Montag, 16. Oktober 2017

In der Nacht hat es recht heftig gestürmt:  das war der Grund gewesen, unseren wunderschönen Stellplatz vom Vortrag aufzugeben und etwas geschützter, aber trotzdem mit Meerblick zu übernachten.
All unsere Vorräte oder fast alle sind nun aufgebraucht – und hier „hinten“ finden wir auch keine Einkaufsmöglichkeit, nicht mal einen Bäcker. So gibt es Müsli mit unserer „letzten“ Milch  😊. Danach gehe ich noch mit Peter – natürlich bei herrlichstem Sonnenschein (und mit Wind) – zum westlichsten Punkt und wir finden einen Strand, an dem wir uns noch sonnen können. Herrlich! Ich lasse mal die Bilder für sich sprechen:

Dieser „hintere“ Küstenabschnitt, die Cote des Abers ist für Seefahrer tückisch: hier stehen besonders viele Leuchttürme (wir sahen sie auch nachts blinken), die die gefährliche Passage sichern. Einer von ihnen ist der mit 82,5 höchste Leuchtturm Frankreichs auf der Ile de la Vierge.

Die Abers sind fjordartige Flussmündungen, die am Ende der Eiszeit unter den Meeresspiegel sanken. Wegen des flachen Wasserstands bei Ebbe entstanden dort keine großen Häfen. Nur das Sammeln von Tang und Algen bringt dieser dünn besiedelten Region am „Ende der Welt“ wirtschaftliche Erträge.

Gegen 14 Uhr sind wir wieder zurück und dann geht es auch langsam zurück…. unsere Vorräte auffüllen. Schade, denn hier hinten hätte ich es noch ewig ausgehalten. ☹

Es geht – nun 100 km – über Brest und Morlaix (Schnellstraße) nach Lannion (hier finden wir genügend Möglichkeiten zum Einkaufen und auch Tanken, sowohl von Diesel als auch von Gas) und in das Gebiet um Perros-Guirec, zur berühmten und bekannten Cote de Granit Rose. Magma mit beigemischtem rosa Felsspat erstarrte hier zu bizarren Steinformationen, an denen Wind und Wetter nagen. Im Sommer muss hier anscheinend sehr, sehr viel los sein,…..  😉

Wir steuern mal wieder einen Campingplatz an – einen, auf dem wir schon seinerzeit mit unseren Kindern waren: „Camping du Port“. Er hat laut meiner App bis Anfang November geöffnet und hat auch zu unserer großen Freude Internet, jedenfalls laut App 😉. Leider haben nämlich fast alle Campingplätze hier in der Bretagne schon seit Mitte September geschlossen. Nur ganz wenige haben länger oder sogar ganzjährig geöffnet. Unser Plan war, noch ein paar Tage auf einem Campingplatz zu stehen und das Motorrad nochmals aus seiner „Garage“ zu holen.

Wir finden den Platz an Hand der Koordinaten natürlich fast ohne Probleme – wenn auch unsere „Helga“ (so nennen wir unser Navi) uns oft sehr merkwürdig und auch auf kleine Sträßchen führt (obwohl sie auf „LKW“ programmiert ist,…). Aber,…. Leider,…. Der Platz ist schon geschlossen! Wie schade! Ich schaue mir gleich alles an, den kleinen Hafen, der bei Ebbe auch im Trocknen liegt, das offene Meer, die Dünen, die vorgelagerten Inselchen und genieße sogar noch den Sonnenuntergang.

Ich erkenne alles von damals wieder und wir entschließen uns, vor dem Platz zu übernachten: da stören wir ja keinen. Ein anderes Wohnmobil dachte ähnlich, aber leider wurde uns hier dann gegen halb neun gesagt, dass wir hier nicht übernachten könnten – oh  Mann ;-(

So fahren wir in der Dunkelheit noch sieben Kilometer weiter – wieder mal werden wir vom Navi über kleinste Straßen geführt – hin zum öffentlichen Wohnmobil – Stellplatz, der noch freie Plätze hat. Die Lage ist hier nicht so toll, aber uns bleibt momentan nichts anderes übrig. ☹

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