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25.02.2016 Tarifa & Tanger

Heute wird es ein ganz besonderer Tag – und das nicht nur, weil wir uns heute vor genau 37 Jahren kennengelernt haben, sondern weil wir zum 1. Mal nach Afrika kommen!

Es ist frühzeitiges Aufstehen (7:45) angesagt, danach Frühstück (Brot gibt es auf dem Platz), „Katzenwäsche“ und los auf die Räder und damit zum Hafen von Tarifa (ca. 25 Minuten Fahrt). Dort konnten wir in dem Reisebüro, in dem wir unsere VIP – Tickets gekauft hatten, unsere Räder sicher abstellen. Halb zehn sollten wir spätestens im Hafen sein, denn unsere Fähre nach Tanger legte um 10:00 Uhr ab.  Vorher noch ein Prozedere am Hafen, man bekommt einen Stempel, alles wird durchleuchtet und natürlich „Stau“ vor der Kontrolle (schlimmer als am Flughafen…). Pünktlich um zehn geht es dann los – wir stehen auf dem oberen Deck draußen und genießen die gut einstündige Überfahrt  nach Marokko – und sind ganz gespannt, was uns erwartet.

Abfahrt aus Tarifa nach Tanger
Abfahrt aus Tarifa nach Tanger

Die Überfahrt war etwas bewegt, aber eine Stunde war das zu ertragen.

Ankunft in Tanger
Ankunft in Tanger

Auch in Tanger gibt es wieder Kontrollen, aber dann werden wir gleich von unserem persönlichen Guide erwartet – ein – für uns – typischer Marokkaner namens Rashid, mit Kopfbedeckung und Djelaba (typischer Umhang).

Rashid und unser Fahrer
Rashid und unser Fahrer

Wir beide werden in ein Auto verfrachtet und von einem Fahrer und Rashid zuerst über einige noble Vororte (in dem der König von Saudi-Arabien und Marokko ihre Sommerresidenzen haben) an den Aussichtspunkt gebracht, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen: ist gut an den unterschiedlichen Farbtönen (Mittelmeer eher blau, Atlantik eher grau) der Meere zu erkennen. Dann ging es an wunderschönen goldgelben Sandstränden vorbei zum Kamelreiten. „Na klar, wollte ich das!“ Ein Euro -und ich wurde 5 Minuten geführt: als sich das Kamel wieder absenkte, musste ich mich nach hinten lehnen, das war ganz schön wacklig, viel wackliger als das Aufstehen des Kamels.

Weiter ging es zu Höhlen, in denen die Römer früher Mühlsteine für die Olivenmühle abgebaut haben. Eine herrliche Höhle mit verzweigten Gängen –

Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Schleifstein-Höhle
Blick aus der Schleifstein-Höhle auf das Meer
Blick aus der Schleifstein-Höhle auf das Meer

Dann ging es zurück in die Stadt und wir stiegen hier aus und wurden von Rashid kreuz und quer durch die Stadt geführt, vorbei an Moscheen, Kirchen , Werkstätten (Garagen, in denen Handwerker ihre Werkstätten haben), den unterschiedlichsten Märkten (Textilien, Obst, Gemüse, Oliven, Hühner,…). Es ging in der Stadt hoch und runter und man kam sich wie in einem Labyrinth enger Gassen vor: überall auch kleine Läden, in denen Gebrauchsgüter aller Art auf wenigen qm verkauft wurden -unter anderem auch Friseure, Bäcker (hier wurde der Teig von Hand zubereitet und gleich in den Holzofen geschoben) –

unser Anführer dir den Dschungel von Tanger, Rashid in der Djelaba
unser Anführer durch den Dschungel von Tanger -> Rashid in der Djelaba
ein Künstler bei der Arbeit
ein Künstler bei der Arbeit
Kfz-Ersatzteile
Kfz-Ersatzteile
Schmiede-Werkstatt
Schmiede-Werkstatt
Markt
Markt
mit Rashid im Bazar
mit Rashid im Bazar
Vasenausstellung auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt
Vasenausstellung auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt
Kfz-Werkstatt
Kfz-Werkstatt
Garn-Laden
Garn-Laden
Laden mit "Auslage"
Laden mit „Auslage“
Kiosk mit Karten, Briefmarken und allerlei Krimskrams
Kiosk mit Karten, Briefmarken und allerlei Krimskrams
da sitzen sie und spielen...
da sitzen sie und spielen…

Dann wurden wir in ein typisch arabisches Lokal geführt – gemütliche Sitzbänke mit Kissen, schon schön gedeckte Tische und das Essen wurde schnell serviert: es gab erst Suppe, dann typisch für Marokko……und dazu noch Hühnchenspieße.  Und hinterher noch Pfefferminztee und einen Keks.

Couscous-Essen in Tanger
Couscous-Essen in Tanger

Unterhalten wurden wir während des Essens von einer Musikantengruppe und einer Bauchtänzerin.

Musik beim Essen
Musik beim Essen

Und weiter ging es durch die Stadt – mit Besichtigung eines Ladens für besonders schön dekorierte Gefäße und Teller, Krüge und Teppiche. In einem anderen Laden wurden uns Tücher, Tischdecken und Taschen zum Kauf angeboten (und ich kaufte ein Halstuch)und dann folgte noch eine Apotheke: besonders gut riechende Salben, Tees, Gewürze gab es hier (und wir kauften frische Pfefferminze).

Webstuhl im Tuchladen
Webstuhl im Tuchladen
Wir Beide bei der Anprobe - gekauft hat aber nur Einer...
Wir Beide bei der Anprobe – gekauft hat aber nur Einer…

Zum Abschluss tranken wir noch einen Kaffee und Pfefferminztee im Hotel am Hafen und hatten von hier aus eine wunderbare Sicht. Schnell noch ein paar Karten für die Lieben daheim schreiben und schon ging es wieder zum Hafen – wieder eine halbe Stunde Anstehen, um die Papiere abzugeben und den Stempel für die Ausreise zu bekommen.

Cafe in Tanger
Cafe in Tanger
leckerer Pfefferminztee in Tanger .-)
leckerer Pfefferminztee in Tanger .-)

Das Schiff hatte dann Verspätung, aber dafür war es schnell (nur 45 Minuten Überfahrt und wesentlich ruhiger als am Morgen) und wir wurden in Tarifa von dem Leiter des Reisebüros am Hafen in Empfang genommen. Bestimmt war er froh, dass wir nun da waren, unsere Räder abholten und er seinen Laden schließen konnte.

Strasse von Gibraltar (links ist Europa, rechts ist Afrika)
Strasse von Gibraltar (links ist Europa, rechts ist Afrika)

Und so fuhren wir in der Dämmerung heim und waren dann erst mal platt: das war ein Tag voller toller, für uns ganz neuer Erlebnisse – ein Einblick in eine total andere Mentalität und Lebensart. Das war echt (wieder mal!) ein Höhepunkt unserer Reise!