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24.02.2016 Gibraltar – Tarifa

Es ist Abend, Peter brutzelt wieder –und  ich war auch fleißig und habe Salat geschnippelt – und habe  nun noch etwas Zeit euch von heute zu berichten, bis dann das Fleisch soweit ist.

Heute Morgen hat mich der phänomenale Sonnenaufgang bei Gibraltar schon um halb acht aus dem Bett „getrieben“: der ganze Himmel leuchtete rot, bevor die Sonne dann um acht (ja so spät) aufging. Der „Affenfelsen“ leuchtete und ich konnte von unserem Stellplatz im Yachthafen sogar die Umrisse von Afrikas Küste erkennen. Gigantisch! Ein schnelles „obstiges“ (Banane und Mandarine) Frühstück folgte, das Wohnmobil wurde startklar gemacht, der Abwassertank und die Bordtoilette wurden geleert, der Tank mit Frischwasser versorgt -und los ging es.

Ziel war das 40km – entfernte Tarifa – und mir schwebte eine Fahrt nach Marokko vor. Ob das wohl klappen könnte? Im Internet hatte ich ein paar Berichte über Ausflüge nach Afrika gelesen. Mich interessiert die Kultur dort, die Atmosphäre – ja, das Fremde! Etwas reingeschnuppert in dieses Fremde hatten wir ja schon in Granada,… Die Fahrt nach Tarifa war, nachdem wir durch Algeciras durch waren sehr schön, überall  grüne Hügel mit Kühen und auch Pferden, die dort weideten – fast wie im Allgäu –  und es gab immer wieder herrliche Blicke hinüber nach Afrika! Der Hafen in Tarifa war schnell erreicht: gerade mal 14 km trennt Europa von Afrika an dieser Stelle, der auch der südlichste Punkt Spaniens ist.

So nah liegen hier Europa und Afrika zusammen :-)
So nah liegen hier Europa und Afrika zusammen 🙂

In einem kleinen Reisebüro am Hafen erkundigte ich mich wegen geführter Fahrten nach Tanger – und ich hätte gleich jetzt um 11 oder 12 Uhr mitfahren und sogar noch eine geführte Tour buchen können (zwischen 50 und 60 Euro). Aber so schnell war ich, waren WIR jetzt doch nicht – wir entschieden uns erst mal, auf den nächsten Campingplatz zu fahren und dann morgen solch eine Fahrt in einen für uns neuen Kontinent zu machen. Der Zeltplatz ist nur knapp 4 km von Tarifa entfernt: er liegt  direkt am unendlich langen und breiten Sandstrand, der wegen der starken Winde bei Surfern überaus beliebt ist. Hier gefällt es uns – das wäre auch mal was für einen Langzeiturlaub!

so schön...
so schön… (keine Postkarte, sondern selbstgemachtes Foto)

Netter Empfang, freie Platzwahl und  Sonne pur gab es hier – und so holte Peter auf einem einsamen Platz mit schönem Blick zum Meer und Wald hin gleich unsere neuen Stühle und den Tisch aus der Garage unseres Wohnmobils heraus und wir frühstückten ausführlichst  (Spiegeleier, Schinken, Marmelade und ganz wichtig (jedenfalls für mich) Nutella).

Erst gegen drei holten wir dann unsere Räder noch aus der Garage und machten uns auf den Weg nach Tarifa. Es war nur ein kurzes Stück auf der Straße, dann ging es auf geschotterten Wegen und über Holzstege durch ein Naturschutzgebiet, wo Pferde und Kühe grasen und mit herrlichem Ausblick aufs Meer, auf Wiesen, auf Surfer – herrlich! Natürlich fuhren wir noch kreuz und quer durch das Städtchen, entdeckten auch ein nettes Café und gönnten uns neben zwei Käffchen noch einen Apfel- und Schokokuchen – obwohl wir uns doch vorgenommen hatten, immer nur ein Stück zu nehmen und das dann zu teilen (wegen unserer Linie  ;-)).

Mit dem Rad am südlichsten Zipfel Europas...
Mit dem Rad am südlichsten Zipfel Europas…

Hier in Tarifa ist gerade Fasching und das schönste Kostüm wird wohl am kommenden Wochenende, an dem auch ein Umzug stattfinden soll, prämiert. Hier war jedenfalls was los, ein Gewusel von Kindern, Müttern und denjenigen, die sich einfach über die Sonne freuten und froh waren, in dem Cafè noch ein Plätzchen in der Sonne ergattert zu haben – so wie wir!

Im Reisebüro besorgten wir beide uns dann Karten für eine geführte Tour durch Tanger für morgen, Abfahrt um zehn. Das heißt: früh aufstehen und dann mit den Rädern zum Hafen, die wir im Büro des Reisebüros abstellen können. Das klingt doch gut, nicht wahr? Und ich freu mich, dass Peter mitkommt, denn erst war er von meiner Idee, nach Tanger zu fahren, nicht so sehr begeistert,… Ich bin jedenfalls schon aufgeregt, wie es morgen wird!

Noch kurz ging es dann zum Lidl – während Peter einkaufte, hatte ich die Räder an ein Mäuerchen gestellt und wartete draußen. Und dann – man glaubt es kaum – kam ein Pferd, das da auf der Wiese weidete, zu mir und schnupperte an meinem Rad – und das so lange, bis es tatsächlich umfiel. ;-(((((

neugieriges Pferd !!!
neugieriges Pferd !!!
interessant gestaltete Fassade
interessant gestaltete Fassade

Daheim – auf dem Zeltplatz – bin ich noch zum Strand. Es war kurz vor Sonnenuntergang und ich konnte noch einige (denke und hoffe ich mal) gute Bilder schießen. Dann wurde es aber richtig kalt – vom Wind her – und ich war froh, mich in unserem fahrbaren Heim aufwärmen zu können.

Sonnenuntergänge faszinieren - hier der in Tarifa...
Sonnenuntergänge faszinieren – hier der in Tarifa…

23.02. 2016 Gibraltar

Nach einem kurzen Frühstück geht es beizeiten los: schließlich geht es ja heute nach England – zur britschen Kronkolonie Gibraltar! 10 Minuten Fußweg von unserem Stellplatz und schon sind wir am Zoll, kommen schnell durch, holen uns einen kostenlosen Stadtplan und steigen dann gleich in den Stadtbus ein, um ins Zentrum und dann weiter zum Europaplatz, der ganz am Ende von Gibraltar (30.000 Einwohner) zu kommen. Wir sind noch fast die ersten dort und begeistert – nicht nur vom Leuchtturm, sondern auch davon, dass wir die Küste Afrikas mit dem bloßen Auge erkennen können – Riesenfrachter ziehen hier durch die berühmte „Straße von Gibraltar“: schon ein tolles Gefühl, hier stehen zu können!

Leuchtturm am Europapunkt
Leuchtturm am Europapunkt
...ist das wirklich schon Afrika ???
…ist das wirklich schon Afrika ???
Moschee am Europa-Punkt
Moschee am Europa-Punkt

Und so „feiern“ wir dieses Highlight gleich mit einem typisch englischen breakfast: Tee, dicke Bohnen, Wurst, Spiegelei und Toast – einfach lecker! Wir sitzen in der Sonne und lassen es uns so richtig gut gehen.

So lässt es sich leben...
So lässt es sich leben…

Erst nach 1,5 Stunden brechen wir dann auf und wollen mal zum Affenfelsen schauen. Ein Weg führt uns hinauf und dann beginnt der Nationalpark, in den „Walkers“ (die wir ja heute sind) für einen Euro Eintritt kommen. Wir wählen einen besonders schönen Wanderweg rund um den Felsen: es geht hoch und runter, die Kondition ist gefragt – und es gibt wunderschöne Ausblicke. Über uns Schwärme von Möwen, die kreischen – unter uns das Meer, auf dem Weg blühende und duftende Blumen aller Art. Ist das herrlich!

Gibraltar_5_Blog

Gibraltar_Affenfelsen_Blog

Einzigartige Wanderung um den Felsen von Gibraltar
Einzigartige Wanderung um den Felsen von Gibraltar

Da die Seilbahn, die hier hochfährt heute außer Betrieb ist, sind wir für uns: nur ein paar Geländewagen begegnen uns, die die Besucher auf den geteerten Wegen durch den Park fahren und sie an den Aussichtspunkten aussteigen lassen.

Der Felsen ist rund 3km breit und wir durchwandern ihn in seiner ganzen Breite und Länge. In der Mitte begegnen uns überall die berühmten Affen von Gibraltar. Süß!

Einer der berühmten Affen
Einer der berühmten Affen

Wir haben von oben Rundum-Blicke: sehen die „City“ von Gibraltar von oben, den Hafen, den spanischen Grenzort Linea (da wo auch unser Wohnmobil steht), die Küste gegenüber (Algeciras), auf der anderen Seite die endlos langen Sandstrände der Costa del Sol. Und wir sehen den Flughafen von Gibraltar! Er ist was ganz Besonderes: nicht nur dass er der Gefährlichste in Europa sein soll (wegen der Winde; den Industrieanlagen in Gibraltar am Flughafen und wegen der Autostraße, die die Landebahn kreuzt! Wenn ein Flieger kommt (aber es kommen und gehen nur täglich 6 Flieger) wird die Straße nach Gibraltar gesperrt: erst für die Fußgänger, dann für die Krafträder, dann für die Autos. Dann kommt ein Reinigungsfahrzeug und „putzt“ die Landebahn – und das Flugzeug (aus England) kann landen. Es rollt ans Terminal und dann rollt der Autoverkehr auch wieder,… Ich hatte im Internet geschaut, wann ein Flugzeug landen wird und so konnten wir alles von unserem Aussichtspunkt aus beobachten und fotografieren.

Gibraltar_Flughafen_Blog

Das war wieder ein Stück Freiheit, durch diesen Zusatzvertrag immer aufs Internet, auf Emails, auf WhatsApp und Threema Zugriff zu haben: wie daheim – hatten mich früher die Zusatzkosten davon abgehalten, fühlte ich mich jetzt durch diese Möglichkeit, schnell was nachschauen zu können, sehr,  sehr frei. Das ist – für mich – sinnvoll investiertes Geld.

Wir stiegen dann in die Stadt hinab, schlenderten durch die Fußgängerzone und ließen uns in einem Lokal nieder, das auch Fish and Chips anbot. Wir teilten uns eine Portion, dazu gab es ein dunkles Bier und danach noch Apple Pie.

Irish Pub in Gibraltar
Irish Pub in Gibraltar

Eine heimelige Atmosphäre war hier drin und wir genossen alles in vollen Zügen, bevor es dann wieder zu Fuß (!  ;-)) nach Spanien ging.