Alle Beiträge von peterstofer

Mittwoch, 30. August 2017

Es geht wieder mal los und wir versuchen einen Blog über unsere Reise zu schreiben,…..

Aber bitte nicht enttäuscht  sein, wenn ihr mal einige Tage nichts hört. Dann gibt es entweder kein  WLAN oder wir sind einfach zu beschäftigt.

Wir starten diesmal erst abends, dafür aber mit großem Aufgebot,… Unser Anhänger darf nach langem Überlegen mit und darin sind das Motorrad und mein Kajak, und natürlich die Klamotten fürs Motorrad.

Nach einer Stunde Fahrt, gegen sieben, gibt`s bei Ehingen Abendessen und um halb zehn sind wir auf einem Stellplatz kurz vor Tuttlingen und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Samstag, 22. Oktober

Und wieder ist es fast 12:00, bis wir vom Zeltplatz starten. Wir haben strahlend blauen Himmel und fahren 15 km auf engen Straßen ( wieder mal sind hier die typischen englischen Hecken) nach Broadstairs. In dem hübschen kleinen Badeort mit Fischerdorf–Atmosphäre hat schon Charles Dickens in den Jahren zwischen 1837 und 1850 mit seiner Familie seinen alljährlichen Urlaub verbracht. Er nannte den Ort den „healthiest and freshest of all places“. Wir finden das Bleak House, das in eindrucksvoller Lage auf einem Kliff liegt und in dem Dickens (1812 – 1870) auch sein Buch „David Copperfield“ geschrieben hat. Ich schaue mir das Haus näher an und besichtige das auch im Haus untergebrachte Schmuggler-Museum.
Dickens begegnete bereits mit 10 Jahren der Armut, weil sein Vater sich in London ein großspuriges Leben gegönnt hatte, was ihn aber schließlich ins Schuldgefängnis brachte. Der kleine Charles wurde von seiner Familie getrennt und musste drei Monate in einer Schuhcremefabrik arbeiten. Diese traumatische Erfahrung verarbeitete er später in seinen Werken und gibt in ihnen ein sehr einfühlsames Abbild der viktorianischen Gesellschaft, insbesondere des unteren sozialen Milieus. Gegen soziale Vereinsamung setzt er eiserne Entschlossenheit und Fleiß.
Das Schmuggler-Museum ist auch recht interessant, denn die gab es in der Gegend zuhauf! Denn: vor der hiesigen Küste liegen die Goodwin Sands: das sind Sandbänke, die sich auf Grund der Strömungsverhältnisse vor der dortigen Pegwell Bay gebildet haben. Weil diese sich ständig verlagern, waren sie in der Vergangenheit Ursache für zahlreiche Schiffskatastrophen – und dann kamen die Plünderer und bauten unter anderem Tunnels durch die Kalkfelsen, um ihr Gut in Sicherheit bringen zu können. Wurden sie erwischt, wurden sie unter anderem auch nach Australien zwangs-verschifft.


Wir bummelten dann noch durchs gemütliche Städtchen und ließen uns am Hafen in der Sonne und im Pulli noch mal Fish and Chips schmecken.
Dann ging es weiter und wir fuhren an einem wunderschönen Platz mit toller Aussicht aufs Meer vorbei – und beschlossen erst, hier gemütlich Kaffee zu trinken und dann, auch hier zu übernachten. Und heute hat Peter sogar Pfannkuchen gebacken – echt lecker. Wir beobachten dabei die Surfer, auch Paddler haben sich eingefunden und natürlich viele Möwen  – diese liebe ich ganz besonders, sind sie für mich doch  ein Symbol für Freiheit.

Als die Sonne dann langsam untergeht, bewundern wir noch die Farben und Wolken.  Immer wieder gibt es etwas zu beobachten und wir genießen es in vollen Zügen. In der Nacht hören wir das Meer rauschen – also ist Flut! Ob es wohl unsere erst mal letzte Nacht am Meer sein wird? Schon spannend so eine Reise mit dem Wohnmobil – und vor allem mit uns. 😉😉😉😉

Freitag, 21. Oktober


Da der Laden in der Nähe unseres Übernachtungsplatzes kein Brot hatte, fuhren wir ins Städtchen Whitstable, das mir schon von einer Freundin empfohlen wurde. In einer kleinen Bäckerei kaufte ich in der Hauptstraße ein paar Brötchen. Gott sei Dank bekam ich sie auch, denn erst wollten die Ladenbesitzer meinen schottischen 10-Pfund-Schein gar nicht annehmen! Aber wahrscheinlich sah ich dann doch vertrauenswürdig aus. Wie wir später erfuhren, sind viele gefälschte schottische Scheine im Umlauf, so dass die Briten vorsichtig sind. Und ein anderer Grund ist wohl auch die ewige „Feindschaft“ zwischen Briten und Schotten: man will halt in England die Queen auf der Pfundnote sehen – wieviel leichter wäre es für alle mit dem EURO! Wir haben jedenfalls unsere schottischen Scheine dann auf der Bank in englische Scheine gewechselt! ;–)
Ein netter Parkplatz direkt am Meer war dann auch schnell gefunden und wir genossen das Frühstück – dazu schien die Sonne ins Wohnmobil und die Möwen kreischten um uns herum.


Danach fütterten wir wieder ordentlich die Parkuhr (zur Info: für 4 Stunden 6 Pfund) und bummelten erst am Strand entlang, gingen dann zum Castle (echt süß und verspielt mit Türmchen und vielen Erkern) und noch in das Städtchen. Hier reihen sich entlang der Hauptstraße viele süße Läden und ich war ganz begeistert, wie hübsch sie von außen und auch von innen aussehen. Klar sind sie mini und man hat nicht viel Platz drinnen, aber sie – und auch all die süßen kleinen Cafés – vermitteln eine urgemütliche und heimelige Atmosphäre. In den meisten Cafés gibt es auch Plätze am Fenster, oft sogar Sessel oder Sofas, von denen aus man das geschäftige Treiben draußen beobachten kann – klar, man wird auch von draußen besonders gut gesehen! 😉


Im Hafen gab es auch Fisch zu essen und ich nahm mir eine kleine Schüssel mit den verschiedensten frischen Meeresfrüchten. Gott sei Dank hatten wir im Ort noch Brot gekauft, so dass ich den Salat gleich mit dem Brot in der gemütlichen Hafenatmosphäre genießen konnten.


Danach ging unsere Fahrt weiter in die berühmte Kathedralen-Stadt Canterbury (hier soll es mittelalterliches Flair geben, enge Gassen, Straßenlaternen und eine Stadtmauer, die die Stadt wie ein kostbares Gemälde einrahmt). Weit war es ja nicht bis dahin (nur 25 km), aber in Canterbury standen wir nur im Stau, so dass uns dann irgendwann die Lust auf Canterbury verließ (die Stadtmauer hatten wir immerhin vom Auto aus gesehen und auch auf die Kathedrale einen Blick geworfen) und wir weiter nach Margate fuhren: hier sollte es einen – laut unserem Führer – guten Campingplatz geben. Die Koordinaten des Zeltplatzes stimmten schon mal nicht, aber wir fanden den Platz trotzdem nach einigem Hin und Her. Gefallen hat er uns gleich auf den ersten Blick nicht, aber es wurde schon wieder dunkel und so blieben wir: 17 Pfund kostete die Nacht und das ohne Strom. Aber wir standen relativ ruhig und einsam, konnten duschen (wenn auch recht beengt), haben unsere Wäsche gewaschen (in 40 Minuten – im Lake District hatte es über drei (!!!) Stunden gedauert) und ich habe heute Morgen in dem kleinen Pool noch ein paar Runden gedreht. Trotzdem gefällt es uns besser, irgendwo frei und noch mit schöner Aussicht stehen zu können – so wie heute (siehe Samstag, 22.10.).

Donnerstag, 20. Oktober


Und weiter geht unsere Fahrt (wieder erst gegen 11 Uhr) durch das Gebiet The Fens, das früher ein Sumpfgebiet war nach Peterborough, einer Industriestadt mit einer der beeindruckendsten Kathedralen Englands. Halt machen wir dann in der Universitätsstadt Cambridge. In Oxford, einer anderen bekannten Universitätsstadt Im Süden Englands waren wir vor vielen Jahren schon mal. Cambridge nun begeistert mich gleich von Anfang an – wir finden auch gleich in der Nähe der Stadt einen Parkplatz: klar die Preise hier fürs Parken sind recht stattlich!
Der River Cam fließt durch die Stadt und die Bäume hier leuchten dank der Sonne in den schönsten Herbstfarben. Auf eine Bootsfahrt verzichten wir, dafür bummeln wir durch die gemütliche Kleinstadt. Irgendwie scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Fahrräder über Fahrräder, enge Kopfsteinpflastergassen, nostalgische Laternen, mehrere Fußgängerzonen und an die 22 Colleges – und natürlich dadurch Studenten über Studenten. Die Stadt hat Charme und Atmosphäre – echt schön!

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Mittwoch, 19. Oktober

Und so sind wir gleich nach einem schnellen Frühstück (das heißt nur Brötchen mit Marmelade) zum Gibraltar Point aufgebrochen – uns hat es so gefreut, den Punkt in der Landkarte gefunden zu haben, denn im Februar dieses Jahres waren wir ja im „richtigen“ Gibraltar (am untersten Zipfel von Spanien). Also musste das mit Gibraltar mitten in England schon sein. Es handelt sich hierbei um ein Naturschutzgebiet am Meer, in dem seltene Vögel anzutreffen sind – ja, wirkliche Vögel! 😉 Und wir sahen auch jede Menge riesige dunkle Vogelschwärme. Es herrschte wieder mal Einsamkeit und Ruhe – herrlich! Und dazu war es abenteuerlich, denn die Wege waren oft recht überflutet und das Laufen dadurch etwas erschwert.


Im Informationszentrum gab es neben den Infos dann auch ein Süppchen, eine Soup of the day und eine filled jacket potato with beans und dazu Tee. Die Engländer trinken überhaupt zu fast allem ihren geliebten schwarzen Tee, der zudem recht günstig zu bekommen ist (meist für ein Kännchen zwischen 1,20 und 1,50 Pfund).
Über Skegness – einen Ort am Strand mit vielen Geschäften und Spielhöllen, also das exakte Gegenteil des Gibraltar Points – fuhren wir weiter nach Boston. Früher war Boston mal der wichtigste Hafen für englische Textilexporte. Und in die Geschichtsbücher kam Boston, weil 1630 puritanische Pilgerväter von hier aus aufbrachen, um die neue Welt zu erkunden. Die Pilger nannten ihre Siedlung im amerikanischen Massachusetts dann auch Boston!
Und hier entdeckten wir ein Schwimmbad! Wäre auch mal wieder nicht schlecht, dachten wir uns und ich erkundigte mich nach den Öffnungszeiten. Denn das wird in England anders gehandhabt als in Deutschland. Es gibt feste Zeiten, zu denen man schwimmen kann, zu anderen Zeiten ist das Bad von Schulen belegt. Um es kurz zu machen: es klappte, wir konnten ab 18:00 Uhr schwimmen gehen. So nutzten wir die restlichen drei Stunden – es war erst 15:00 Uhr – zum Stadtbummel und zum Essen. Wir fanden ein sehr nettes Lokal „Church Inn“ mit typisch englischem Essen und haben auch mit dem Wirt, mit dem wir alleine waren, über Vieles gesprochen, vor allem über Urlaub und Reisen.
Dann sind wir ins Bad – mussten aber vorher einen langen Fragebogen (wegen möglicher Krankheiten) ausfüllen. Das Schwimmbecken dann war schön groß, das Wasser relativ warm, aber man konnte sich nach dem Schwimmen nirgends wie bei uns hinsetzen. Es gab weder Liegen noch Stühle im Bad. Die Sauna probierten wir natürlich auch aus, hier aber in Badebekleidung und ohne Badetuch – die Temperatur war ganz okay. Aber auch danach gab es kein kaltes Wasser zum Erfrischen und kein Ruhebereich oder etwas in der Richtung. Nur drei Stühle standen da und heftige Musik dröhnte aus dem Fitness-Studio. Um 20:00 Uhr musste Peter dann aus dem Schwimmbecken gehen, denn dann durften nur noch die Frauen schwimmen. Alles etwas gewöhnungsbedürftig und auch – altbacken.
Aber eine interessante Erfahrung und mal gut zu erleben, wie in anderen Ländern „geschwommen“ wird.
Aber dafür freue ich mich jetzt doppelt auf eine schöne Badelandschaft!

Dienstag, 18. Oktober

Unser Schlafplatz war wieder einmalig 🙂


Heute war ein Fahr-Tag.
Wir haben 170 km zurückgelegt, teilweise durch malerische Landschaften (North York Moors-Nationalpark) und Orte (Whitby, Scarborough, Robin Hood‘s Bay…).
Wir haben, bei Regen, die längste (1410 m) Hängebrücke der Welt (die Humberbridge bei Hull) überquert.
Als letztes Teilstück hatten wir eine Route auf kleineren Strassen durch interessant klingende Orte (Saltfleet, Mablethorpe,…) ausgesucht, die sich aber als Flop herausstellte. Das mag am Wetter gelegen haben (Regen), oder am Verkehr – auf jeden Fall schien es hier sehr trist und langweilig zu sein.
Selbst meiner gesprächigen Frau gingen hier die Worte aus und es wurde eine sehr ruhige Fahrt – in gespannter Atmosphäre (da wir auch Hunger hatten, aber keiner was gesagt hat…)
Auch der ausgewählte Campingplatz erfüllte nicht unsere Ansprüche (die Behausungen standen sehr eng und der Platz war überwiegend auf Dauercamper ausgerichtet)…
Also zogen wir weiter, gingen einkaufen und stillten erstmal unseren Hunger und Kaffeedurst auf einem Parkplatz mit Sicht auf das Meer und den, dort sehr langweiligen, Sandstrand.
Mit deutlich gestiegener Laune machten wir uns auf zum nächsten Highlight, das eigentlich erst für den nächsten Tag vorgesehen war – wir fuhren etwa 5km zum Gibraltar Point !!!
Da es mittlerweile schon dunkel war entschieden wir uns auf dem Parkplatz eines Golfclubs, in unmittelbarer Nähe zum Gibraltar Point, unser Nachtquartier aufzuschlagen – eine gute Wahl, denn wir hatten es sehr ruhig und haben wunderbar geschlafen.

Montag, 17. Oktober

So langsam gewöhne ich mich ans Ausschlafen – erst kurz nach neun wache ich auf!
Nach dem Frühstück gehen wir ins Informations-Zentrum und gönnen uns den hohen Eintritt zum Hadrians Wall. Wir konnten dafür ja auch hier umsonst übernachten.
Der Hadrians Wall war ein römisches Grenzbefestigungssystem des britannischen Limes und bildet die 117 km lange Verbindung zwischen Newscastle und Solway Firth (zwischen der Irischen See und der Nordsee). Er wurde zwischen 122 und 128 n.Chr. zwecks Grenzkontrolle und Verteidigung erbaut und die Römer waren knapp 400 Jahre in Britannien. Es gibt hier einiges zur Geschichte des Walls zu lesen und auch einen interessanten Film. Dazu spazieren wir durch all die Überreste des Forts – der Blick, den die Römer da hatten, war wirklich einzigartig – zwar sahen sie kein Meer, aber eine herrliche hügelreiche Landschaft ;-).


Weiter ging es Richtung Meer und in Consett bei Newscastle gingen wir zum Einkaufen: sowohl zu Aldi – wir brauchten mal wieder unsere geliebte Mandelschokolade als auch zu Morrisons: der aufmerksame Leser von euch weiß schon, was es hier gab,…. Ja, unseren leckeren Salat! Eigentlich könnten wir Werbung dafür machen; überzeugt sind wir von ihm ja voll! ;-). Und bei Morrisons gibt es ja auch ein leckeres günstiges Café und da haben wir uns Yorkshire Pudding und ein Applecrumble mit Vanillesauce geteilt und auch schmecken lassen. Eigentlich hatten wir gehofft, WIFI zu haben, aber diese Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Yorkshire Pudding wird übrigens aus Mehl, Milch, Eiern, Fett und Gewürzen hergestellt – wie eine kleine Pizza mit sehr hohem Rand geformt und in die Mulde kommt der Bratensaft und das Fleisch, zusammen mit Kartoffelbrei und Erbsen. Lecker war`s! Und beim nächsten Mal probieren wir ihn mal süß als Nachspeise!

Und gerade noch rechtzeitig fiel mir hier dann der Tipp einer Freundin ein, die meinte, dass wir uns unbedingt den „Angel of the North“ anschauen sollten, der kurz vor Newscastle – genauer gesagt bei Gateshead – stehe. Es war zwar ein kurzer Umweg, aber er lohnte sich: der Engel ist 20 Meter hoch und hat eine Spannweite von 54 Metern (fast wie ein Jumbo Jet). Ich hänge die Fakten über den Engel als Bild an und auch die Antwort auf die Frage „Warum ein Engel“ als Symbol gewählt wurde. Das berührte mich dann doch sehr! Im Umkreis des Engels wird mit Briefen, Blumen und Tieren an Verstorbene erinnert. Und ein „Hund“, komplett mit vielen Piktogrammen bemalt, hat es mir besonders angetan. Ich habe zwar noch nicht ganz heraus bekommen bzw. verstanden, wofür er steht, aber er ist sehr, sehr hübsch. Vielleicht bekommt ihr es heraus? 😉

Ein Leser unserer Blogs ist darin schon besonders gut und es ist für uns alle immer ein Spaß gewesen, wenn er durch ein paar Stichpunkte von uns unseren aktuellen Standort heraus gefunden hat. Überhaupt freuen wir uns über jeden Kommentar und auch darüber, was von euch zu hören. Schon schön, auch im Ausland und im Urlaub (oder in der Freizeit?) mit euch verbunden zu sein.
Übernachtet haben wir in Redcarr, kurz nach Middlesbrough, direkt am Meer – mit herrlicher Aussicht auf den Vollmond, der sich im Meer spiegelte. Gibt es darüber vielleicht auch ein Gedicht?

Sonntag, 16. Oktober

Halb zehn öffnet IKEA und wir gehören zu den ersten Besuchern!
Das schottische breakfast schmeckt recht gut und dann kommt die Arbeit: wir ziehen uns in die gemütlichen Ohrensessel zurück, schreiben den Blog weiter und suchen passende Bilder dazu. Inzwischen ist es halb zwei und – wir bekommen wieder Hunger,….
Schauen wir mal, was es Leckeres gibt – ob es etwas Leckeres gibt – und dann auch mal weiterziehen, natürlich Richtung Süden! 🙂

 


Fish and Chips ist angesagt – wir werden teilen 🙂
Na ja, die Fish und Chips waren jetzt nicht so der „Renner“. Dafür gönnten wir uns hinterher noch Tee bzw. Kaffee und – wie beim 1. IKEA in England – ein Stück leckeren Käsekuchen mit Beeren drauf und ein Stück Apfelkuchen mit Vanillesoße: herrlich – einfach empfehlenswert! Ikeas gibt es in Schottland übrigens nur 2!
Und dann ging es weiter – und pünktlich zu unserer Weiterfahrt kam auch die Sonne raus und der Herbst zeigte uns sein schönstes Gesicht. Wir fuhren erst nach Peebles durch die Border Abbeys (herrliche Gegend mit viel Wald und Bergen) und besichtigten in Peebles bei einem Caravanhändler die Wohnwagen – nein, wir wollen keinen kaufen, nur mal schauen, wie sie von innen aussehen und wie die Aufteilung ist. Mir gefällt das riesengroße Fenster der englischen Wohnwagen im „Wohnzimmerbereich“: einfach traumhaft (okay, es hat bestimmt auch seine Nachteile, aber schön sind sie trotzdem für mich). Mir gefallen ja auch all die wunderschönen Häuser in England mit ihren Erkern – das sieht so gemütlich aus, vor allem wenn dann noch im Erker das Sofa steht. Irgendwie ist England für mich schon auch wie eine „Reise in die Vergangenheit“: vieles wirkt so, als wenn die „Zeit stehen geblieben“ wäre, einfach bezaubernd. Dazu all die roten Telefonzellen, die roten Briefkästen, die Doppeldecker, die wunderschönen Blumenampeln überall – und erst die Landschaft und die freundlichen Menschen (die uns aber vorwiegend im Norden begegnet sind, uns angesprochen haben, sich auch für uns interessierten – oder waren wir da relaxter?). Es ist wirklich wunderbar, dass wir uns jetzt auch die Zeit nehmen dürfen, dieses schöne Land intensiver kennenzulernen. Es ist super, auch mal in Ruhe im Café oder bei Morrisons (mit einem Tee und einer kleinen Teekanne) zu sitzen und einfach zu genießen und zu beobachten, anderen zuzuhören, überhaupt die englische Sprache wieder intensiver zu hören, zu lesen und auch zu sprechen.
Aber bevor ich mit Schwärmen gar nicht mehr aufhöre, berichte ich kurz weiter: nach Peebles ging es quer durch die Border Abbeys – eine herrliche hügelige Landschaft mit viel Wald und auch kahleren Bergen zu dem berühmten Ort Melrose. Hier stehen berühmte Ruinen (Melrose Abbey), über die Sir Walter Scott (von dem es übrigens in Edinburg ein Monument gibt) ein Gedicht schrieb (und das wiederum übersetzte Theodor Fontane ins Deutsche). Anbei ein paar Zeilen: „Und willst du des Zaubers sicher sein/ so besuche Melrose beim Mondenschein/ Die goldene Sonne, des Tages Licht/ Sie passen zu seinen Trümmern nicht.“
Jedburgh (auch hier gibt es jede Menge Ruinen) war der nächste Ort, durch den wir fuhren: die Einwohner dieses Ortes sind schon recht „brutal“, jedenfalls einmal im Jahr, wenn es immer im Februar um das „skurrile Hand Ba Game“ geht: ein Spiel, in dem die „Upppies“ und „Doonies“, zwei Mannschaften aus der Ober- und der Unterstadt mit je mehreren Hundert Teilnehmern um EINEN mit Stroh gefüllten Lederball kämpfen, um ihn zu einem bestimmten Punkt zu bringen. Etwas „verrückt“ sind die Schotten ja wohl schon, aber trotzdem sehr, sehr liebenswert. Und auch sparsam – eigentlich müssten die Schwaben bestens zu ihnen passen ;-).
Weiter ging es durch die Cheviot Hills und plötzlich – für mich viel zu plötzlich – hörte Schottland auf: es kam ein Schild an der Straße, das uns mitteilte, nun wieder in „England“ zu sein! So waren wir nun in Northumberland und fuhren gleich durch den wunderschönen Nationalpark in die Nähe von Hexham zum Hadrians Wall. Wir fanden ein Informationszentrum zum Wall und konnten hier – es war inzwischen schon dunkel – relativ ruhig über Nacht stehen. Es ist einfach herrlich, im Wohnmobil zu übernachten und immer alles dabei zu haben, was man braucht. 
Und an der Stelle möchte ich mich auch noch bei lieben Freunden bedanken, die uns immer fleißig mit Besichtigungs-Tipps versorgt haben. Auch wenn wir nicht alles besichtigt haben bzw. besichtigen konnten, hat es uns gefreut und wird bestimmt bei einem anderen Besuch in England oder Schottland angeschaut werden.

Samstag, 15. Oktober

Nein, wir verlängern nicht!
Aber wir haben die Möglichkeit, draußen vor dem Campingplatz den Tag über noch kostenfrei zu stehen. Das nutzen wir doch gleich, holen uns wieder ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel und ab geht es zur Burg – natürlich nicht ohne vorher noch zu Costa (Kaffee) zu gehen!


Das muss sein!
Aber dann geht es los! Der mächtige Burgberg fasziniert mich schon seit wir hier sind und auch der Besuch des Castles (wenn auch nicht billig) lohnt sich: es gibt unendlich viel zu sehen, zu lernen und zu bewundern. Und das Wetter ist auch schön: es regnet nicht! 🙂
Wer von euch das Castle auch besichtigen möchte, soll sich VIEL Zeit nehmen: hier hält man es locker den ganzen Tag aus!
Wer mehr über die Geschichte der Burg erfahren möchte, dem sei folgender Link empfohlen: http://www.edinburghcastle.biz/
Einige Eindrücke von der Burg:

Der aufmerksame Leser weiß nun schon, was wir zu Abend gegessen haben – ja, Pizza!

Dann ging es zurück zum Campingplatz, ins Wohnmobil und 5 km weiter zu IKEA!
Ja – ein schottisches IKEA – das muss schon sein!
Da IKEA nur bis 19 Uhr geöffnet hat, parken wir hier über Nacht und nutzen das Wifi. War schön hier, sehr ruhig – und die Freude aufs fertige Frühstück am nächsten Morgen riesengroß. Endlich hat Peter auch mal frei !!!!!!

Freitag, 14. Oktober

Heute ist die Besichtigung des Edinburgh-Castles angesagt – und eine Nacht Verlängerung auf dem Campingplatz. In der hübschen Einkaufsstraße (Morningside), die ich vom Bus aus schon immer bewundert habe, steigen wir aus und bummeln von Laden zu Laden.


Ist das gemütlich und sind die Läden hübsch hergerichtet! Es gibt viele Secondhand-Läden und ich freue mich über einen weiteren Schafswollpulli und eine Bluse und Peter über einige schottische Cd`s. In der berühmten Pricess Street finden wir im 1. Stock mit herrlicher Aussicht „Costa“ (hat einzigartigen Kaffee in Riesentassen – wenn man den „Maximum“ nimmt) und chillen erst mal. Tut das gut, wir genießen die Atmosphäre in und ums Café, beobachten die Leute, lassen uns einen Cappuccino und ein Stück Kuchen schmecken. Und stellen irgendwann fest, dass es nun für die Burg zu spät ist – es ist inzwischen 15:45 und sie schließt um 17:00 Uhr.

Na ja, müssen wir wohl noch einen Tag verlängern oder auf das Castle verzichten? Schauen wir mal,….
Für heute bummeln wir noch zum McNeill House, einem Haus, in dem vor allem Christliche Wissenschaftler Urlaub oder „Rest and Study“ machen können. Total freundlich werden wir dort aufgenommen, ich treffe eine gute alte Bekannte und uns wird noch Tee und Gebäck serviert. Wenn wir mal ohne Wohnmobil hier oben sind, werden wir dort übernachten – echt SUPER!

Dann geht es mit dem Bus (natürlich oben im Doppeldecker) zurück und wir fahren einfach noch etwas kreuz und quer durch die Stadt, während es draußen langsam dunkel wird. Dann plagt uns der Hunger – wir finden einen Laden und holen uns eine ganze Pizza für knappe 3 Pfund – war so lecker, dass wir uns am nächsten Tag gleich nochmals eine holen.

Donnerstag, 13. Oktober

Wieder ist es fast 12 Uhr, bis wir starten – heute fahren wir mit dem Bus bis ans Ende zum Hafen. Dort haben wir vor, die Britannia zu besichtigen. Und es hat sich – trotz hohen Eintrittspreises (aber wir haben ja einen Rentner dabei ;-)) – gelohnt dieses „Königsschiff“ von innen zu bewundern – ich fühlte mich wie in eine andere Zeit versetzt.
Einige Eindrücke:

Mittwoch, 12. Oktober

Da Tesco bereits ab 6 Uhr geöffnet hatte, gab es heute Morgen frische Brötchen – na ja, englische Brötchen sind eigentlich immer frisch, da sie unendlich weich und „bappig“ (wie Marshmallows) sind; teilweise sogar mit Körnern. Um 10 Uhr starteten wir nun endgültig nach Edinburgh und – ihr könnt es nicht glauben – aber wir schafften die restlichen 100km auf einen Rutsch! Punkt 12 Uhr checkten wir auf dem Zeltplatz „Morton Hill“ ein: dort bekamen wir einen Platz zugewiesen, standen eng an eng, hatten kalte Waschräume, enge Toiletten – aber waren endlich DA und nachdem wir geduscht hatten, kam Howie mit seiner Familie vorbei und wir fuhren gemeinsam in die Stadt (5 km, ca. 30-50 Minuten je nach Verkehr, mit Doppeldecker-Bus; das Tagesticket für 4 Pfund/Person). Es regnete etwas und so setzten wir uns erst mal gemütlich zum Essen in ein urgemütliches Pub – und aßen Hamburger und natürlich Haggis. Danach ging es auf den Burghof und kreuz und quer durch die Stadt. Zum Abschiedsdrink wollten wir eigentlich in ein besonders gemütliches Pub mit Live Music, aber da Kinder da ab 19 Uhr nicht mehr hinein durften, blieb uns nur noch ein Café zum „Tschüss-Sagen“. „Howies“ flogen am nächsten Tag bereits „back to Germany“. War echt toll, dass wir uns hier mit den Dreien getroffen hatten – und es war bestimmt nicht das letzte Mal,…

Dienstag, 11. Oktober

Das tat ich auch und war pünktlich um 10 Uhr, als der Park öffnete bei der Information. Schon lange vor 10 Uhr kamen sehr, sehr viele Autos und vor allem Mütter mit ihren Kindern strömten in den Park. Dieser war vor allem ein Vergnügungspark für Kinder und kostete stolze 20 Pfund Eintritt. Das war dann doch nicht das, was ich wollte – und dann noch so viele Menschen – das ist nach der Einsamkeit in den Highlands schon ein komisches Gefühl.
Unser Ziel für heute war Edinburgh und wir beschlossen durch das „königliche Gebiet“ nach Ballater und Schloss Balmoral zu fahren. Es war eine wunderschöne bergige Gegend mit unendlich viel Wald. Herrlich! Das war wieder nach unserem Geschmack! Ab und zu kamen wir durch kleine Dörfer mit Steinhäusern. Dann ging es wieder hoch auf 600 Meter Höhe. Die Sonne schien und die Herbstblätter leuchteten in den verschiedensten Farben. Wunderschön!
In dem kleinen Ort oder besser gesagt, in dem kleinen Städtchen Ballater schmücken sich die Ladenbesitzer des charmanten Luftkurortes mit dem königlichen Wappen und sind stolz auf die Bezeichnung ›Hoflieferant‹. Denn hier geht die königliche Familie zum Einkaufen. Entsprechend viele Reisebusse waren hier vor Ort und wir flüchteten wieder!


Und zwar zum Loch Muick: eine 12 km lange Stichstraße führt durch das Glen Muick und entlang des River Muick dorthin. Was soll ich sagen? Es war traumhaft – ähnlich wie im Tannheimer Tal am Vilsalpsee, nur fast ohne Menschen. Der Loch Muick ist von Bergen umgeben und dann ist bis Ballater „nur“ Landschaft: Moor, Wald, Flüsse – und natürlich Hirsche über Hirsche. Wir konnten nicht anders: wir liefen hier noch knappe zwei Stunden und hörten sehr oft und laut das Röhren der Hirsche. Natürlich hofften wir auch noch, ein paar Hirsche zu sehen und machten an einem schönen Punkt noch Kaffeepause, aber da hatten wir kein Glück.


Es ging dann etwas später als gedacht weiter zum Schloss Balmoral. Entlang des gemächlich fließenden River Dee kamen wir zur Schottland-Residenz von Königin Elizabeth. 1855 bezogen Queen Victoria und ihr Mann das große Schloss mit dem gewaltigen Turm. Seither verbringen Britanniens Herrscher hier ihren Sommerurlaub im August/September. Und dieses Jahr verlängerten sie wohl, denn es gab noch keine Führungen. Einen Blick konnten wir leider auch nicht erheischen, denn das Schloss liegt inmitten hoher Bäume, aber landschaftlich ist es dort wirklich auch traumhaft.
Weiter ging es über Braemar, den Ort, in dem Robert Stevenson weite Teile seines Romans „Die Schatzinsel“ schrieb. Zu den berühmten Highland Games Anfang September kamen wir leider zu spät! 😉
Über den „Devil`s Ellbow“ – ein großes Skigebiet – schafften wir es noch bis Blairgowrie, ca. 100 km vor den Toren Edinburghs. Es war nun dunkel und da unsere asymetrischen Scheinwerfer für Rechtsverkehr konstruiert sind, wurde zwar der Gegenverkehr geblendet, aber auf der linken (Straßenrand-)Seite war es stockdunkel. Auf Dauer war uns das zu gefährlich, waren doch überall diese komischen dreieckigen Verkehrszeichen mit dem Hirsch drauf, aufgestellt…
So kauften wir noch bei Tesco was fürs Abendessen ein und konnten dort auf dem Parkplatz sogar kostenfrei und auch ruhig übernachten.

Montag, 10. Oktober

Heute fanden wir noch einen wunderschön gelegenen Strand in der Nähe unseres Stellplatzes und ich war von dem fast türkis schimmernden und total klaren Wasser hin und her gerissen. Ein älterer Schotte begegnete mir noch dort und wir hatten ein sehr schönes Gespräch. Zu dem Buch, das ich eigentlich am Strand lesen wollte, kam ich nicht – aber ich freue mich so sehr mit den Menschen in Kontakt zu kommen – auch wenn ich mich noch nicht perfekt ausdrücken kann.


Und dann ging es aber endgültig nach Süden los, wieder mal die Küstenstraße entlang. Die Landschaft ist so beeindruckend, so einzigartig – da kommt man (jedenfalls ich) aus dem Staunen nicht heraus. In der Nähe eines alten verfallenen Castles (Ardveck Castle) gibt es noch eine Kaffeepause und kurz nach Ullapool nehmen wir dann die „835“, die uns schnell nach Inverness bringt – die Berge vor uns erstrahlen im Abendrot, hinter uns leuchtet es orange. Die Farben spiegeln sich in den Flüssen, die mal schnell, mal sanft dahinplätschern – traumhaft.

Schnell sind wir durch Inverness und schaffen es heute noch bis Carrbridge: hier finden wir beim Landmark Forest Adventure Park ein Übernachtungsplätzchen. Morgen habe ich vor, mir diesen Park näher anzuschauen.

Sonntag, 09. Oktober

Schon um 8 Uhr waren wir heute auf – die Nacht war mit zwei (!) Grad empfindlich kalt gewesen. Unser Wohnmobil stellten wir dann erst mal auf einen sonnigen Parkplatz und frühstückten – so gesehen – in der Sonne. Herrlich, auch wenn es heute nur noch Porridge gab – unsere Vorräte müssen dringend aufgefüllt werden, aber hier in Inverness gibt es ja wieder genügend Einkaufsmöglichkeiten.
Aber zuerst noch etwas Kultur – wenigstens ein paar Blicke in das Informationszentrum müssen schon sein. Danach steuern wir den nur ein paar Meter entfernten Steinkreis „Clava Cairns“ an.


Und dann geht es zu Morrisons – auch hierhin führt uns unser Navi; das kennt sich halt bestens aus, jedenfalls meistens. Nach dem Einkauf setzen wir uns noch ins Café und lassen uns endlich mal wieder ein schottisches Frühstück schmecken.


Und dabei kommt Peter auf eine einzigartige Idee:
Was für eine? Wie es denn wäre, nochmals nach Kinlochbervie zu fahren – für die, die nicht wissen, wo das liegt: es liegt ca. 100 km nordwestlich von Inverness, also entgegen unserer momentanen Reiserichtung – eigentlich waren wir da auch schon mal – nein, nicht 2007, sondern jetzt 2016!
Ich war begeistert! Sofort stimmte ich zu: wir nahmen erst die gut ausgebaute A9 und dann ging es auf single track roads nach „oben“: die Landschaft wurde immer grandioser, die Straßen waren fast leer – und wir beide genossen diese Fahrt unendlich.


Und in Kinlochbervie fanden wir einen kleinen Campingplatz (5 Plätze), der eigentlich nur für Clubmitglieder zugänglich war, uns aber trotzdem aufnahm. Er bot eine herrliche Aussicht auf den Ort, die Berge ringsum und natürlich auf das Meer. Sogar Palmen gibt es hier – dank des Golfstroms!
Und während ich dann wieder am Blog weiter schrieb, brutzelte Peter etwas Lammfleisch mit Pilzen und dazu ließen wir uns den wohl schon bekannten Salat von Morrisons (ich berichtete schon davon) schmecken.

Samstag, 08. Oktober

Heute gab es keine Verlängerung auf dem Campingplatz, denn irgendwann müssen wir ja mal wieder Richtung Heimat fahren!
Gegen Mittag trafen wir uns nochmals mit Peters Kollegen und Familie in einem gemütlichen (mit Sofas ausgestatteten) Café in Gairloch. Das Café wurde auch in unserem letzten Schottland-Urlaub 2007 schon von uns getestet und auch heuer habe ich – wie seinerzeit – in der dem Café angeschlossenen kleinen Buchhandlung ein Buch gekauft – es lebe die Tradition! 😉


Dann wurde es ernst! Der Moment der Trennung kam, – und wir brachen Richtung Inverness – über das Loch Maree und Kinlochewe – auf. Kurz hinter dem See, dem anscheinend schönsten Binnensee Schottlands, auf dem viele bewaldete Inselchen sind, machten wir auf einem Viewpoint-Parkplatz Fotopause und bewunderten den See von oben in all seiner Pracht. Einfach traumhaft!

Und dann hörte ich laute, dumpfe Geräusche. Was war denn das? Einige Leute, die auch hier Pause machten, tippten auf Schafe. Zu sehen war erst einmal nichts. Aber es waren tatsächlich Hirsche, die hier röhrten. Ich bekam von einem netten schottischen Ehepaar noch ihr Fernglas ausgeliehen (unseres liegt gut verpackt daheim in Reutti ;-(((( ) und war begeistert, als ich einige Hirsche entdeckte. Und das am helllichten Tag, gegen 16:00 Uhr!

Einen weiteren Stopp legten wir an den Wasserfällen „Rogie Falls“ ein: hier sieht man besonders in den Monaten zwischen Juli und September die Lachse wandern. Schon beachtlich, wie sie doch beträchtliche Höhen meistern. Wir bewunderten den Wasserfall, die Lachse waren wohl schon an der Stelle „vorbeigewandert“? 😉

Ca. 30 km vor Inverness stieg das Verkehrsaufkommen und ich wünschte mich schon wieder in den ruhigen und einsamen Norden zurück. Aber nichts da – wir mussten durch Inverness durch – Inverness ist übrigens die Partnerstadt von Augsburg und die „Capital of the Highlands“. Wenn wir mal mehr Zeit haben, werden wir uns die Stadt auch mal anschauen,…. 😉
Wir fuhren noch zum Culloden Moor und fanden hier vor dem Tor des Informationszentrums einen Übernachtungsplatz. Hier im Hochmoor fand 1746 die letzte Schlacht zwischen Schotten und Engländern statt und sie endete mit einer Niederlage der aufständischen Jakobiten gegen die Engländer. Einfache Steinsetzungen mit den Namen der Clans markieren die Massengräber.
Den Abend verbrachten wir gemütlich mit Herrn Wilsberg aus der ZDF-Krimi-Reihe.

Freitag, 07. Oktober

Und wieder entschieden wir uns dafür, noch einen Tag zu verlängern – es gibt einfach Orte, wo alles passt!


Und außerdem erwarteten wir ja heute BESUCH! Ja, ihr hört richtig! BESUCH 🙂
Peters früherer Arbeitskollege macht mit seiner Familie auch hier „oben“ Urlaub und so trafen wir uns am Nachmittag hier in Gairloch – und auch das passte bestens! Wir besuchten gemeinsam eine der kleinsten Destillerys im Lande, in Aultbea, nicht weit entfernt von Gairloch.

Und danach ging es – natürlich – zum Essen! Bei uns Frauen gab es Haggis (was auch sonst?), die Männer hatten Fish und Chips und Sophia, die 3-jährige Tochter war mit ihren Pommes Frites zufrieden. Es war urgemütlich in dem Pub und wir hatten viel Spass!

Donnerstag, 06. Oktober

Uns gefällt es hier so gut, dass wir nochmals eine Nacht verlängern und wieder mal den Tipp eines guten Freundes – da zu bleiben, wo man sich wohlfühlt, beherzigen.
Der Campingplatz ist wirklich weiter zu empfehlen: er hat ausreichend Toiletten und Duschen, alles ist sehr sauber und ordentlich. Es gibt sowohl Bügeleisen und Bügelbrett als auch einen Föhn und ein Glätteisen (haben wir vorher noch nie auf einem Platz gesehen). Das Gelände ist weitläufig und man findet Stellplätze mit oder ohne Strom, auf der Wiese oder in den Dünen – man hat (jedenfalls zu der Zeit jetzt) genügend Freiraum um sich. Die Dame in der Rezeption ist sehr freundlich, der Laden hat alles, was man braucht (sogar morgens einen Brötchen-Service) und es gibt ein kleines Lokal mit süßen und herzhaften Speisen.
Es ist wieder bestes Wetter, strahlender Sonnenschein und so setzen wir heute unseren Wunsch, zum Leuchtturm zu kommen, mit dem Wohnmobil um: wir fahren bis zum Parkplatz am Ende der Straße und laufen dann die restlichen 5 km bis zur Spitze. Eine herrliche, wieder sehr einsame Wanderung, hoch und runter, direkt an der Küste entlang – mit wunderschönen Blicken hinüber zur Insel Skye und sogar bis zu den Hebriden. Am Leuchtturm machen wir – wie es sich in England gehört – Picknick und wandern danach zurück.


Wieder zurück am Zeltplatz, suchen wir uns ein Plätzchen für ein Lagerfeuer in den Dünen und besorgen uns Holz. Gut, dass sich Peter damit auskennt! Er sammelt Steine und baut damit die Begrenzung der Feuerstelle, und darin schichtet er das Holz auf. Über eine Stunde genießen wir diese wohlige Atmosphäre am Feuer und lassen uns nach Sonnenuntergang noch von ihm wärmen. Peter gibt mir einige der nun gut warmen Steine und sie wiederum wärmen meine Hände – und ein Stein dient mir als Sitzplatz: aber er ist so warm, dass ich es nicht lange auf ihm aushalte.
Es ist einfach herrlich – eine Erfahrung, die ich als Kind so nicht hatte,… Aber wie man sieht: es ist nie zu spät!
Gut, dass wir auf dem Zeltplatz waren, denn so konnten wir uns noch gründlich „enträuchern“ (sprich: duschen) und gleich unsere Wäsche für den nächsten Waschgang zusammenpacken. Unglaublich, wie intensiv sich der Geruch eines Lagerfeuers an einem festsetzt.

Mittwoch, 05. Oktober

Heute wird es noch gemütlicher:
Frühstück gibt es erst halb elf! Denn davor wird schon mal eine Ladung Wäsche gewaschen und dann auch gleich im Trockner getrocknet. Es ist so warm draußen, dass wir in kurzer Hose und im Top draußen sitzen können!


Peter wäscht, trocknet und kocht.
Ich schreibe unseren Blog weiter, mit Sonne und schöner Aussicht aufs Meer und die dahinterliegende Insel Skye.

Dienstag, 04. Oktober

Es geht weiter südwärts! Zuerst durch ein wunderschönes Tal nach Lochinver. Dort entdeckte ich ein süßes Café bzw. Lokal und lese, dass es bei ihnen Haggis gibt! Schnell sitzen wir also drin (obwohl wir erst gefrühstückt hatten – aber das ist für uns kein Problem) und ich genieße mein Haggis und Peter seinen Fischburger. Das Lokal ist super, viele Besucher sind um die Mittagszeit da und die Küche ist wegen ihrer guten Pies bereits mit Preisen ausgezeichnet.


Wir nehmen uns ein Pie, gefüllt mit schwarzen Johannisbeeren und Äpfeln mit und genießen es am Nachmittag am Strand von Ullapool – genau da, wo wir 2007 mit unseren Kindern eine Woche Urlaub gemacht haben. Viele schöne Erinnerungen kommen wieder – war ein sehr schöner Urlaub zu fünft!


Die Fahrt war auch wieder wunderschön und ich hab gestaunt, wie sicher und gelassen Peter die engsten Kurven auf der bestimmt 20 km langen „single track“ – Straße von Lochinver nach Drumrunie genommen hat und wenn uns da mal einer entgegen kam, ging es halt rückwärts oder in einen „passing place“. Echt super – ob ich mich wohl getraut hätte, da mit unserem MINI zu fahren oder nur mit dem Rad?


Ullapool ließen wir aus, da wir es bereits kannten und wir folgten nun der gut ausgebauten Strecke zu den Wasserfällen, den Falls of Measach (waren wir schon mal! Sehr schön!!!). Wir entdecken, dass hier der Herbst bereits voll im Gang ist und sehen die wunderschöne Färbung der Laubbäume. Dann bogen wir rechts ab – und kamen durch eine traumhafte und bezaubernde Gegend mit Felsen und viel Wald (Hirsche?) nach Gairloch. Ein paar Mal musste Peter anhalten, damit ich fotografieren konnte – aber wie gesagt, ihr müsst das alles (wenn ihr wollt) mal selbst erleben: Einsamkeit, Stille, Ruhe können nun mal nicht fotografiert werden.
Gegen 17 Uhr sind wir dann auf dem Zeltplatz: er liegt wunderschön in einer Wiesen- und Dünenlandschaft und es sind kaum noch Camper hier. Wir buchen gleich für zwei Nächte (pro Nacht kostet es mit Strom 20 Pfund) und freuen uns mal wieder auf eine ausführliche Dusche und aufs Waschen unserer Klamotten und auch der Bettwäsche.