Freitag, 31. August 2018

Guten Morgen, 😊

wir haben wunderbar hier geschlafen – und da war es auch nicht ganz so schlimm, dass uns Lucy schon um 6:45 Uhr weckte. Eine kleine Pipi – Runde zum Schiffshebewerk folgte und dann gab es Käffchen und Müsli.

Das Schiffshebewerk war bei seiner Fertigstellung 1934 übrigens das weltgrößte der damals existierenden Hebewerke.

Hier ist für euch eine Übersichtskarte, wo wir uns gerade befinden: etwas oberhalb, rechts von Berlin.

Wir fuhren weiter durch die Uckermark, vorbei am Kloster Chorin: die backsteinrote Ruine des Zisterzienser –  Klosters ist ein Meisterwerk der Hochgotik und sie ist wunderschön im Biosphärenreservat an einem See gelegen. Zweifellos gehört sie zu den schönsten Orten in Brandenburg.

Die Uckermark ist der mit 3058 qkm größte Landkreis Deutschlands und hat nur 140000 Einwohner. Entsprechend einsam und leer, ja unberührt ist es hier.

Das sagte übrigens Theodor Fontane, der hier lebte und viel durch seine geliebte Uckermark wanderte:

Das Städtchen Angermünde schauten wir uns näher an: das Herzstück ist der von Fachwerk- und Putzfassadenhäusern gesäumte Markt.

Ansonsten sehen wir auch viele herunter gekommene Häuser und Plattenbauten – aus der DDR -Zeit.  Am Ufer des Mündesees ist ein Skulpturenpark entstanden, an dem internationale Künstler teilnehmen.

Auch Ehm Welk ist hier geboren – wer kennt sein Buch „Die Heiden von Kummerow“ nicht?

Bei uns ging es vier Kilometer weiter zur Blumberger Mühle: hier befindet sich das Informationszentrum des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.

Wo einst Mönche Karpfen züchteten, kann man heute von vielen Aussichtsplattformen Vögel beobachten – leider haben sich aber die See- und Fischadler (noch) nicht sehen lassen.

Dafür gab es Schweine und Schafe und eine Wackelbrücke.

Und auch auf den in meinem Reiseführer angebotenen Räucherfisch und das Brot aus dem Steinbackofen mussten wir verzichten – schade 😢. Gab es halt noch Reste aus dem Bord-Kühlschrank. 😉

Na ja, weiter ging es nun auf der märkischen Eiszeit – Strasse in den sehr sehr kleinen Ort Stolpe in den Nationalpark Unteres Odertal (seit 1995). Hier haben sich einmalig in Europa ausgedehnte Überflutungsräume erhalten. Nach holländischem Vorbild wurde hier ein Poldersystem errichtet.

50 Meter hoch erheben sich die Hänge des Odertals, dann kommt die Flussaue, die von vielen Altarmen durchzogen ist, dazu Wiesen, Weiden, Auwälder und Moore. Eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren leben hier und fühlen sich bestimmt sehr wohl. Wir fanden es auch schön, halt wie am „Ende der Welt“. Wer die Einsamkeit liebt, ist hier gut aufgehoben. Das dachten sich wohl auch die vielen Störche, die sich hier ihre Nester gebaut haben – ähnlich wie im Spreewald. 😊👍

Während Peter wieder ein Mittagsschläfchen machte, zogen Lucy und ich zum Stolpe-Turm und genossen von oben einen herrlichen Blick bis ins benachbarte Polen. Und natürlich durfte bei Lucy ein Sprung in die Oder nicht fehlen.

Dieses Stück wurde heute Abend im Open-Air-Kino aufgeführt: bestimmt interessant!

Nach Kaffee und leckerem Kuchen (Pflaume, Quark und ein Granatsplitter) – die Stücke sind hier so klein, dass wir auch die drei Stückchen gut schafften 😉😉😉 – zieht uns nun das Meer und wir befinden uns gerade auf der A 20 Richtung Stralsund. Es ist wie leer gefegt hier, kaum Autos – na, wenn das nicht schon mal ein Vorgeschmack auf Schweden ist! 😊👍

Viele Alleen gibt es hier – gut dass Peter fährt, denn diese Straßen sind besonders eng 😳🙈.

Mal sehen, bis wohin wir heute noch kommen – angepeilt ist ein Übernachtungsplatz in Anklam – nicht weit weg von der Insel Usedom.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 30. August 2018

Nach einem langen Morgen-Spaziergang mit Lucy packten wir alles zusammen und fuhren quer durch den Spreewald nach Frankfurt an der Oder. Hier standen wir nun an der Oder, kurz vor Polen und ich besuchte  noch das Kleist-Museum: sehr interessant und empfehlenswert. 👍😊

Die Stadt gefiel uns weniger und so steuerten wir erst mal den kleinen Ort Lebus an: der wiederum lag total süß an den Oder – Auen und ich war über eine Stunde mit Lucy unterwegs, während Peter endlich mal zu einem – schon lange gewünschten und ersehnten – Mittagsschläfchen kam.

Es ging danach noch weiter durch die Mark Brandenburg: wir sahen viele Felder, lange Strassendörfer, alte Häuser – na ja,  irgendwie war alles – für uns – etwas trostlos: mag aber auch am Wetter gelegen haben. 😳

In dem Ort Schiffmühle sahen wir noch das Theodor Fontane – Haus: leider nur von außen, es war schon seit über zwei Stunden geschlossen. 🙈

Aber ein weiteres Highlight folgte: das Schiffshebewerk in Niederfinow – es ist ein technisches Meisterwerk!

Wir kamen gerade rechtzeitig und konnten beobachten, wie ein Schiff in das Hebewerk hinein fuhr und dann in nur fünf Minuten 36 Meter emporgehoben wurde, um dann auf dem Oder- Havel-Kanal weiter zu fahren. Dieses Werk ist der größte Schiffsfahrstuhl Europas! Einfach gigantisch! 😊👍

Wir übernachten gleich hier und machen uns einen gemütlichen Abend – der eine mit Schreiben, der andere mit Lesen „Die italienischen Schuhe“ von Henning Mankell.

Morgen geht es weiter zum Oderbruch ( Naturschutzgebiet) –  das ist uns von einem Herrn aus Dresden, den wir vor zwei Jahren auf Korsika getroffen hatten, empfohlen worden,…. mal sehen, wie es uns  gefällt. Und wenn es nichts für uns  ist, dann führt uns der Weg eh ganz schnell ans Meer, Richtung Rostock. 👍😊

Mittwoch, 29. August 2018

Heute ging es erst mal ins nette Städtchen Burg: da gab es neben einer hübschen Kirche

und vielen kleinen Läden eine tolle Eisdiele mit Gurkeneis, Mohneis und vielen Sorten, von denen wir noch nie gehört hatten.

Und ich erinnerte mich wieder, dass ich hier im Ort schon mal war (bestimmt vor zehn Jahren) und zum allerersten Mal gepaddelt bin. 😊😊

Um die Mittagszeit ließen wir uns noch eine geräucherte Forelle und ein Schmalzbrot mit Gurke (dafür ist der Spreewald ja auch bekannt) schmecken. Unsere Kinder berichten uns von ihren Urlauben immer, wie wichtig die kulinarischen Eindrücke im jeweiligen Land sind – und irgendwann muss man es ja mal nachmachen und wenigstens auch ausprobieren, oder?

Daheim waren wir gegen 14 Uhr, tranken noch ein Käffchen – ohne Kuchen, dafür mit Joghurt – und dann startete ich noch mit meinem Kajak zu einer dreistündigen Tour ( mit einer Schleuse): es war großartig, ich war so was von begeistert. Ich ließ mich weitgehendst treiben, genoss die Landschaft, sah einen Biber und eine Schlange, die die Spree entlang schwammen. Natürlich viele Libellen und – keine Mücken: denn die gibt es wohl nur, wenn der Frühling sehr verregnet ist – und das war er ja nicht.

Kajak fahren und Spreewald: zwei Dinge, die für mich wunderbar zusammenpassen. 👍😊

Es war wunderschön, dass wir hier auf dem Campingplatz waren und ich gleich duschen konnte. Denn danach stand für mich noch die Fußpflege auf dem Programm, die hier auf dem Platz professionell angeboten wurde.

Peter genoss auch den Nachmittag – Lucy schlief  viel, so dass Peter Zeit und Muse zum Lesen hatte. 😊👍

 

 

Dienstag, 28. August 2018

Die Nacht war für uns kurz vor sieben schon zu Ende, aber wir hatten gut und ruhig geschlafen.

Ich habe dann gleich mit Lucy eine größere Runde durch Felder und Wiesen gedreht, und Peter hat das Frühstück vorbereitet: für mich leckeres Müsli mit Nüssen, für sich  noch einen Semmel und natürlich ein Käffchen.

Um neun sind wir gestartet und unser heutiges Ziel ist der Spreewald – ich habe mein Kajak dabei und freue mich schon sehr, dort mal wieder zu fahren.

Eine längere Pause gab es in Zwickau – Lucy war hier noch beim Fressnapf „shoppen“ und Peter und ich haben uns Hackepeter-Brötchen schmecken lassen. Die Kaffeepause genossen wir auf einem netten Rastplatz in der Lausitz im Wohnmobil mit einem Stück Eierschecke und Mohnkuchen.

Kurz vor 17 Uhr waren wir in Burg auf dem Campingplatz „An den Fliesswiesen“ und bekamen ein hübsches Plätzchen, ganz in der Nähe des kleinen Hafens. Die Betreiber des Platzes sind sehr nett und die Sanitäranlagen waren super. Wir fühlten uns hier gleich wohl und ich hatte noch das große Glück, um sieben bei einer Kahn-Abendfahrt teilnehmen zu können: wir waren zu elft und saßen auf Bänken in dem Kahn. Auf dem Tisch standen kleine Laternen und ein Getränk nach Wahl gab es auch.

Und dann stakste der Kahnfahrer Jörg mit uns durch die kleinen Kanäle.

Es war wunderschön: wir erfuhren von Jörg einiges über das Leben hier und kamen erst 21:30, also 2,5 Stunden später zurück. Nein, er hatte sich nicht verfahren 😉 – aber wir genossen alle den nächtlichen Spreewald, den rötlich schimmernden Mond, die Sterne, ab und zu etwas Nebel über dem Wasser, die Melancholie hier. Es war einzigartig und ich kann es jedem nur empfehlen: im Winter gibt es hier auch Glühwein Fahrten, es gibt Hochzeiten auf dem Kahn, dann natürlich auch Kaffeefahrten und und und.

Kühl war es aber inzwischen auf dem Kahn geworden und so wärmte ich mich im Wohnmobil erst mal mit viel Tee und einem Schluck Grog auf, bevor ich ins Bett sank. Ein toller Tag ging zu Ende ⭐️🌙⭐️🌙.

 

 

Montag, 27. August 2018

Hallo an alle, herzlich willkommen! 😊👍

Die drei Stofers ziehen wieder in die „weite Welt“. Drei Stofers, weil Lucy – unsere braune Labrador-Hündin mit ihren inzwischen fast sieben Monaten erstmals auf eine längere Reise mitkommt. Auf zwei kürzeren Touren ins Erzgebirge und an die Ostsee war sie schon dabei und hat sich recht wohl „an Bord“ gefühlt.

Unser Ziel ist Oulu in Finnland! Katrin studiert noch bis Weihnachten dort und da es uns ja schon oft nach Skandinavien, vor allem nach Schweden gezogen hat, freuen wir uns natürlich, Katrin zu besuchen und auch mal die Landschaft im Herbst dort oben zu erleben – und vielleicht ein paar Nordlichter zu entdecken.

Die Fähre ist für kommenden Sonntag von  Rostock nach Trelleborg in Schweden  gebucht. Lange haben wir überlegt, welche Strecke wir nach Schweden nehmen. Diese mit TT-Line ist die günstigste und für Hunde die in unseren Augen einfachste: man braucht hier weder Maulkorb noch eine extra Hundekabine und fünf Stunden für die Überfahrt müssten gut machbar sein.

Wir sind auf jeden Fall gespannt! Und haben mit Lucy schon „trainiert“: vor einigen Wochen waren wir mit ihr im großen Lautertal bei Ehingen und sind Kanu gefahren. Sie war begeistert: rein ins Wasser, rein ins Boot und ich war, da ich vorne saß, klatschnass. Fußbad im Kanu gab es natürlich auch – aber es war ein heisser Tag und da tat jede Abkühlung gut.

Von Trelleborg aus geht es dann bis etwas über Stockholm und von dort setzen  wir für ein paar Tage auf die Åland – Inseln über. Sie liegen zwischen Schweden und Finnland, gehören aber schon zu Finnland und sollen wunderschön sein. Sind wir gespannt! Und in Finnland geht unsere Tour – jedenfalls aus heutiger Sicht – über Karelien (liegt rechts von Helsinki, nah an der russischen Grenze) nach Oulu.

Wir sind gegen Mittag gestartet: unser erstes Ziel waren Freunde von uns in der Nähe von Erlangen. Das war super: wir sind dort in ihrem wunderschönen Wintergarten so was von verwöhnt worden – wollt ihr es genauer wissen? Erst mit Kaffee und Kuchen (Himbeer, Pflaume, Apfel) und einem veganen Obstsalat. Und dann noch mit Cordon bleu – für mich gab es ein veganes, dazu eine sehr leckere Soße und knackigen Salat – alles hübsch garniert und es hat total gut geschmeckt. Wir haben uns bei euch sehr wohl gefühlt und danken euch, liebe Ingrid und lieber Henning für eure Gastfreundschaft. Auch Lucy hat sich bei euch voll wohl gefühlt.

Später als gedacht ging es noch etwas weiter: kurz vor Bamberg fanden wir einen netten Übernachtungsplatz am Main – Donau -Kanal und schauten noch etwas Günni – „Wer wird Millionär?“. Gemütlich war es! 👍😊