Dienstag, 19. März 2019

Schon kurz nach sechs Uhr bin ich heute auf – pünktlich zum Sonnenaufgang – und tipple den Bericht für den letzten Blog. Ja, es war eine tolle Woche, in der wir hier in Sorsele viel erlebt haben.

Der Schnee glitzert und funkelt heute noch ganz besonders. Überall – ein richtiges Postkarten – Motiv. 😊😊😊

Und nun bin ich, sind wir aufs nächste Abenteuer in Lappland gespannt! Unsere Fahrt heute geht nordwärts über Arvidsjaur, Jokkmokk, Gällivare in die Nähe von Pajala. 430 km, sagt das Navi. Toll, dass wieder schönstes Wetter ist! 👍😊

Könnte sein, dass wir im nächsten Haus wieder kein Wlan haben – deswegen habt Geduld,… irgendwann hört ihr wieder von uns. Bis dann! 😊😊😊

Da bin ich wieder: wir haben in unserem „neuen“ Haus zwar kein Wlan, aber dafür Handy-Empfang! Und so kann ich den Reiseblog weiter schreiben 👍😊. 

Kurz vor zehn verabschiedeten wir uns am Morgen von Anja und Jörg. Lucy tollte noch mit Ole umeinander. Auch Ole hat es genossen, denn hier in Schweden laufen Hunde kaum frei herum und spielen miteinander. So hatten in der Woche alle ihren Spaß! 😊👍

Ja, es war hier eine wunderschöne Zeit und wir haben die Gemütlichkeit und auch das gute Essen (Rentier und Pizza) von den beiden sehr genossen. 

Auf schneebedeckten Straßen und blauem Himmel geht es die uns nun schon gut bekannte Straße nach Arvidsjaur. Und dann weiter Richtung Norden nach Jokkmokk: es freut mich riesig, mal in dem Ort zu sein. Im Februar findet hier jedes Jahr der traditionelle samische Wintermarkt mit den Samen (Ureinwohnern) statt. Selbst im Sommer waren wir diese Strecke (sie führt zu den Lofoten) noch nie gefahren. 

Hier noch einige Infos für euch zu den Samen: sie sind die einzig anerkannte Urbevölkerung Europas. Früher zogen sie als Nomaden mit ihren Rentier – Herden durch die Gebiete ganz Lapplands. Lappland bezeichnet eine Landschaft, die sich über die vier Länder Norwegen, Schweden, Finnland und Russland erstreckt und gilt als letzte Wildnis Europas. Die Samen lebten mit den nordischen Jahreszeiten und der bewusste Umgang mit der Natur war und ist für die Samen bis heute zentraler Lebensmittelpunkt. Im Laufe der Geschichte mussten sie unter Fremdregierungen, Kriegen und Unterdrückung leiden. Trotzdem hat das Volk bis heute seine Traditionen und Religion sowie seine außergewöhnliche Sprache erhalten können. Die Kultur der Samen lebt und entwickelt sich fortwährend weiter. Auch die Rentier – Zucht ist den Samen vorbehalten. Jedes Rentier, dem man in Lappland begegnet, gehört einer samischen Sippe. 

Wir stellen uns im Ort Jokkmokk bei Coop einen leckeren Salat vom Buffet zusammen und lassen ihn uns im Auto in der Sonne schmecken. Danach geht es noch in ein kleines Café und wir kommen mit Deutschen, die bis hierher mit dem Wohnmobil gefahren sind ins Gespräch. 

Und dann nehmen wir die restlichen 200 km in Angriff. Immer wieder begegnen einem hier auch auf engeren Straßen LKW’s, die einem regelrecht mit ihrer Ladung entgegen „brettern“. Manchmal wird es dabei ganz schön eng. Rechts und links sind ja die Schneeberge und man kann nicht so weit nach rechts, wie man es manchmal gerne würde. 

Im Sommer kann man hier auch mit dem Zug durch die wunderschöne Landschaft fahren:

Die Landschaft ist so wunderschön, es gibt viel Wald, viele Seen, viele Warntafeln betreffs Elchen. Es wird immer bergiger oder besser gesagt hügeliger (😉), es geht hoch und runter.

An den Straßen gibt es Parkbuchten, die aber recht eng sind. Man wird immer erfinderischer, wenn man hier mal kurz „pipi“ muss 😉. 

An Skibergen kommen wir auch vorbei, sehen aber kaum Abfahrtsläufer. Überall Ruhe und Einsamkeit. Auch auf den Seen sehen wir nirgends Schlittschuh-Läufer. Dazu sind sie wohl auch noch zu sehr mit Schnee bedeckt. 

Die letzten Kilometer …….

……… und kurz nach fünf Uhr kommen wir in unserem „neuen“ Haus an und werden auch hier total freundlich begrüßt. Die Familie sind Samen. 

Es ist schön warm in der guten Stube und ich entdecke vor dem Haus zu meiner großen Freude zwei „Steh“ – Schlitten! Klar schnappe ich mir gleich einen und probiere es aus! Das gefällt mir! 


Die Frau heizt für uns die Sauna im benachbarten Haus ein und wir lassen es uns dann nach dem Abendbrot und einem längeren Spaziergang bei sternenklarem Himmel und Vollmond darin so richtig gut gehen. Es ist eine samische Sauna: mit Holz beheizt und man wäscht sich in der Sauna gleich mit Wasser ab. Im Vorraum ist noch eine gemütliche Ecke mit Tisch, Korbstühlen und Kerzen. Ja, das hat was! Lucy ist im Haus, vorsichtshalber in ihrer Box. 

Und – das absolute Highlight heute, als wir am Tisch in unserer gemütlichen Wohnküche saßen: ich sah draußen plötzlich grüne Streifen! (Leider wurde das Bild mit dem Handy nicht so, es in Natur zu sehen, ist einmalig!)

Nichts wie raus – und das sogar erst nur im Bademantel! Hier wo wir wohnen ist es total dunkel (außer dem Mond) und es ist ja keiner da, der mich in meinem seltsam anmutenden „Anzug“ sieht. Denn allmählich wurde es mir bei minus zehn Grad doch etwas frisch und ich zog mir noch lange Hosen und eine Jacke drüber. Ich muss schon lustig ausgesehen haben,… 😂😂😂

Immer wieder wabte es vor und über uns und wir genossen es in vollen Zügen, bis wir dann erst lange nach elf Uhr ins Bett fielen und wunderbar geschlafen haben. 😊😊😊

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