29.02.2016 Quarteira – Lagos

Gegen 10:00 Uhr starten wir:
unser erstes gemeinsames Ziel ist die Praia S. Rafael (N 37 4 34,5 W 8 16 57,0), kurz hinter Albufeira: zwischen endlosen hübschen Ferienhausreihen gibt es hier wunderschöne Strandabschnitte mit Sandbuchten und Felstürmen. Wir sonnen uns erst, genießen dazu Katrins leckere selbstgebackenen Kekse und wandern dann in den Felsen und haben herrliche Aussichten.

Es geht weiter auf der Landstraße (die oft recht holprig ist) nach Ferragudo, kurz vor Portimao. Hier hat Kati Hunger und Peter brutzelt Bratkartoffeln, Fleisch und dazu gibt es leckeren Salat – und dazu genießen wir einen herrlichen Blick auf den Fluss, der Ferragudo von Portimao trennt. Das Städtchen ist ein herrliches Postkartenmotiv – so hübsch ist es in die Landschaft eingebettet. Hier entdecken wir auch Störche, die auf Schornsteinen ihren Horst gebaut haben – herrlich, wieder bin ich begeistert. Hier gibt es auch einen großen Wohnmobilplatz, auf dem Wohnmobile wild stehen, mit viel Platz und schöner Aussicht.

Unser letztes Ziel für heute ist Lagos, die Ponta da Piedade (N 37 5 12,2 W 8 40 9,6): sie ist das „Naturwunder der Algarve“, eine wahrlich traumhafte Naturkulisse: es gibt Torbögen, Grotten, weißliche, gelbe, ockerfarbene bis rotbraune Felsgestalten und dazu blaue, grüne, türkisfarbene Wasserzonen, durch die man sich auch per Boot fahren lassen kann.

Leider stehen hier Verbotsschilder für Wohnmobile und der Zeltplatz in Lagos spricht uns gar nicht an. Nach langer Suche finden wir jedoch gegenüber vom Städtchen beim Yachthafen, fast in den Dünen einen hübschen Platz und verbringen mit Günther Jauch einen netten Abend.  😉

28.02.2016 Monte Gordo – Quarteira

… war das diese Nacht eine himmlische Ruhe gewesen – außer dem Wind, der ab und zu ganz ordentlich an unserem Wohnmobil gerüttelt hatte, nur RUHE – es ist erst kurz nach 6 und natürlich noch stockdunkel, aber ich möchte den Bericht noch etwas weiterschreiben.

Und außerdem kommt Katrin uns heute besuchen! Da bin ich auch schon ganz aufgeregt. Wir holen sie gegen Abend in Faro am Flughafen ab – na, das gibt bestimmt eine Wiedersehensfreude!  :.-)

Ich schalte die Heizung an, mache ich mir ein Teechen – und los geht es! Hoffentlich komme ich noch zum Schreiben, denn draußen leuchtet der Himmel schon in einzigartigen Orangetönen: gegen 7Uhr ist hier Sonnenaufgang!

Nach unserem gemeinsamen Frühstück gehe ich natürlich zum Strand und entdecke, dass das Café am Strand schon geöffnet ist und genehmige mir ein Käffchen. Peter kommt auch und wir teilen uns noch einen Vorspeisenteller mit Käse, Oliven und leckerem Brot – und ich lasse mir eine Fischsuppe schmecken und Peter eine kalte Gemüsesuppe. Lecker war es, die Sonne war herrlich warm und die Aussicht auf den Strand und das Meer einfach gigantisch!

Gegen Mittag starten wir gen Faro und machen noch ein Päuschen in einer herrlichen Lagunenlandschaft beim „Torre de Ares“: ist das eine Ruhe hier! (N 37 4 35,3  –  W 7 42 25,8). Herrlich – Peter holt unsere Stühle aus dem Wohnmobil und gemütlich trinken wir ein Käffchen und lassen uns ein paar Leckereien schmecken.

Dann geht es weiter – wieder durch eine herrliche flache Lagunenlandschaft mit weiten Wasserbecken zum Praia de Faro, der gegenüber vom Flughafen liegt. Der Wohnmobilplatz ist gut gefüllt und spricht uns nicht so an.  Viele Portugiesen sitzen im Auto und genießen die Sonne. Wir genießen sie und das Meer aber draußen.  Es sind noch gut 3 Stunden, bis unsere „Kleine“ kommt. Später stehen wir dann noch näher am Flughafen und beobachten – zusammen mit anderen Autofahrern –  die ankommenden und abfliegenden Flugzeuge. Ich tippe unsere Urlaubserlebnisse in den PC ein. Katrin landet pünktlich kurz vor 21:00 Uhr und wir freuen uns, dass sie nun da ist. Wir fahren noch 16 km zum nächsten Stellplatz nach Quarteira (riesengroß, mit Entsorgung und Versorgungsmöglichkeiten, etwas laut) und verbringen dort die erste gemeinsame Nacht mit ihr.

27.02.2016 El Rocío – Monte Gordo (wir sind in Portugal)

…und so war ich wieder beizeiten munter,…und beobachtete aus meinem Alkoven das Geschehen auf dem Platz – ich hatte gut geschlafen.

Nach dem Frühstück klopft es an unserer Tür und wir werden gebeten, uns – wegen einer Veranstaltung – für den Tag einen anderen Stellplatz zu suchen: gesagt – getan. Und dann erkunden wir das Städtchen: dabei kommt man sich vor, als liefe man am Strand und es ist oft recht mühsam, vorwärts zu kommen. Fußwege gibt es keine, wir laufen am Rand der Straße und Kutschen, Reiter, Autos, sogar Fahrräder begegnen uns hier – und alle strömen der Innenstadt, der schneeweißen Wallfahrtskirche Nuestra Senora del Rocio zu. Es gibt zuhauf Lokale, Souvenirläden, Buden aller Art,…

Wir kommen uns vor wie in einem „Wild-West-Film“. Auch eine Prozession mit kleiner Kapelle – die Gläubigen alle mit einem vergoldeten „Pilger (?)Stab“ in der Hand zieht zur Kirche, die genau wie der Platz davor rappelvoll ist. An der Lagune hinter dem Platz kann ich gerade noch beobachten, wie Schwärme von Möwen und auch Flamingos, die dort im Wasser standen, zum Flug abheben: eine wunderschöne Farbkomposition aus zarten Rosatönen erhebt sich in die Lüfte! Beeindruckend – denen war der „Lärm“ wohl zu viel,…

Wir beobachteten das ganze Spektakel von einem Café aus: die Sonne scheint, die Tapas schmecken, wir schreiben noch ein paar Karten – (das ist Urlaub) – und ein Berliner Ehepaar setzt sich zu uns. Später gibt sie mir in ihrem Wohnmobil noch einige Infos zu Stellplätzen an der Küste Portugals.

Gegen halb drei ziehen wir dann mit unserem Gefährt weiter – durch den Naturschutzpark Donana mit unendlich viel Wald und einer riesigen Lagunenlandschaft.

Nach dem Park folgt recht schnell die Industrie- und Chemiestadt Huelva. Unser nächster Stopp ist das Franziskanerkloster Monasterio de la Rabida, das fast direkt an unserem Weg liegt. Während Peter lecker kocht, besuche ich kurz das Kloster, in dem Christoph Kolumbus (Cristobal Colon) viele Jahre gelebt hat.

Und dann nichts wie weiter nach Portugal – wir möchten gerne im Hellen einen Stellplatz haben!

Oh Mann – nun brauchen wir noch einen Briefkasten für unsere Postkarten, die schon mit spanischen Marken versehen sind – also fahren wir schnell von der 4-spurigen Schnellstraße in einen kleinen Ort ab und werden fündig. Gott sei Dankl!

Und dann erreichen wir über eine wunderschöne Brücke unser Urlaubsland: Portugal – nach 3500 km, 14 Tagen Reise, nach vielen beeindruckenden spanischen Sehenswürdigkeiten, gigantischen Landschaften, sogar nach einem Besuch in Afrika und England!

An einer Tankstelle besorge ich uns erst einmal eine genaue Landkarte der Algarve und wir finden dann auch schnell den von der Berlinerin beschriebenen Stellplatz, Cabeco (kurz nach der Grenze bei Monte Gordo).

Wir stellen uns nach ganz vorne und sehen von unserem Tisch und natürlich vom Alkoven sogar das Meer, das gleich hinter den Dünen liegt. Herrlich!

Das Einzige was fehlt, ist neben Strom und Wasser leider eine Entleerungsstation für die Toilette – na ja, es wird schon noch für diese Nacht reichen,….

Wir essen noch was (Käse und Oliven) und gehen recht früh schlafen –  denn die Zeit ist hier in Portugal eine andere!
Wir sind eine Stunde früher dran,…

26.02.2016 Tarifa – El Rocío

Heute lassen wir es langsam angehen! Gemütlich wird Kaffee getrunken, ausführlich geduscht – ich geh nochmals zum Kilometer langen breiten Sandstrand – und um halb zwölf geht es dann – vorbei an den Riesendünen von Bolonia (El Lentiscal (Abzweigung)) und einer römischen Siedlung Baelo Claudia zum Cabo de Trafalgar. Es liegt kurz hinter Zahora (Achtung: wir gaben ins Navi Zohora ein und wunderten uns in dem Dorf wo der Leuchtturm abgeblieben war?) – der eigentliche Parkplatz (auch für Womos) war leider noch geschlossen und so musste Peter mangels Platz im Wohnmobil bleiben und ich lief den Kilometer vor zum weißen Leuchtturm, der in einer sagenhaften riesigen Dünenlandschaft steht.

Am 21.10.1805 fand die berühmte Seeschlacht statt, bei der die englische Armada unter Lord Nelson gegen die Spanier und Franzosen siegte. Nelson kam in der Schlacht um.

Weitere geht es an der Küste entlang nach Conil de la Frontera (langer Sandstrand, an dem man auch gut stehen kann und den Surfern zuschauen kann) zur Playa del Aceite, die eigentlich wunderschön gelegen ist: idyllische Fußwege führen von oben  durch niedrige Büsche in kleine Sandbuchten hinunter, Möwen kreisen darüber. Leider war uns heute das Wetter nicht hold und so genossen wir den Blick von oben aufs Meer vom Wohnmobil aus, natürlich mit einem Käffchen und einigen Keksen. Als das Wetter aber nun doch immer ungemütlicher wurde und es zu stürmen begann, zogen wir über Cadiz, Jerez weiter nach Sevilla. Wieder eine Riesenstadt und wir waren froh, dass uns unser Navi gut darum herumführte. Als ein Aldi auftauchte, gingen wir noch kurz was einkaufen und kamen dann erst nach Dunkelheit zu unserem heutigen Etappenziel: El Rocío!

Der Name oder besser gesagt das, was hinter dem Namen steht ist unbedingt einen Bericht und natürlich einen Besuch wert. Wir wussten ja durch unsere Karte, dass dieser Ort im Naturschutzgebiet liegt. Aber dass er so ursprünglich und ganz anders ist, das erfuhren wir erst in der Praxis! Und zwar als uns unser Navi kurz nach Einfahrt in den Ort meldete „Abbiegen auf unbefestigte Strasse“ – na ja, das kam schon mal vor: aber jetzt folgte eine Sandstrasse mit tausenden von Schlaglöchern, in denen teilweise Wasser stand und die Autos fuhren kreuz und quer, ab und an begegnete uns sogar eine Pferdekutsche. Wo waren wir denn hier gelandet? Der Wohnmobil-Stellplatz war schnell auf dem Marktplatz gefunden (ein paar Womos standen schon da) und wir staunten nicht schlecht, als hier ein reger Verkehr von Kutschen, Autos und sogar Reitern stattfand. Klar war ich darauf gespannt, das morgen alles bei Tageslicht zu sehen,…..

25.02.2016 Tarifa & Tanger

Heute wird es ein ganz besonderer Tag – und das nicht nur, weil wir uns heute vor genau 37 Jahren kennengelernt haben, sondern weil wir zum 1. Mal nach Afrika kommen!

Es ist frühzeitiges Aufstehen (7:45) angesagt, danach Frühstück (Brot gibt es auf dem Platz), „Katzenwäsche“ und los auf die Räder und damit zum Hafen von Tarifa (ca. 25 Minuten Fahrt). Dort konnten wir in dem Reisebüro, in dem wir unsere VIP – Tickets gekauft hatten, unsere Räder sicher abstellen. Halb zehn sollten wir spätestens im Hafen sein, denn unsere Fähre nach Tanger legte um 10:00 Uhr ab.  Vorher noch ein Prozedere am Hafen, man bekommt einen Stempel, alles wird durchleuchtet und natürlich „Stau“ vor der Kontrolle (schlimmer als am Flughafen…). Pünktlich um zehn geht es dann los – wir stehen auf dem oberen Deck draußen und genießen die gut einstündige Überfahrt  nach Marokko – und sind ganz gespannt, was uns erwartet.

Abfahrt aus Tarifa nach Tanger
Abfahrt aus Tarifa nach Tanger

Die Überfahrt war etwas bewegt, aber eine Stunde war das zu ertragen.

Ankunft in Tanger
Ankunft in Tanger

Auch in Tanger gibt es wieder Kontrollen, aber dann werden wir gleich von unserem persönlichen Guide erwartet – ein – für uns – typischer Marokkaner namens Rashid, mit Kopfbedeckung und Djelaba (typischer Umhang).

Rashid und unser Fahrer
Rashid und unser Fahrer

Wir beide werden in ein Auto verfrachtet und von einem Fahrer und Rashid zuerst über einige noble Vororte (in dem der König von Saudi-Arabien und Marokko ihre Sommerresidenzen haben) an den Aussichtspunkt gebracht, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen: ist gut an den unterschiedlichen Farbtönen (Mittelmeer eher blau, Atlantik eher grau) der Meere zu erkennen. Dann ging es an wunderschönen goldgelben Sandstränden vorbei zum Kamelreiten. „Na klar, wollte ich das!“ Ein Euro -und ich wurde 5 Minuten geführt: als sich das Kamel wieder absenkte, musste ich mich nach hinten lehnen, das war ganz schön wacklig, viel wackliger als das Aufstehen des Kamels.

Weiter ging es zu Höhlen, in denen die Römer früher Mühlsteine für die Olivenmühle abgebaut haben. Eine herrliche Höhle mit verzweigten Gängen –

Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Blick aus der Schleifstein-Höhle auf das Meer
Blick aus der Schleifstein-Höhle auf das Meer

Dann ging es zurück in die Stadt und wir stiegen hier aus und wurden von Rashid kreuz und quer durch die Stadt geführt, vorbei an Moscheen, Kirchen , Werkstätten (Garagen, in denen Handwerker ihre Werkstätten haben), den unterschiedlichsten Märkten (Textilien, Obst, Gemüse, Oliven, Hühner,…). Es ging in der Stadt hoch und runter und man kam sich wie in einem Labyrinth enger Gassen vor: überall auch kleine Läden, in denen Gebrauchsgüter aller Art auf wenigen qm verkauft wurden -unter anderem auch Friseure, Bäcker (hier wurde der Teig von Hand zubereitet und gleich in den Holzofen geschoben) –

unser Anführer dir den Dschungel von Tanger, Rashid in der Djelaba
unser Anführer durch den Dschungel von Tanger -> Rashid in der Djelaba
ein Künstler bei der Arbeit
ein Künstler bei der Arbeit
Kfz-Ersatzteile
Kfz-Ersatzteile
Schmiede-Werkstatt
Schmiede-Werkstatt
Markt
Markt
mit Rashid im Bazar
mit Rashid im Bazar
Vasenausstellung auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt
Vasenausstellung auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt
Kfz-Werkstatt
Kfz-Werkstatt
Garn-Laden
Garn-Laden
Laden mit "Auslage"
Laden mit „Auslage“
Kiosk mit Karten, Briefmarken und allerlei Krimskrams
Kiosk mit Karten, Briefmarken und allerlei Krimskrams
da sitzen sie und spielen...
da sitzen sie und spielen…

Dann wurden wir in ein typisch arabisches Lokal geführt – gemütliche Sitzbänke mit Kissen, schon schön gedeckte Tische und das Essen wurde schnell serviert: es gab erst Suppe, dann typisch für Marokko……und dazu noch Hühnchenspieße.  Und hinterher noch Pfefferminztee und einen Keks.

Couscous-Essen in Tanger
Couscous-Essen in Tanger

Unterhalten wurden wir während des Essens von einer Musikantengruppe und einer Bauchtänzerin.

Musik beim Essen
Musik beim Essen

Und weiter ging es durch die Stadt – mit Besichtigung eines Ladens für besonders schön dekorierte Gefäße und Teller, Krüge und Teppiche. In einem anderen Laden wurden uns Tücher, Tischdecken und Taschen zum Kauf angeboten (und ich kaufte ein Halstuch)und dann folgte noch eine Apotheke: besonders gut riechende Salben, Tees, Gewürze gab es hier (und wir kauften frische Pfefferminze).

Webstuhl im Tuchladen
Webstuhl im Tuchladen
Wir Beide bei der Anprobe - gekauft hat aber nur Einer...
Wir Beide bei der Anprobe – gekauft hat aber nur Einer…

Zum Abschluss tranken wir noch einen Kaffee und Pfefferminztee im Hotel am Hafen und hatten von hier aus eine wunderbare Sicht. Schnell noch ein paar Karten für die Lieben daheim schreiben und schon ging es wieder zum Hafen – wieder eine halbe Stunde Anstehen, um die Papiere abzugeben und den Stempel für die Ausreise zu bekommen.

Cafe in Tanger
Cafe in Tanger
leckerer Pfefferminztee in Tanger .-)
leckerer Pfefferminztee in Tanger .-)

Das Schiff hatte dann Verspätung, aber dafür war es schnell (nur 45 Minuten Überfahrt und wesentlich ruhiger als am Morgen) und wir wurden in Tarifa von dem Leiter des Reisebüros am Hafen in Empfang genommen. Bestimmt war er froh, dass wir nun da waren, unsere Räder abholten und er seinen Laden schließen konnte.

Strasse von Gibraltar (links ist Europa, rechts ist Afrika)
Strasse von Gibraltar (links ist Europa, rechts ist Afrika)

Und so fuhren wir in der Dämmerung heim und waren dann erst mal platt: das war ein Tag voller toller, für uns ganz neuer Erlebnisse – ein Einblick in eine total andere Mentalität und Lebensart. Das war echt (wieder mal!) ein Höhepunkt unserer Reise!

24.02.2016 Gibraltar – Tarifa

Es ist Abend, Peter brutzelt wieder –und  ich war auch fleißig und habe Salat geschnippelt – und habe  nun noch etwas Zeit euch von heute zu berichten, bis dann das Fleisch soweit ist.

Heute Morgen hat mich der phänomenale Sonnenaufgang bei Gibraltar schon um halb acht aus dem Bett „getrieben“: der ganze Himmel leuchtete rot, bevor die Sonne dann um acht (ja so spät) aufging. Der „Affenfelsen“ leuchtete und ich konnte von unserem Stellplatz im Yachthafen sogar die Umrisse von Afrikas Küste erkennen. Gigantisch! Ein schnelles „obstiges“ (Banane und Mandarine) Frühstück folgte, das Wohnmobil wurde startklar gemacht, der Abwassertank und die Bordtoilette wurden geleert, der Tank mit Frischwasser versorgt -und los ging es.

Ziel war das 40km – entfernte Tarifa – und mir schwebte eine Fahrt nach Marokko vor. Ob das wohl klappen könnte? Im Internet hatte ich ein paar Berichte über Ausflüge nach Afrika gelesen. Mich interessiert die Kultur dort, die Atmosphäre – ja, das Fremde! Etwas reingeschnuppert in dieses Fremde hatten wir ja schon in Granada,… Die Fahrt nach Tarifa war, nachdem wir durch Algeciras durch waren sehr schön, überall  grüne Hügel mit Kühen und auch Pferden, die dort weideten – fast wie im Allgäu –  und es gab immer wieder herrliche Blicke hinüber nach Afrika! Der Hafen in Tarifa war schnell erreicht: gerade mal 14 km trennt Europa von Afrika an dieser Stelle, der auch der südlichste Punkt Spaniens ist.

So nah liegen hier Europa und Afrika zusammen :-)
So nah liegen hier Europa und Afrika zusammen 🙂

In einem kleinen Reisebüro am Hafen erkundigte ich mich wegen geführter Fahrten nach Tanger – und ich hätte gleich jetzt um 11 oder 12 Uhr mitfahren und sogar noch eine geführte Tour buchen können (zwischen 50 und 60 Euro). Aber so schnell war ich, waren WIR jetzt doch nicht – wir entschieden uns erst mal, auf den nächsten Campingplatz zu fahren und dann morgen solch eine Fahrt in einen für uns neuen Kontinent zu machen. Der Zeltplatz ist nur knapp 4 km von Tarifa entfernt: er liegt  direkt am unendlich langen und breiten Sandstrand, der wegen der starken Winde bei Surfern überaus beliebt ist. Hier gefällt es uns – das wäre auch mal was für einen Langzeiturlaub!

so schön...
so schön… (keine Postkarte, sondern selbstgemachtes Foto)

Netter Empfang, freie Platzwahl und  Sonne pur gab es hier – und so holte Peter auf einem einsamen Platz mit schönem Blick zum Meer und Wald hin gleich unsere neuen Stühle und den Tisch aus der Garage unseres Wohnmobils heraus und wir frühstückten ausführlichst  (Spiegeleier, Schinken, Marmelade und ganz wichtig (jedenfalls für mich) Nutella).

Erst gegen drei holten wir dann unsere Räder noch aus der Garage und machten uns auf den Weg nach Tarifa. Es war nur ein kurzes Stück auf der Straße, dann ging es auf geschotterten Wegen und über Holzstege durch ein Naturschutzgebiet, wo Pferde und Kühe grasen und mit herrlichem Ausblick aufs Meer, auf Wiesen, auf Surfer – herrlich! Natürlich fuhren wir noch kreuz und quer durch das Städtchen, entdeckten auch ein nettes Café und gönnten uns neben zwei Käffchen noch einen Apfel- und Schokokuchen – obwohl wir uns doch vorgenommen hatten, immer nur ein Stück zu nehmen und das dann zu teilen (wegen unserer Linie  ;-)).

Mit dem Rad am südlichsten Zipfel Europas...
Mit dem Rad am südlichsten Zipfel Europas…

Hier in Tarifa ist gerade Fasching und das schönste Kostüm wird wohl am kommenden Wochenende, an dem auch ein Umzug stattfinden soll, prämiert. Hier war jedenfalls was los, ein Gewusel von Kindern, Müttern und denjenigen, die sich einfach über die Sonne freuten und froh waren, in dem Cafè noch ein Plätzchen in der Sonne ergattert zu haben – so wie wir!

Im Reisebüro besorgten wir beide uns dann Karten für eine geführte Tour durch Tanger für morgen, Abfahrt um zehn. Das heißt: früh aufstehen und dann mit den Rädern zum Hafen, die wir im Büro des Reisebüros abstellen können. Das klingt doch gut, nicht wahr? Und ich freu mich, dass Peter mitkommt, denn erst war er von meiner Idee, nach Tanger zu fahren, nicht so sehr begeistert,… Ich bin jedenfalls schon aufgeregt, wie es morgen wird!

Noch kurz ging es dann zum Lidl – während Peter einkaufte, hatte ich die Räder an ein Mäuerchen gestellt und wartete draußen. Und dann – man glaubt es kaum – kam ein Pferd, das da auf der Wiese weidete, zu mir und schnupperte an meinem Rad – und das so lange, bis es tatsächlich umfiel. ;-(((((

neugieriges Pferd !!!
neugieriges Pferd !!!
interessant gestaltete Fassade
interessant gestaltete Fassade

Daheim – auf dem Zeltplatz – bin ich noch zum Strand. Es war kurz vor Sonnenuntergang und ich konnte noch einige (denke und hoffe ich mal) gute Bilder schießen. Dann wurde es aber richtig kalt – vom Wind her – und ich war froh, mich in unserem fahrbaren Heim aufwärmen zu können.

Sonnenuntergänge faszinieren - hier der in Tarifa...
Sonnenuntergänge faszinieren – hier der in Tarifa…

23.02. 2016 Gibraltar

Nach einem kurzen Frühstück geht es beizeiten los: schließlich geht es ja heute nach England – zur britschen Kronkolonie Gibraltar! 10 Minuten Fußweg von unserem Stellplatz und schon sind wir am Zoll, kommen schnell durch, holen uns einen kostenlosen Stadtplan und steigen dann gleich in den Stadtbus ein, um ins Zentrum und dann weiter zum Europaplatz, der ganz am Ende von Gibraltar (30.000 Einwohner) zu kommen. Wir sind noch fast die ersten dort und begeistert – nicht nur vom Leuchtturm, sondern auch davon, dass wir die Küste Afrikas mit dem bloßen Auge erkennen können – Riesenfrachter ziehen hier durch die berühmte „Straße von Gibraltar“: schon ein tolles Gefühl, hier stehen zu können!

Leuchtturm am Europapunkt
Leuchtturm am Europapunkt
...ist das wirklich schon Afrika ???
…ist das wirklich schon Afrika ???
Moschee am Europa-Punkt
Moschee am Europa-Punkt

Und so „feiern“ wir dieses Highlight gleich mit einem typisch englischen breakfast: Tee, dicke Bohnen, Wurst, Spiegelei und Toast – einfach lecker! Wir sitzen in der Sonne und lassen es uns so richtig gut gehen.

So lässt es sich leben...
So lässt es sich leben…

Erst nach 1,5 Stunden brechen wir dann auf und wollen mal zum Affenfelsen schauen. Ein Weg führt uns hinauf und dann beginnt der Nationalpark, in den „Walkers“ (die wir ja heute sind) für einen Euro Eintritt kommen. Wir wählen einen besonders schönen Wanderweg rund um den Felsen: es geht hoch und runter, die Kondition ist gefragt – und es gibt wunderschöne Ausblicke. Über uns Schwärme von Möwen, die kreischen – unter uns das Meer, auf dem Weg blühende und duftende Blumen aller Art. Ist das herrlich!

Gibraltar_5_Blog

Gibraltar_Affenfelsen_Blog

Einzigartige Wanderung um den Felsen von Gibraltar
Einzigartige Wanderung um den Felsen von Gibraltar

Da die Seilbahn, die hier hochfährt heute außer Betrieb ist, sind wir für uns: nur ein paar Geländewagen begegnen uns, die die Besucher auf den geteerten Wegen durch den Park fahren und sie an den Aussichtspunkten aussteigen lassen.

Der Felsen ist rund 3km breit und wir durchwandern ihn in seiner ganzen Breite und Länge. In der Mitte begegnen uns überall die berühmten Affen von Gibraltar. Süß!

Einer der berühmten Affen
Einer der berühmten Affen

Wir haben von oben Rundum-Blicke: sehen die „City“ von Gibraltar von oben, den Hafen, den spanischen Grenzort Linea (da wo auch unser Wohnmobil steht), die Küste gegenüber (Algeciras), auf der anderen Seite die endlos langen Sandstrände der Costa del Sol. Und wir sehen den Flughafen von Gibraltar! Er ist was ganz Besonderes: nicht nur dass er der Gefährlichste in Europa sein soll (wegen der Winde; den Industrieanlagen in Gibraltar am Flughafen und wegen der Autostraße, die die Landebahn kreuzt! Wenn ein Flieger kommt (aber es kommen und gehen nur täglich 6 Flieger) wird die Straße nach Gibraltar gesperrt: erst für die Fußgänger, dann für die Krafträder, dann für die Autos. Dann kommt ein Reinigungsfahrzeug und „putzt“ die Landebahn – und das Flugzeug (aus England) kann landen. Es rollt ans Terminal und dann rollt der Autoverkehr auch wieder,… Ich hatte im Internet geschaut, wann ein Flugzeug landen wird und so konnten wir alles von unserem Aussichtspunkt aus beobachten und fotografieren.

Gibraltar_Flughafen_Blog

Das war wieder ein Stück Freiheit, durch diesen Zusatzvertrag immer aufs Internet, auf Emails, auf WhatsApp und Threema Zugriff zu haben: wie daheim – hatten mich früher die Zusatzkosten davon abgehalten, fühlte ich mich jetzt durch diese Möglichkeit, schnell was nachschauen zu können, sehr,  sehr frei. Das ist – für mich – sinnvoll investiertes Geld.

Wir stiegen dann in die Stadt hinab, schlenderten durch die Fußgängerzone und ließen uns in einem Lokal nieder, das auch Fish and Chips anbot. Wir teilten uns eine Portion, dazu gab es ein dunkles Bier und danach noch Apple Pie.

Irish Pub in Gibraltar
Irish Pub in Gibraltar

Eine heimelige Atmosphäre war hier drin und wir genossen alles in vollen Zügen, bevor es dann wieder zu Fuß (!  ;-)) nach Spanien ging.

22.02.2016 Almerimar – La Linea

Schon wieder bin ich um sechs Uhr aufgewacht: das mit dem Einschlafen klappt nicht mehr, also nutze ich die Zeit im „Bett“ (Alkoven), um meine Emails zu beantworten,….Wir hatten hier die bislang wärmste Nacht mit 14 Grad!

Halb acht treibt es mich dann aber endgültig aus meinem Hochbett hinunter, denn 7:51 Uhr soll Sonnenaufgang sein und ich erwarte, dass die Sonne über dem Hafen aufgeht. Und so warte und warte ich,…. Aber keine Sonne,… ist sie hier etwa unpünktlich?

Peter ist auch schon auf, als ich dann zurückkomme und wir frühstücken gemeinsam Cornflakes. Heute wollen wir möglichst noch bis Gibraltar kommen. Ca. 300 km entfernen uns noch von unserem Ziel!

Morgen in Almerimar-Hafen
Morgen in Almerimar-Hafen

Halb neun hupt es plötzlich, immer wieder – und siehe da, da kommt das Brötchen-Auto: wer uns kennt, weiß: das können wir uns doch nicht entgehen lassen! Und so besorge ich noch ein Baguette und zwei Croissants (spanische – sind um einiges größer als französische), denn schließlich ist ja Urlaub: und so setzen wir uns noch gemütlich an die Hafenmole, trinken unser Teechen (ja, ihr lest richtig – ich gewöhne mir grad Kaffee ab  ;-)) und teilen uns noch ein Croissant. Herrlich!

Aber nun geht es nach dem Bezahlen (9EURO für die Nacht  – Duschen wären auch inklusive gewesen) wirklich los – oder fast los, denn wir müssen noch was einkaufen -das tun wir heute im Mercadona, im selben Ort.

Um zehn rollen wir dann bereits auf der Schnellstrasse, der A7 in Richtung Malaga. Das Wetter ist sonnig, aber sehr dunstig so dass wir die Sierra Nevada, die rechts neben uns liegt, leider nicht sehen können. Schade,…. Nochmals sind wir ganz glücklich darüber, dass wir sie von der Alhambra in Granada so toll sehen konnten! Das war richtig genial!

Auf der Fahrt nach Malaga
Auf der Fahrt nach Malaga

Die Strecke ist zwar karges, auch steiniges Gebiet, aber voll mit Gewächshäusern, scheins werden hier günstige Arbeitskräfte eingesetzt, die recht ausgenutzt werden und  im Sommer bei Temperaturen um 40 Grad ernten müssen (so las ich es jedenfalls). Vor Malaga wird es wieder grüner und hügeliger, viele Dörfer mit weißen Häusern tauchen auf und es wird wieder belebter.

180 km später – zur Mittagszeit – erreichen wir Malaga. Ein „Malaga-Eis“ hier, das wäre es doch –   aber leider werde ich nirgends fündig. Diese Eismarke (mit Rum und Rosinen)  ist wohl auch eher eine Erfindung der Italiener? Egal – ich muss mich damit abfinden  ;-I)!

Da wir gut in der Zeit liegen, könnten wir noch einen Bummel durch die Stadt machen – schließlich ist Picasso hier geboren und es gibt sein Geburtshaus und ein  Museum zu bestaunen. Also gab ich aus unserem Reiseführer die Koordinaten für einen Stellplatz in unser Navi – und wir landen ganz oben, auf der Festung. Super, das gefällt mir -und ich stürme gleich los (Peter bleibt im Wohnmobil). Wunderbare Blicke genieße ich von hier oben auf den Hafen, die Stadt und die Umgebung – trotz viel Dunst, der immer noch über dieser ganzen Gegend hier liegt.

in der Festung...
in der Festung…
Blick nach Malaga, bei diesigem Wetter
Blick nach Malaga, bei diesigem Wetter

Und dann geht es auch weiter: es sind ja nur noch etwas über 100 km bis Gibraltar – an Marbella (hier hält sich – laut Reiseführer besonders gerne die Haute Volé auf) und vielen anderen touristischen Städtchen der Costa del Sol vorbei.

Als uns der Hunger plagt, biegen wir mal kurz von der gut ausgebauten Schnellstraße ab und Peter findet auf abenteuerlichen Wegen ein noch abenteuerliches Plätzchen, direkt am Meer – ein Meerblick der allerersten Klasse: mit vielen Surfern – aber auch hier stehen schon zwei Wohnmobile und ein Auto, in dem eine Frau mittleren Alters mit Hund seit einigen Monaten wohnt. Sie sei aus Nordspanien, aber da sei es noch so kalt – also überwintere sie eben hier. Das kleine Wohnmobil ist aus Heilbronn – schnell ein paar Worte wechseln, dann erst mal was essen. Danach noch kurz zum Strand, bevor es weitergeht. Es ist herrlich warm – wenn nur der Wind nicht so stark blasen würde,….

Picknick-Platz vor Marbella
Picknick-Platz vor Marbella
Picknick-Platz vor Marbella
Picknick-Platz vor Marbella

Es folgt eine hügelige Landschaft, unendlich viel Grün und wir sind noch im Hellen, kurz nach 17:00 schon in la Linea: es daueret etwas, bis uns hier ein Stellplatz gefällt und wir nehmen dann den am Yachthafen.

Vor dem Felsen von Gibraltar...
Vor dem Felsen von Gibraltar…
...und hier dürfen wir stehen...
…und hier dürfen wir stehen…

Der ist einfach super – mitten im Hafen, um uns herum Schiffe, Palmen, das Meer – und er hat Wasser und eine Entleerungsstation. Gerade hatten wir noch eine untergehende Sonne und hinter uns der berühmte „Affen-Felsen“ von Gibraltar und all das begleitet vom Geschrei der Möwen. Herrlich – so liebe ich es!

Und Peter steht in der Bordküche und brutzelt: haben heute Morgen noch Fleisch, Champignons und Salat besorgt.

Und ich sitze nun am Tisch und beginne meinen Reisebericht in den PC zu schreiben. ,

21.02.2016 Granada – mit Umweg über Mini-Hollywood nach Almerimar

Heute werden wir in oder auf die Sierra Nevada fahren: es sind von Granada aus nur knapp 40 km und man kommt ohne Winterreifen auf einer wunderschönen Bergstraße (der höchsten Strasse Europas) mit herrlichen Aussichten bis auf 2300 m Höhe. Es liegt Schnee und viele Familien sind hier oben und fahren auf allen möglichen kleinen Hängen und Buckeln Schlitten und haben, wie man sieht und hört, dabei einen Riesenspass! Ins Skigebiet kommen wir nicht hinein: da ist heute zu viel los und weiter oben besteht dann Schneeketten-Pflicht. Aber schon herrlich diese Sicht auf die schneebedeckten Berge von über 3600 m Höhe. Wir machen natürlich ein paar Fotos:

Gebirgssee auf der Fahrt zur Sierra Nevada
Gebirgssee auf der Fahrt zur Sierra Nevada
Sierra Nevada
Sierra Nevada

Dann kehren wir um und entschließen uns noch über Guadix und eine Filmburg in das Wüstengebiet der Sierra Alhamilla zu fahren, in dem seit 40 Jahren zahlreiche Western (zuletzt: „Der Schuh des Manitu“) gedreht wurden und deren Kulissendörfer zum Teil stehen geblieben sind.

Felswand mit Höhlen
Felswand mit Höhlen
Felswand mit "Streichholz-Bäumen" im Vordergrund
Felswand mit „Streichholz-Bäumen“ im Vordergrund

Es ist zwar ein Umweg, aber er lohnt sich, dieses Texas- Hollywood zu sehen. Es gibt auch einige „künstliche Dörfer“ hier, die man gegen ordentliches Geld (mit allen möglichen Shows) besichtigen kann – uns reicht die grandiose Landschaft und der Blick von oben auf eines der Dörfer.

Westernstadt
Westernstadt
Mini-Hollywood
Mini-Hollywood
Fort
Fort

Und weiter geht es über Almeria zu einem Stellplatz am Meer nach Almerimar.
Wir schlafen hier direkt am oder besser gesagt im Hafen.

Hafen in Almerimar
Hafen in Almerimar

20.02.2016 Besichtigung der Alhambra und der Stadt Granada

Um 8:45 Uhr werden wir vom Taxi abgeholt (10 €) und direkt zur Alhambra gebracht. Wir haben glücklicherweise am Vortag noch Tickets für den Besuch um 9:30 Uhr für den Palast bekommen. Kurzes Anstehen und alles klappt wie am Schnürchen: der Palast ist einmalig, wundervolle Kunst mit Präzision und Liebe zum Detail ausgeführt, arabische Einflüsse, viel Wasser, Springbrunnen, sehr hübsch angelegte Gärten, einmalige Aussichten auf die Stadt und auf die Sierra Nevada – wir sind begeistert, lassen uns bis nachmittags um drei Zeit.

Einige Eindrücke – im Bild festgehalten:

Alhambra_2_Blog

Alhambra_3_Blog

Alhambra_1_Blog

Zwei der glücklichen Besucher:
Jette vor der Sierra Nevada

Granada_Jette_Blog

Peter, im Hintergrund Granada:

Granada_Peter_Blog

Dann nehmen wir einen kleinen Touristenbus (Hop on, hop off) und fahren mit ihm durch die Stadt- ohne auszusteigen, denn man lernt ja aus Erfahrung. Eine Stimme durch den Kopfhörer erklärt uns, was es hier zu sehen gibt. Wir steigen dann nach über einer Stunde schließlich oberhalb des maurischen Viertels aus und setzen uns in ein Café: schließlich hat man ja auch mal Hunger. Peter bestellt sich ein Omelett und ich versuche die Blutwurst mit Kartoffeln. Lecker war es und Musik gab es gratis dazu! Dann geht es zum hoch über der Stadt liegenden Aussichtspunkt Mirador san Nicolas und ich besteige noch für 2 EURO den Turm der Kirche: ein grandioser Fernblick auf die Alhambra, die ganze Stadt und natürlich auf die schneebedeckten Dreitausender der Sierra Nevada. Ähnlich wie auf dem Mont Martre ist es hier oben: viele junge Menschen, Lokale en masse, ausgelassene Stimmung, Gitarrenmusik und Freude, die einfach ansteckend ist.

Alhambra mit Sierra Nevada im Hintergrund
Alhambra mit Sierra Nevada im Hintergrund

Der Wind bläst sehr kühl da oben (wir sind auch recht sommerlich, nur mit Pulli bekleidet), also schlendern wir durch die gemütlichen Gassen, in denen unendlich viele arabisch anmutende Läden sind zurück in die Stadtmitte. Was ich da alles hätte kaufen können,….  Das Angebot ist verlockend, von warmen Mützen über Hausschuhe hin zu Tassen und Schneekugeln,….Und es wimmelt nur so von Menschen.

Wir entschließen uns zum Zeltplatz zurück zu laufen, denn wir haben keine Ahnung, welche Linie dorthin fährt. Das Navi sagt, es sind ja auch „nur“ 6 km. Gesagt – getan! Und Peter pflückt mir noch eine Mandarine vom Baum – leider war sie ungenießbar,….  ;-((((

19.02.2016 Alicante – Granada (380 km)

Gegen zehn geht es los, nachdem wir dem Strand in Alicante noch einen Kurzbesuch abgestattet haben: unendlich lang, viele Jogger, sogar die Straßenbahn fährt hier entlang – und viele Hochhäuser, „Bettenburgen“ und Hotels.  Nicht so unser Ding. Und wie man gesehen hat, alles restlos überfüllt. Landschaftlich gesehen liegt Alicante aber schön: ist von einer Bergkette regelrecht eingerahmt.

kilometerlanger Strand in Alicante
kilometerlanger Strand in Alicante

Unser heutiges Ziel ist Granada in Andalusien und vorsichtshalber reserviere ich gleich einen Platz auf dem Campingplatz La Zubia. Sicher ist sicher,…

Alles blüht hier in Alicante (daran haben wir uns schnell gewöhnt) – kurz vor dem „Garten Spaniens“ in Murcia dann wieder mal kilometerlange Haine von Orangen- und Zitronenbäumen. Was gäbe ich dafür, eine direkt vom Baum pflücken zu können?  Sind sie so nah und – doch so unerreichbar! Alle Bäume sind eingezäunt und wir könnten auf der Straße auch nur schlecht anhalten. Auch Murcia ist eine Riesenstadt und wir sind sehr froh, dass es eine Umgehungsstraße gibt.

Das Gebiet, das wir nun durchfahren ist karg und weit – fast menschenleer, sehr dünn besiedelt – wir fahren auf einer vierspurigen neuen Straße, sind ungefähr 700 Meter über dem Meeresspiegel. Auch hier unendliche Reihen von Apfel- und Kirschbäumen, die gerade blühen. Riesige landwirtschaftliche Flächen, leere Straßen – herrlich diese Weite und Einsamkeit – bestimmt wie in den USA?

Plötzlich bei Guadix verändert sich das Bild:
eine einzigartige Kulisse, die an Westernfilme erinnert, taucht wie aus dem Nichts auf! Tolle Bergformationen und viele Häuser, die in die Berge fast drangebaut sind – alles umgeben von Kiefern und Tannen, umhüllt vom Sonnenlicht. Etwas später taucht dann links neben uns die Sierra Nevada auf – natürlich mit Schnee! Klasse sieht das aus – und so langsam kommt Granada näher. Wieder eine Riesenstadt – vorbei mit der Ruhe und Einsamkeit. Unser Navi ist heute zuverlässig und wir finden schnell unseren schon vorreservierten Zeltplatz:

La Zubia – Reina Isabel – und erst mal genießen wir wieder den Luxus warmer Duschen und einer Waschmaschine.

Gemütlich bei einem guten Essen (Lachs, Zucchini, Pilze und Kartoffel)  im Wohnmobil lassen wir den Tag (mit Krimi) ausklingen.

18.02.2016 Ebro-Naturschutzgebiet – Alicante (380 km)

Der Stellplatz ist super – wir haben eine ruhige Nacht verbracht und der Laden bzw. das Café hat bereits geöffnet. Wir holen uns ein Brot und da das noch etwas dauert, trinke ich mal gleich vor Ort ein Käffchen.
Viele Arbeiter kommem zu dieser Zeit ebenfalls ins Café, holen sich Getränke und essen ihre mitgebrachten Brote. Wir können auf dem Stellplatz gleich auch noch Wasser tanken und alles Überflüssige entleeren. Halb zwölf starten wir von dieser wunderschönen ruhigen Halbinsel. Peter kauft dann ein paar Orte erst mal noch was ein – wie gut, dass er Mandarinen mitbringt, denn unsere Strecke ist von Orangen- und Zitronenbäumen regelrecht gesäumt. Das macht Appetit! Die Landschaft verändert sich schnell- erst noch Hügel und Berge, dann um Valencia herum wieder flacheres Land – und Unmengen besagter Orangenbäume! Wir fahren mitten durch Valencia – Orangenbäume mitten in der Stadt, an den Straßen – das sieht hübsch aus! Einige futuristische Gebäude fallen uns beim Passieren auf, ein Gebäude erinnert mich an das Sydney Opera House – ja, Valencia ist hübsch! Da könnte man mal länger sein,….

Beim Bezahlen an der Tankstelle war ein besonders netter Tankwart, der einige Brocken deutsch sprach, u.a. „Auf Wiedersehen!“

Aber ich werde immer begeisterter, denn nun kommt wieder ein Naturpark, der „parc naturel del Albufera“: überall Seen, Wasservögel, Schilf – herrlich! Ich liebe das! Wir kommen durch ein kleines Örtchen, das – wie ich las – für seinen Aal berühmt ist. Wir finden im Vorbeifahren ein nettes Lokal mit Wintergarten und haben von ihm aus auch unser Wohnmobil im Blick. Leider war der Aal aber alle und so teilten Peter und ich uns eine Paella Valencia: war auch sehr lecker und auch eine Spezialität von hier!

unsere leckere Paella
unsere leckere Paella

Inzwischen ist es fast halb fünf und wir schauen, dass wir weiterkommen: ich hab einen besonders schönen Stellplatz direkt am Meer in einem hübschen Badeort ausgesucht, ca. 100 km von Valencia entfernt. Ins Navi geben wir die Koordinaten ein und lassen uns führen. Normalerweise klappt das ganz gut, aber heute gar nicht. Den Ort fanden wir, aber den Stellplatz? Wir waren in allen möglichen Gassen, es war eng und ich bewunderte Peter, wie er die Ruhe behielt und das Wohnmobil rückwärts wieder sicher aus diesen Gassen herausbrachte. Echt super!

Irgendwann gaben wir dann die Suche nach diesem besonders tollen Stellplatz auf – inzwischen war es auch stockdunkel – und folgten den Wegweisern im Ort. Wir wurden fündig, aber der Platz war bereits voll! Auch die Zeltplätze im Ort waren alle voll. Schließlich fanden wir kurz vor Alicante noch einen Stellplatz: zwar war auch der voll, aber einige Wohnmobile standen schon an der Seite und so stellten wir uns einfach dazu. War zwar etwas laut, aber wir waren zu müde, um nicht gut schlafen zu können.

17.02.2016 Port Vendres – Ebro Naturschutzgebiet: 420 km

Der Tag beginnt ruhig: der Sturm hat sich – Gott sei Dank – gelegt. Also, so dachte ich, könnte man ja heute die Bergstrecke von Port Vendres nach Cadaques fahren und sich den Umweg über die Autobahn sparen. Gesagt – getan!
Wir bezahlen noch unsere 6 EURO für den Stellplatz an die französischen Polizisten, die das Geld kassieren und los geht es! „Komisch“, dachten wir uns – „da steht immer noch ein Schild: Route barrée – kann nicht sein“, sage ich zu Peter, „der Sturm ist vorbei. Haben sie bestimmt nur vergessen, es wegzuräumen“.
Na ja,… Nach 25 km sind wir wieder an besagter Stelle und das gleiche wie gestern: ROUTE BARRÉE!  Ich kann es immer noch nicht glauben und gehe ins Touristenbüro: die nette Dame spricht neben französisch Gott sei Dank auch englisch und telefoniert gleich für mich: die Straße ist noch bis gegen 14:00 Uhr gesperrt, da gestern im Sturm ein LKW umgekippt ist und die Aufräumarbeiten noch andauern. Nun habe ich wohl hoffentlich meine „Lektion“ gelernt!
Wir fahren also wieder zurück (die Strecke, die wirklich wunderschön ist mit herrlichen Ausblicken, aber auch sehr kurvig) und sind nach einer weiteren Stunde dann auf der Autobahn Richtung Barcelona – und da bleiben wir erst mal, trotz Gebühren. Wir haben gestern nämlich noch zusammen die Landkarten angesehen und festgestellt, dass wir, bis Katrin am 28.2. nach Faro kommt noch einiges an Kilometern zurücklegen müssen: über 2000 Kilometer! Also wird es mit Figueres (Dali-Museum) an der Costa Brava erst mal nichts. Wir schaffen es heute bis ins Ebro-Naturschutzgebiet an der Costa Dorada.  Das Naturschutzgebiet ist ein kilometerbreites Schwemmland, das der Ebro, der wasserreichste Fluß Spaniens mit seiner Schlammfracht im Laufe der Jahrhunderte ins Meer vorgeschoben hat. Es ist von Kanälen durchzogen und viele Lagunen verschaffen ihm den Charakter einer Seenlandschaft. Dieses Gebiet ist daher ideal für den Reisanbau und gleichzeitig Heimat- und auch Durchzugsgebiet Tausender von Wasservögeln. Hier ist es einfach herrlich – viele Vögel, viele Seen, Flüsse – Einsamkeit und Ruhe pur, jedenfalls zu der jetzigen Zeit!

im Ebro-Delta
im Ebro-Delta
im Ebro-Delta
im Ebro-Delta
im Ebro-Delta
im Ebro-Delta
Sonnenuntergang im Ebro-Delta
Sonnenuntergang im Ebro-Delta

16.02.2016 Millau – Port Vendres (Grenze zu Spanien)

Es ist tatsächlich sonnig und ich laufe kurz in das kleine Örtchen, finde einen Bäcker und besorge uns Croissants und Baguette. Lecker!

Frühstücksfreuden in Millau
Frühstücksfreuden in Millau

Gut gestärkt geht es dann auf Landsträßchen mitten durch die Cevennen: hoch und runter – Einsamkeit pur, kaum ein Auto begegnet uns hier – ist auch gut bei den engen Sträßchen.

Fahrt durch die Cevennen
Fahrt durch die Cevennen

Es dauert bis wir dann endlich bei  Narbonne sind und uns da ein wahres Blütenmeer erwartet. Die Strecke nach Perpignan ist sehr schön – man sieht das Meer und die vorgelagerten Etangs; die Sonne schimmert auf dem Wasser und im Hintergrund werden die Pyrenäen immer sichtbarer. Wir wollen über die Landstraße direkt nach Cadaques in Spanien – die Strecke ist landschaftlich wunderschön mit herrlichen Blicken aufs Meer.

Abendstimmung bei der Rückfahrt nach Port Vendres
Abendstimmung bei der Rückfahrt nach Port Vendres

Aber im letzten französischen Ort vor der Grenze geht es nicht weiter: „Route barrée“.
Wir fragen einen Bauarbeiter, aber er weiß auch nicht, was da los war und vermutet, dass der Wind für große Gefährte zu stark ist, um zu fahren. Na ja, bleibt uns nichts anderes übrig als umzukehren – also 25 km zurück bis zum nächsten Stellplatz und das bei dem Sturm! Wir halten Ausschau nach anderen Plätzen, aber an manchen Plätzen weht es einfach zu heftig. Nach einer Stunde und unendlich vielen Kurven erreichen wir den Stellplatz und finden ein wunderbar geschütztes Plätzchen.

Glücklich in Port Vendres angekommen
Glücklich in Port Vendres angekommen

15.02.2016 Baume-les-Dames – Millau

Am nächsten Morgen sehen wir den sehr schön angelegten Stellplatz erst richtig: er liegt sehr schön am Kanal, mit einzelnen Parzellen.

Jette’s Arbeitsplatz

Wir fahren durch das Jura auf Landstraßen (Landschaft ähnelt der auf der Schwäbischen Alb). Es ist draußen feucht, aber weder regnet noch schneit es – nur mir ist trotz Heizung kalt und ich benutze unser beheiztes Sitzkissen indem ich meine Füße darin einwickle – tut das gut!  Fehlt nur noch was für die Hände,….  😉  – Aber es wird wärmer, wenn auch langsam. In Bourg-en-Bresse blühen bereits Osterglocken, die Felsenbirne und Zierkirschen – trotz heutiger 4 Grad. In einer Bäckerei holen wir uns Eclairs – das muss sein! – und ein Stück Quiche und Pizza.

Leckere Eclairs

Lyon haben wir schnell umfahren und dann wollten wir mal eine neue Strecke ausprobieren und zwar über Le Puy, einen Pilgerort, an dem wir eigentlich eine Übernachtung angedacht haben. Doch je näher wir nach Le Puy kommen, desto mehr Schnee sehen wir von weitem. Und dann fängt es auch bei uns an zu schneien – oh je! Es wird immer mehr mit dem Schneefall – anhalten wollen wir nicht aus Angst, eingeschneit zu werden. Also gibt es nur eins: DURCH! Ca. 1,5 Stunden lang schneit es ordentlich und der Schnee bleibt auch auf der Strasse liegen. Dann haben wir das Gebiet hinter uns und können getrost in Millau auf einem Stellplatz (10EURO) übernachten.Sind wir froh, als wir gut da angekommen sind – und die Wetteraussichten sind super: es ist zwar eisekalt (Null Grad), aber für morgen ist Sonne angesagt. Na, mal abwarten!

14.02.2016 Start

Startort –> Baume-les-Dames (460 km)

Hurra! Unsere Fahrt beginnt!

our "home for a while"
our „home for a while“

Bei Sonnenschein konnten wir noch packen, im Haus alles noch etwas aufräumen und gegen ein Uhr ging es dann los. Katrin war schon vormittags zum Arbeiten gegangen – so war für mich das Verabschieden leichter,….

Kurz überlegten wir noch welche Route wir nehmen sollten: zur Auswahl stand die über die Schweiz oder über Freiburg und dann rüber nach Frankreich. Die Schweiz wäre mir zwar lieber gewesen, aber wir wählten auf Grund dessen, dass wir ohne Winterreifen fuhren, die Strecke über Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg. Kurz nach Ulm standen wir dann jedoch schon im Stau und so begann ich gleich mein Strickzeug zu holen – und da wir ja einiges an Kilometern fahren werden, besteht die Hoffnung, dass die Socken auch fertig werden – na ja, wir werden ja sehen.

Jette strickt
Jette strickt

Erst mal benutzen wir die französische Autobahn (für 20 EURO) bis Baume-les-Dames, um etwas schneller vorwärts zu kommen und möglichem Schnee zu „entfliehen“: morgen früh ist die Wahrscheinlichkeit, dass es hier schneit zwar bei 50%, aber es fühlte sich einfach richtig an, jetzt um 20:15 Uhr Schluß für heute zu machen – und das nicht nur wegen des „Tatorts“.

Peter fährt
Peter fährt