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27.02.2016 El Rocío – Monte Gordo (wir sind in Portugal)

…und so war ich wieder beizeiten munter,…und beobachtete aus meinem Alkoven das Geschehen auf dem Platz – ich hatte gut geschlafen.

Nach dem Frühstück klopft es an unserer Tür und wir werden gebeten, uns – wegen einer Veranstaltung – für den Tag einen anderen Stellplatz zu suchen: gesagt – getan. Und dann erkunden wir das Städtchen: dabei kommt man sich vor, als liefe man am Strand und es ist oft recht mühsam, vorwärts zu kommen. Fußwege gibt es keine, wir laufen am Rand der Straße und Kutschen, Reiter, Autos, sogar Fahrräder begegnen uns hier – und alle strömen der Innenstadt, der schneeweißen Wallfahrtskirche Nuestra Senora del Rocio zu. Es gibt zuhauf Lokale, Souvenirläden, Buden aller Art,…

Wir kommen uns vor wie in einem „Wild-West-Film“. Auch eine Prozession mit kleiner Kapelle – die Gläubigen alle mit einem vergoldeten „Pilger (?)Stab“ in der Hand zieht zur Kirche, die genau wie der Platz davor rappelvoll ist. An der Lagune hinter dem Platz kann ich gerade noch beobachten, wie Schwärme von Möwen und auch Flamingos, die dort im Wasser standen, zum Flug abheben: eine wunderschöne Farbkomposition aus zarten Rosatönen erhebt sich in die Lüfte! Beeindruckend – denen war der „Lärm“ wohl zu viel,…

Wir beobachteten das ganze Spektakel von einem Café aus: die Sonne scheint, die Tapas schmecken, wir schreiben noch ein paar Karten – (das ist Urlaub) – und ein Berliner Ehepaar setzt sich zu uns. Später gibt sie mir in ihrem Wohnmobil noch einige Infos zu Stellplätzen an der Küste Portugals.

Gegen halb drei ziehen wir dann mit unserem Gefährt weiter – durch den Naturschutzpark Donana mit unendlich viel Wald und einer riesigen Lagunenlandschaft.

Nach dem Park folgt recht schnell die Industrie- und Chemiestadt Huelva. Unser nächster Stopp ist das Franziskanerkloster Monasterio de la Rabida, das fast direkt an unserem Weg liegt. Während Peter lecker kocht, besuche ich kurz das Kloster, in dem Christoph Kolumbus (Cristobal Colon) viele Jahre gelebt hat.

Und dann nichts wie weiter nach Portugal – wir möchten gerne im Hellen einen Stellplatz haben!

Oh Mann – nun brauchen wir noch einen Briefkasten für unsere Postkarten, die schon mit spanischen Marken versehen sind – also fahren wir schnell von der 4-spurigen Schnellstraße in einen kleinen Ort ab und werden fündig. Gott sei Dankl!

Und dann erreichen wir über eine wunderschöne Brücke unser Urlaubsland: Portugal – nach 3500 km, 14 Tagen Reise, nach vielen beeindruckenden spanischen Sehenswürdigkeiten, gigantischen Landschaften, sogar nach einem Besuch in Afrika und England!

An einer Tankstelle besorge ich uns erst einmal eine genaue Landkarte der Algarve und wir finden dann auch schnell den von der Berlinerin beschriebenen Stellplatz, Cabeco (kurz nach der Grenze bei Monte Gordo).

Wir stellen uns nach ganz vorne und sehen von unserem Tisch und natürlich vom Alkoven sogar das Meer, das gleich hinter den Dünen liegt. Herrlich!

Das Einzige was fehlt, ist neben Strom und Wasser leider eine Entleerungsstation für die Toilette – na ja, es wird schon noch für diese Nacht reichen,….

Wir essen noch was (Käse und Oliven) und gehen recht früh schlafen –  denn die Zeit ist hier in Portugal eine andere!
Wir sind eine Stunde früher dran,…

26.02.2016 Tarifa – El Rocío

Heute lassen wir es langsam angehen! Gemütlich wird Kaffee getrunken, ausführlich geduscht – ich geh nochmals zum Kilometer langen breiten Sandstrand – und um halb zwölf geht es dann – vorbei an den Riesendünen von Bolonia (El Lentiscal (Abzweigung)) und einer römischen Siedlung Baelo Claudia zum Cabo de Trafalgar. Es liegt kurz hinter Zahora (Achtung: wir gaben ins Navi Zohora ein und wunderten uns in dem Dorf wo der Leuchtturm abgeblieben war?) – der eigentliche Parkplatz (auch für Womos) war leider noch geschlossen und so musste Peter mangels Platz im Wohnmobil bleiben und ich lief den Kilometer vor zum weißen Leuchtturm, der in einer sagenhaften riesigen Dünenlandschaft steht.

Am 21.10.1805 fand die berühmte Seeschlacht statt, bei der die englische Armada unter Lord Nelson gegen die Spanier und Franzosen siegte. Nelson kam in der Schlacht um.

Weitere geht es an der Küste entlang nach Conil de la Frontera (langer Sandstrand, an dem man auch gut stehen kann und den Surfern zuschauen kann) zur Playa del Aceite, die eigentlich wunderschön gelegen ist: idyllische Fußwege führen von oben  durch niedrige Büsche in kleine Sandbuchten hinunter, Möwen kreisen darüber. Leider war uns heute das Wetter nicht hold und so genossen wir den Blick von oben aufs Meer vom Wohnmobil aus, natürlich mit einem Käffchen und einigen Keksen. Als das Wetter aber nun doch immer ungemütlicher wurde und es zu stürmen begann, zogen wir über Cadiz, Jerez weiter nach Sevilla. Wieder eine Riesenstadt und wir waren froh, dass uns unser Navi gut darum herumführte. Als ein Aldi auftauchte, gingen wir noch kurz was einkaufen und kamen dann erst nach Dunkelheit zu unserem heutigen Etappenziel: El Rocío!

Der Name oder besser gesagt das, was hinter dem Namen steht ist unbedingt einen Bericht und natürlich einen Besuch wert. Wir wussten ja durch unsere Karte, dass dieser Ort im Naturschutzgebiet liegt. Aber dass er so ursprünglich und ganz anders ist, das erfuhren wir erst in der Praxis! Und zwar als uns unser Navi kurz nach Einfahrt in den Ort meldete „Abbiegen auf unbefestigte Strasse“ – na ja, das kam schon mal vor: aber jetzt folgte eine Sandstrasse mit tausenden von Schlaglöchern, in denen teilweise Wasser stand und die Autos fuhren kreuz und quer, ab und an begegnete uns sogar eine Pferdekutsche. Wo waren wir denn hier gelandet? Der Wohnmobil-Stellplatz war schnell auf dem Marktplatz gefunden (ein paar Womos standen schon da) und wir staunten nicht schlecht, als hier ein reger Verkehr von Kutschen, Autos und sogar Reitern stattfand. Klar war ich darauf gespannt, das morgen alles bei Tageslicht zu sehen,…..