Freitag, 30.08.2019

Geschlafen haben wir wunderbar – mit Meeresrauschen. Und die Sicht auf die Lichter an der Küste war auch wunderschön: wie Perlen an einer Schnur leuchteten sie entlang der Küste. 

Nur zehn Grad haben wir heute früh um acht. Wie jeden Morgen bekomme ich mein Käffchen ans Bett und freue mich darüber riesig. Ein schönes Ritual ist das! 

Wir frühstücken halb zehn, draußen in der Sonne. Danach wird noch geduscht und und und. Es ist Punkt zwölf Uhr, bis wir heute los fahren. Macht nichts, der Zeltplatz ist teuer genug: da nutzen wir jede Minute auf ihm. 

Unser heutiges Ziel ist Arromanches-Les-Bains: 100 km sind es bis dahin, sagt unser Navi. 

Es ist eine schöne Fahrt – wir sehen einiges von Caen (100000 Einwohner – Stadt) und viele Apfelplantagen. 

In Arromanches-Les-Bains sind wir gegen zwei Uhr. 

Im Jahre 1944 gehörte der Strand von Arromanche zum Gold-Beach-Landungsstrand der Alliierten. Nach dem D-Day wurde hier ein künstlicher Hafen errichtet, dessen Überbleibsel heute zusammen mit einem 360°-Kino und einem Museum die damaligen Ereignisse vergegenwärtigen.

Soviel Geschichte muss sein und wir bleiben für heute hier auf dem Wohnmobil – Stellplatz. Es ist zwar ein riesiger Platz, aber wir bekommen einen netten Platz in erster Reihe – mit herrlichem Blick aufs Meer. Echt schön – und das für sechs Euro. 

Nach einem kurzen Vesper und einer leckeren Kaffeepause ziehen wir los: erst ins Kino. Sehr beeindruckend vermittelt der 15-minütige Film einen Überblick über die damalige Zeit. Auch Kunst ist hier zu sehen:

Hier der Blick auf das Städtchen:

Dann zieht es Lucy (und uns) zum Meer. Es ist gerade Ebbe. Meine LieblingsZeit! 👍😊 Auf dem letzten Bild sieht man die Reste des damaligen Hafens.

Leider darf Lucy nicht am Hauptstrand in dem kleinen Städtchen (500 Einwohner) ans Meer, sondern am Ende desselben. Das ist ja fast wie an der deutschen Ostsee – 🙈🙈🙈🙈

Nach Ballspiel (Lucy liebt Bälle) und einem erfrischenden Bad wandern wir zum Cap Manvieux. Es ist ein herrlicher Küstenwanderweg mit wunderschönen Aussichten aufs Meer und das kleine Örtchen. Die Sonne scheint, wir haben angenehme Temperaturen, uns geht es gut – ist das nicht Grund zur Freude? 

Ein paar Paragleiter sind auch ganz nah bei uns: schön wie sie die Landschaft von oben bewundern können. 👍😊

Lucy hat es dreimal geschafft, über diesen Weiderost zu kommen, beim letzten Mal hat Peter geholfen und sie drüber getragen:

Erst nach sieben Uhr sind wir wieder am Wohnmobil. Ich hab nun Riesenhunger und Durst. Für Lucy hatten wir genug zum Trinken dabei, bei uns hat es noch Verbesserungspotential. Lucy ist „fix und alle“.

Den Abend verbringen wir mit dem Reiseblog – natürlich nicht ohne immer wieder den herrlichen Sonnenuntergang und die kommende Flut zu beobachten. 

Lucy war nach der Wanderung erst mal fix und alle. Sogar ihr Fressen hat sie verpennt. Aber wir haben ja für alles Verständnis. 

Grad war ich mit ihr nochmals kurz draußen. Auf dem Platz hier ist ein buntes Mix von europäischen Wohnmobilen und Fahrern. Ich sah Holländer, Engländer, auch Franzosen, Deutsche, Italiener. 

Heute sind wir – wie schon gesagt – 100 km gefahren, von Trouville-sur-Mer bis nach Arromanches-Les-Bains. 

Bilder folgen morgen. Gute Nacht euch allen ⭐️🌙⭐️ Mit den Bildern hat es nun leider länger gedauert, da wir lange kein Internet mehr hatten.

Donnerstag, 29.08.2019

Guten Morgen! 😊😊

Schon über eine Stunde lang bin ich wach (jetzt ist es 7:41 Uhr) und genieße von meinem Bett aus den Blick aufs Meer. Jetzt ist es draußen wieder ruhig, nachdem sich die Möwen ausgetobt und „ausgeschrien“ haben. Ich habe etwas gelesen, die weitere Route geplant und einiges im Internet recherchiert. Peter schläft noch und auch von Lucy ist nichts zu hören.

Hier sind wir gerade und heute geht es weiter über Le Havre Richtung Cabourg: hier sind die berühmten Landungsstrände.

Einiges zur Geschichte: die Alliierten sind am sogenannten D-Day, also am 6. Juni 1944, an der Küste der Normandie – gelandet („Landungsstrände“). Die ganze Aktion hieß „Operation Neptune“ und war der Anfang vom Ende des Zweiten Weltkriegs.

Kurz zu den Fakten: 5.300 Schiffe, 11.000 Flugzeuge, 170.000 Soldaten. Amerikaner, Briten, und Kanadier stürmten am 6. Juni die Strände der Normandie.

Neptune war der Sturmangriff auf die deutschen Befestigungen der Westfront in der Normandie und der Erbauung eines provisorischen Hafens für Nachschub. Die Operation Neptune begann mit den ersten größeren Übungsmanövern im Januar 1944 und endet mit in der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, dem D-Day.

Ist doch praktisch, wenn ich früh munter bin – dann bekommt ihr noch zusätzliche Informationen. 😉😉😉🤔🤔😳😳

Hier noch einige Bilder von unserer morgendlichen Runde am Leuchtturm:

Es geht weiter Richtung Le Havre – auf kleinen Straßen durch viel Grün, hoch und runter. 

Schon von weitem ist dann die Pont de Normandie zu sehen: sie sieht aus wie ein „Drache mit gezacktem Rückenkamm“ – so beschreibt es Catherine Simon in ihrem Krimi „ Kein Tag für Jakobsmuscheln“, den ich gerade lese. 

Die Brücke führt über die sehr breite Mündung der Seine – im Osten sieht man sie sich durch die Landschaft winden, im Westen vermischt sich ihr Wasser mit dem Ärmelkanal. 

Ein schöner Blick von oben! Auf die Stadt und den Hafen – immerhin den zweitgrößten Frankreichs. 

In Trouville-sur-Mer habe ich für uns einen schönen Campingplatz ausgesucht: „Au Chant des Oiseaux“. Man hat hier einen herrlichen Blick aufs Meer, auf Le Havre und die Küste bis Cabourg. 

Er ist mit 35 € sehr teuer und man hat leider keine freie Platzwahl. Trotzdem ist der Platz, den wir zugewiesen bekommen recht hübsch und wir beschließen eine Nacht zu bleiben. 

Der Campingplatz ist auch in meinem Krimi erwähnt – ja, er spielt sogar in dem Städtchen Trouville-sur-Mer. Und das muss ich mir doch nun anschauen! 

Vom Campingplatz führt ein Weg steil hinunter zum Strand. Lucy und mich hält nichts mehr – nicht mal die Vorstellung, wieder da hoch zu müssen. 

Es ist grad Ebbe und Lucy tollt begeistert zwischen kleinen Felsen am Strand umeinander. 

Nach einem zünftigen Weißwurst – Essen ziehe ich alleine ins Städtchen los. Am Strand entlang. Es ist herrlich warm. Der Stadt-Strand  ist gut bevölkert, es herrscht eine lockere fröhliche Atmosphäre.

Kinder können hier auf Ponys ihre Runden drehen, mit Autos auf bestimmten Parcours fahren, auf Spielplätzen herumtoben oder einfach nur buddeln. Vor allem die Männer sind mit Boulen beschäftigt, während sich die Frauen sonnen – meist zusammen mit Freundinnen. Lustig finde ich diese Sonnenschirm-Zelte. 🙂

Ich bummle noch etwas durch das nette Städtchen – auch hier gibt es wie in Ulm einen Fluss (La Touques) und zwei Städte. Trouville-sur-Mer und Deauville. 

Viele hübsche Häuser gibt es auch und Tausende von Fotomotiven:

Ich fühle mich wohl hier und genieße ein Käffchen in der Fußgängerzone. 

Zurück geht es wieder am Strand entlang und nach dem Duschen lassen wir uns gemeinsam unser Abendbrot beim Sonnenuntergang schmecken.

Nun wird es aber schlagartig recht kühl und es dauert nicht lange, bis wir uns nach drinnen verziehen und uns noch eine gekaufte Creme brulee schmecken lassen. 

Gute Nacht euch allen!

Heute sind wir von Etretat bis Trouville-sur-Mer um die 50 km gefahren.

Mittwoch, 28.08.2019

Nach einer guten Nacht und einem gemütlichen Frühstück geht es noch ins kleine hübsche Städtchen Veules-les-Roses. Heute ist Markt und wir schlendern gemütlich an all den Ständen vorbei. Bei den Oliven und dem Käse kommen wir nicht vorbei, da nehmen wir was mit! Schließlich hat man ja bald mal wieder Hunger! 

Der Käse aus der Normandie stellt sich dann als sehr gewöhnungsbedürftig heraus. 🤔🙈

Gegen zwei Uhr brechen wir von dem Stellplatz auf – erst mal nur zehn Kilometer weiter. Doch dieser Stell-Platz gefällt uns gar nicht und so entsorgen wir nur kurz und fahren über Fecamp weiter nach Étretat. Hier soll der schönste Küstenabschnitt der Alabasterküste sein. Und DAS Fotomotiv der Normandie, das man unbedingt gesehen haben muss. Was bleibt uns da anderes als uns auf den bereits fast vollen Stellplatz zu stellen, 3,50€ in den Automaten einzuwerfen und auch dort hinzulaufen? Und das trotz einsetzenden Regens? Wozu haben wir auch unsere Regencapes dabei? 

Lucy freut sich, denn unterwegs trifft sie schon mal einen Hund, der auch noch jung ist und gerne spielt. Und so haben die zwei schon mal ihren Spaß! 

Und dann kommen wir zu den Klippen – natürlich hat es aufgehört zu regnen – und wir sind total begeistert! Seht selber! 

Wir wandern weiter den Küstenweg entlang und staunen immer wieder. Fotomotive über Fotomotive, zumal dann auch noch die Sonne herauskommt und die Felsen besonders schön leuchten.

Hier nun das berühmte Fotomotiv:

Wir wandern weiter,…. und erinnern uns dabei an unseren Urlaub in Cornwall mit unseren Kindern, als wir auf solchen Wegen mit dem Fahrrad – bei waagrechtem Regen – unterwegs waren. Unsere armen Kinder,…. 🙈🙈🙈

Zurück im Örtchen holen wir uns noch einen Rhabarberkuchen und zwei Pain au chocolat. 

Und zurück im Wohnmobil geht es zum nächsten Stellplatz, der am Leuchtturm liegt und nur fünf Kilometer entfernt ist. Und das Beste – wir bekommen hier noch einen freien Platz für die Nacht. Wiederum kostenfrei, mit herrlicher Aussicht und totaler Ruhe. Herrlich!

Die süßen Stückchen lassen wir uns nun  bei einem Käffchen schmecken. Lucy ist geschafft und auch wir machen es uns gemütlich. Erst nach acht Uhr gehe ich nochmals eine Runde mit Lucy und bin total fasziniert von der Ruhe und Stille hier. 

Wir stehen hier übrigens am Ärmelkanal: hier erlebt man unter anderen den mit 12m größten Tidenhub von ganz Europa. Tidenhub = Der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut.

Ich schätze mal, dass es von hier 150 Kilometer direkt bis England sind.

Dienstag, 27.08.2019

Wir blieben die einzigen auf diesem recht netten ruhigen und kostenlosen Platz und schliefen gut. Kurz vor neun Uhr starten wir und holen uns in der Bäckerei im Städtchen ein sehr leckeres Ficelle, ein Körnerbaguette und ein Croissant. Ein Ficelle ist schmaler als ein Baguette. 

Die Fahrt geht danach meist vierspurig weiter, vorbei an Saint-Dizier, hier liegt der Lac Du Der Cantecoq. An dem See überwintern immer viele Kraniche. 

Weiter geht es durch Reims: das Juwel der Stadt, die Kathedrale Notre-Dame präsentiert die Besonderheit in den über tausend Jahren von 816 bis 1825 die Stätte der Krönung von 33 Königen von Frankreich, gewesen zu sein. 

Außerdem gilt Reims als inoffizielle Hauptstadt der Weinbauregion Champagne. 

Es zieht sich dann tüchtig bis Soissons und wird auch wieder sehr heiss: 33 Grad! 

Wenn wir nur mal ein schattiges Plätzchen für eine Pause finden würden,… 

Die Gegend sieht auch hier recht langweilig und trist aus: graue Städtchen, große abgeerntete Felder – 

Aber das Meer und Dieppe kommen immer näher. Und hier ist unsere heutige Route:

Und es wird nun kühler und angenehmer. Einen großen Übernachtungsplatz finden wir kurz vor 18 Uhr in Veules-les-Roses (zwischen Dieppe und Fécamp): auf einer großen Wiese auf den Klippen steht man hier – mit vielen Wohnmobil-Freunden (ca. 30!). Kostenfrei, dafür auch ohne Ent- und Versorgung. Ich habe den Punkt in orange für euch markiert. 😊👍

Peter und ich lassen uns noch ein Käffchen und ein Eclair schmecken und dann hält mich nichts mehr – „Gegend erkunden“ steht auf dem Programm. Lucy ist da ein treuer Begleiter und wir steigen im Sonnenschein gemeinsam zum Meer hinunter und laufen noch lange an den Klippen entlang, auf Sand und auf Steinen. 

Lucy ist glücklich, wieder mal im Meer zu sein,…

Peter kommt auch noch und erst kurz vor neun sind wir wieder am Wohnmobil. Ja, hier geht die Sonne später unter – wie toll –

Dafür ist natürlich auch der Sonnenaufgang später, aber das macht uns nichts: im Gegenteil! 

Montag, 26.08.2019

Es geht wieder mal los bei uns: Richtung Stuttgart, Karlsruhe und dann über Baden-Baden nach Frankreich. 

Unser Ziel ist das nördliche Frankreich. Genauer gesagt: die Normandie. 

Hier freuen wir uns auf angenehme Temperaturen. Auf lange Sandstrände. Auf Dünen. Auf Klippen. Auf lange Wanderungen am Strand entlang. Auf Ruhe. 

Mal sehen, ob und wie sich unsere Erwartungen erfüllen. 

Eingedeckt haben wir uns unter anderem mit einigen Krimis, die in der Normandie spielen. Finde ich immer schön, im jeweiligen Land was von dort zu lesen. 

Bis kurz vor Karlsruhe geht es recht flüssig. Dann wird eine halbe Stunde „gestaut“, bevor es dann in Frankreich auf relativ leeren Straßen flott vorwärts geht. 

Einen leeren, ruhig gelegenen Stellplatz finden wir um acht zwischen Nancy und Saint Diziers. Etwas über 400 km von Ulm entfernt.