Dienstag, 16. Oktober 2018

Ein wunderschöner und anstrengender Tag beginnt:

Wir starten halb elf von dem Campingplatz. 23 € hat die Nacht auf dem Platz für uns mit Strom gekostet und jeder konnte einmal für drei Minuten duschen. Es gab keinen Aufenthaltsraum, keine Küche nichts. Nur eine Toilette und eine Dusche für jedes Geschlecht. Gut, dass wir alleine hier waren. 👍😊

Der Blick auf die Seen war natürlich super, trotzdem finden wir den Preis (für Polen) überteuert und irgendwie kommt man sich – kommen wir uns in dem Fall – etwas „ausgenommen“ vor. 

Zu eurer Orientierung: wir befinden uns in Masuren, im Nord – östlichsten Teil Polens, sehr nah an der Grenze sowohl zu Litauen als auch zu Weißrussland. 

Und hier kommt unsere heutige Strecke quer durch Masuren:

Wir fahren heute durch wunderschöne Wälder, überall leuchtet es dank der Sonne gelb, orange und rot. Einfach herrlich! Und die Strecke fängt auch ganz gemütlich an! 😊😊😊

Überall sehen wir Storchennester. Polen gilt als das Land der Störche. Ein Viertel aller Störche weltweit leben in Polen. In manchen Dörfern gibt es mehr Störche als Menschen. Die Landwirtschaft bietet ideale Lebensbedingungen für sie. Es gibt kaum chemische Düngung. Also ein perfektes Nahrungsrevier. 

Wir sehen viele Seen, kommen aber leider gar nicht an sie heran. Schade 🙈😳  – Ich hatte von den Masuren wohl andere Vorstellungen. 😉

Wir fahren durch kleine und große Orte und Städte, die uns auf den ersten Blick nicht besonders ansprechen. Im Gegenteil! „Nur schnell wieder heraus!“, ist unsere Devise. 

Wir kaufen Wurst und Kuchen (wieder wird er abgewogen) ein und freuen uns über die niedrigen Preise. 

Wir sind erschrocken über die teils oder meist sehr, sehr schlechten Straßen. Schlaglöcher, Buckel, Rillen in Massen. 

Dazu gibt es viele Alleen (vor allem Buchen), die zwar wunderschön aussehen, aber eben sehr eng sind und ich bewundere Peter, wie er diese Situationen so erstklassig meistert – sogar im Dunkeln. 

Und ich bin entsetzt über die polnischen Autofahrer, die an den unmöglichsten Stellen überholen und sehr, sehr schnell unterwegs sind. 

Wie ist das Autofahren da in Skandinavien entspannend! Auch für den Beifahrer! 

Wir fahren heute über Elk, Lyck – hier in der Hauptstadt von Masuren ist der Schriftsteller Siegfried Lenz 1926 geboren und die Attraktion der Stadt, die Schmalspurbahn verewigt er in seinem Roman „So zärtlich war Suleyken“. Es geht weiter durch die Seenlandschaft nach Orzysz, Pisz (Johannisburg) und die Johannisburger Heide nach Sensburg.

Unterwegs wird an einer super tollen Station unser Hunger gestillt: es gibt eine leckere dicke Suppe (Gemüse) und eine sehr leckere Wurst und Brot dazu. Und ich komme hier ins Gespräch mit einem LKW Fahrer, der oft zwischen Polen und Deutschland unterwegs ist. 

Peter und ich fahren bzw. holpern noch nach Swieta Lipka, Heilige Linde und besuchen die Pilger – Klosterkirche. 

Überall gibt es hier Kreuze, oft ist Maria dargestellt und oft sind bunte Fähnchen dabei:

Die Reste der Wolfsschanze, des ehemaligen Bunkers der Nazi – Führung und Hitlers größtes Kriegsquartier, das er im Zusammenhang mit dem Angriff auf Russland errichten ließ (hier war das Attentat 1944 durch Oberst Graf von Stauffenberg auf Hitler) lassen wir „links liegen“. 

Wir fahren noch durch Allenstein, Olsztyn: hier im Schloss wohnte der Astronom Nikolaus Kopernikus: hier stellte er seine Berechnungen am und stellte als erster fest, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Damit läutete er das Ende des Mittelalters ein. 

Einen Stellplatz finden wir heute im riesengroßen Garten einer Familie in Pelnik. Der Garten grenzt an einen sehr schönen See. Die Fahrt dahin war aufgrund der Dunkelheit und der Alleen sehr abenteuerlich und wir sind sehr froh, dann gegen sieben endlich DA zu sein. Den Platz fanden wir mit unserer Stellplatz – App, die ist wirklich Gold wert. 

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