt,…. 😉😉😉
Beeindruckend ist auch Chinatown am Ende des Ortes: die kleinen Hütten, an den Berg gepresst, veranschaulichen eindringlich die kärglichen Arbeits- und Lebensbedingungen der chinesischen Goldsucher in den Goldrauschjahren. Es zeigt, wie die Chinesen ins Land gelockt wurden und dann regelrecht ausgenommen wurden.

Natürlich sind auch hier wie fast überall in Neuseeland sehr, sehr viele Asiaten. Für diese gilt folgender Hinweis:

Bei der Weiterfahrt entschieden wir uns mal wieder dafür, eine ganz bestimmte Straße zu fahren. 😉😉😉 Viele Tage war unsere Strecke praktisch vorgegeben – es gab kaum Alternativen. Heute wählten wir die Serpentinen – Straße nach Wanaka, die sich bis 1076 Meter Höhe in die Höhe schlängelt. Von oben hat man einen herrlichen Blick ins Queenstown – Tal und kann auch die Flugzeuge beim Landen beobachten: es ist wohl wegen der umliegenden Berge und damit auch der verschiedensten Winde einer der gefährlichsten Flughäfen weltweit. Auf dem Bild sieht man die Landebahn.

Wir genossen den Blick mit einem Käffchen und was Süssem – schon toll und auch eine Freiheit, wenn man da, wo man gerade ist, was Leckeres genießen kann,…. 😊
So schön unser Airbnb auch war, so hat auch das Camper-Leben Vorzüge: vor allem hier im Süden auf der Südinsel, wo es nicht so viele Unterkünfte gibt (weil hier ganz einfach nicht viele Menschen wohnen und oft noch unberührte Wildnis und Natur sind) – man kann da bleiben, wo man möchte und na ja, vor allem da, wo keine Verbotsschilder stehen. Das mit den Schildern ist oft nervig, denn an vielen schönen Plätzen ist das Übernachten untersagt – verständlich finde ich es, wenn ein Campingplatz in der Nähe ist.
Aber trotzdem findet sich immer wieder ein Plätzchen,… muss man halt noch ein Stückchen weiterfahren,…. ist halt oft schöner irgendwo im Freien zu stehen, da wo man will (und kann), frei zu sein, auch mit der Abfahrt am nächsten Tag – als auf einem Zeltplatz.
Unsere Fahrt heute ging erst mal weiter in die Bergschlucht hinunter, vorbei an für mich wunderschönen grünen Hügeln,…

….. bis nach Wanaka – Wanaka ist ein Städtchen, auch sehr schön an einem See (wieder riesengroß, zieht sich bestimmt 60 km in die Länge) und in den Bergen gelegen (es hatte eine Dumping – Station, die wir nutzten und einen großen Supermarkt. Klar haben wir auch wieder getankt und für Gas-Nachschub gesorgt). Ansonsten gibt es hier viele kleine Geschäfte, viele Cafés und Restaurants: aber alles eine Nummer kleiner als das berühmte Queenstown. Hier ist der berühmte Mount-Aspiring-Nationalpark ganz nah: ein 355 000 Hektar großer Nationalpark, der zum Weltnaturerbe gehört. Rund 100 Gletscher hat der Park und Wissenschaftler beobachten auch hier seit Jahrzehnten einen Rückzug des Eises. Zusammen mit den Fjordland, dem Westland und dem Mount Cook NP ist es eine Fläche von insgesamt 2,6 Millionen Hektar.
Wir fuhren noch etwa 20 km weiter ins nächste Städtchen Hawea: es ist recht klein und liegt am nächsten See, dem Lake Hawea, der sich genauso lang hinzieht. Ihr seht, wir sind hier mitten im Seengebiet – Seen, von riesigen Bergen umgeben – und der „Unterschied“ zu Europa ist die unbedingte Wildnis und absolute Einsamkeit. Herrlich! 😊👍
Nun war es fast 18 Uhr, es regnete inzwischen und die Berge verschwanden immer mehr im Dunst – und wir waren auf der Suche nach einem Stellplatz –
Und wir fanden ihn! Ein schöner großer Platz mit herrlicher Sicht auf den See. Etwas einsam, aber das machte uns nichts. Und was hörte Peter als erster? Das Röhren der Hirsche! Am Berghang zwischen See und Straße war eine ganze Herde Rehe und trotz Regen beobachtete ich vor allem den Hirsch – ein herrliches Tier mit seinem mächtigen Geweih!
Etwas später gesellte sich noch ein Auto zu uns: am nächsten Morgen sahen wir, dass ein Pärchen darin geschlafen hatte und zum Wandern aufbrach. Wir kochten uns nun noch was Leckeres: es gab eine Pfanne mit Zwiebeln, Knoblauch und Fleisch – und dazu Uncle Ben‘s Reis! Lecker, was die Bordküche alles hergibt! Und vor allem der tolle Koch! Da wir hier kein Netz und auch kein Wlan hatten, probierten wir unser neues Kniffel aus und hatten viel Spaß! Gemütlich war es,…… nur kalt und immer kälter wurde es,… und unsere Heizung funktionierte nicht. 🙈😳😳😉

Wie gut, dass ich mir eine Mütze gekauft hatte,…Wir zogen eine Schicht mehr Kleidung an und konnten irgendwann schlafen,…. ⛄☃⛄☃⛄

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.