Freitag, 05. Oktober 2018

In der Nacht war absolute Stille, wenn man mal vom Regen und Wind absieht. Es war morgens halt sehr unangenehm (für uns), im Matsch der Baustelle mit Lucy zu “laufen“ – auch wenn es so nicht viele Schritte wurden.

Der Chef kam dann auch nochmals zu uns und berichtete uns über sein Vorhaben den Platz – für Camper und für Bootsanleger – zu erneuern. Er hat große Hoffnungen, dass viele Touristen hierher kommen. Ein echt netter Mensch! 😊👍 

Wir fuhren weiter in die Hauptstadt (😉) der Insel: Kuressare hat immerhin 16000 Einwohner. Ihr Wahrzeichen ist eine Bischofsburg aus dem 14. Jahrhundert. Wir schauen uns das Städtchen an, entdecken sogar ein paar Marktstände, an denen Honig, Beeren, Pilze und Mützen verkauft werden. Die Preise hierfür sind recht ordentlich (sprich hoch), in den Lebensmittel – Geschäften sind die Preise deutlich niedriger und ein Brot ist für 80 Cent zu haben.

Solche langen „Porsche“ gibt es hier 🤔😉 – solche Geh – Fahrzeuge sind uns auch schon in Karelien aufgefallen und den älteren Leuten scheint es Spaß gemacht zu haben:

Die kleine Stadt verwandelt sich seit einigen Jahren in ein kleines Zentrum des Wellness – Tourismus. Ein paar kleinere Hotels sahen wir auf der Fahrt. Auch hier wird alles erneuert! 

Ich besuche noch das Informationszentrum – es hat sogar offen – und bekomme von rüber netten Frau (auf englisch) den Tipp zum Leuchtturm, zur äußersten Südspitze zu fahren. Eventuell seien dort sogar noch Kraniche. Auch betreffs des Sehens von Elchen bekamen wir einen Tipp: natürlich im Moor, am anderen Ende der Insel. 

Die Insel war zu sowjetischer Zeit übrigens Militärsperrgebiet. Sie ist strassenmässig circa 80 km lang und circa 30 km breit: ist die größte der estnischen Inseln mit besonders viel Wacholderheiden, Moor und Kiefernwäldern. Auch die Windmühlen sind ein Wahrzeichen der Insel, auch wenn es nun statt der 800 Getreidemühlen damals heute nur noch wenige gibt. 

Bei der Weiterfahrt entdecken wir auch wieder Sammler im Wald (wir vermuten, sie haben Pilze gesammelt) und fahren auf leeren Straßen zum südlichen Ende. Erstaunlich viele Radwege gibt es hier noch. Und nach 40 km durch viel Wald sind wir da! Und ich bin begeistert! Wahrscheinlich kommt dann vor lauter Begeisterung auch gleich die Sonne noch heraus (😉😉😉) und ich steige auf den Leuchtturm: 52 m ist er hoch und auch von 1960 – na, wenn das nicht verbindet. 😉

Und so viele Stufen:

Klingt ja, als würde Rostock gleich um die Ecke liegen:

Eine tolle Sicht erwartete mich oben und ganz alleine für mich war ich auch im und auf dem Turm. Das ist der Vorteil, jetzt zu dieser Zeit zu reisen! 😊👍 Und super, dass der Leuchtturm und das dazu gehörige kleine Museum offen hatte – so konnte ich gleich noch ein paar Worte mit der Frau, die Dienst hatte, sprechen. Ich liebe es, mit anderen ins Gespräch zu kommen! Etwas über sie und ihr Leben zu erfahren. Etliche können hier englisch, wenige auch etwas deutsch. Die Verständigung klappt nicht so einfach wie zum Beispiel in Schweden oder auch in Finnland. 

Im Museum sind alle Leuchttürme Estlands auf der Landkarte von Estland in klein: ist das nicht nett?

Mit Peter und Lucy lief ich dann noch zum äussersten Ende der Insel und wir genossen die Sonne und die etwas wärmeren Temperaturen.

Nach einem Käffchen machten wir uns gemütlich wieder auf den Weg zurück. Man muss hier ausprobieren, was man kauft. 😉😳

Wir wollten eigentlich die Nacht auf einem kleinen Zeltplatz (mit Dusche) verbringen. Gefunden haben wir ihn, aber er war im Garten eines Hauses (ja, richtig gelesen – also wer von euch einen großen Garten hat, könnte was draus machen) und der Chef war gar nicht da.

Das gefiel uns nicht. So zogen wir weiter.

Unser nächstes  Ziel war der Wanderparkplatz im Moor: hier hatte man mir ja berichtet, dass man gut Elche sehen könnte. Aber hier scheiterte es an der Zufahrt, denn diese war höchstens für PKW und so drehten wir um. Wir fanden dann einen ruhigen Parkplatz am Schilf und hatten das Glück, schon am nächsten Morgen viele Vogelschwärme zu sehen bzw. erst mal zu hören. 👍👍👍

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.